Mister Teleprompter

Februar 9, 2010 von Mcp

Mit Spott und Häme überzog Sarah Palin beim Treffen der “Tea Party Nation” Barack Obama, weil der US-Präsident wichtige Reden vom Teleprompter abliest. Ausgerechnet bei diesem Auftritt wurde die Republikanerin selbst beim Abgucken vom Handteller erwischt – ein Video beweist es.[1]

Der Unterschied zwischen einer wörtlich abgelesenen Rede (Teleprompter) und einem Stichwortzettel sollte den Spiegel-Redakteuren bekannt sein. Das Obama, im Gegensatz zu Palin, mit der Kunst der freien Rede nicht vertraut ist, hat er beim Ausfall seines Teleprompter schon bewiesen: Mehr als zu unzusammenhängenden Gestammel ist dieser Präsident nicht in der Lage. Selbst Bush konnte frei besser reden als Mister Teleprompter aus Chicago.

[1] SPIEGEL ONLINE; Spickzettel auf der Haut: Palin beherrscht ihr Handwerk

Jubelperser

Februar 8, 2010 von Mcp

Die junge Frau hatte die Gewalt über ihr eigenes Bild längst verloren. Selbst als die Eltern der getöteten Studentin drei Tage nach dem Zwischenfall authentische Bilder ihrer Tochter veröffentlichten, zirkulierte das Passfoto von Neda Soltani weiter. Bei den folgenden Demonstrationen der iranischen Opposition tauchte es auf Plakaten auf, es wurde auf T-Shirts und Aufkleber gedruckt. “Engel des Iran” stand darunter. Die lebende Neda und einige ihrer Freunde versuchten verzweifelt weiter, den Irrtum aufzuklären. Aber sie stießen auf eine Mauer der Ablehnung. Regimekritiker witterten ein Propagandamanöver des Mullah-Regimes und beharrten nun erst recht darauf, das kopierte Facebook-Foto sei authentisch.[1]

Ich stand dieser „Neda“-Geschichte von Anfang skeptisch gegenüber. Sie wirkte auf mich wie eine „gestylte“ Werbekampagne von Leuten, die im “richtigen” Leben ihren Unterhalt mit dem Verkauf von Suppenwürfeln verdienen. In der Geschichte wimmeln so viele Stereotype, wie Würmer auf verwesenden Fleisch.

Schon früh gab es nicht nur an der Person der „Märtyrerin“, sondern auch am Ablauf dieser Geschichte erhebliche Zweifel. Die „Qualitätspresse“ nahm sie damals nicht nur bewusst nicht zur Kenntnis, sondern tat genau das, was sie heute „Eigendynamik“ nennt: Statt gründlich zu recherchieren, schmückte man die Geschichte mit allerlei düsteren und blutrünstigen Kommentaren aus, in denen das „Mullah-Regime“ in die Nähe – wie könnte es auch anders sein – des Nationalsozialismus gerückt wurde und wird. Statt den Mächtigen gründlich auf die Finger zu schauen – angeblich die vornehmste Aufgabe der „vierten Gewalt“ -, übernahmen die etablierten Medien zu wiederholten Male den Part der „Jubelperser“.

Das man den „Zweifeln“ und „Zweiflern“ heute die höheren journalistischen Weihen verleiht ist Teil dieses verlogenen Systems: So kann man die Lügen, die man selbst in die Welt setzte, mit „investigativem“ Journalismus „entlarven“ und eine „unabhängige“ und „objektive“ Berichterstattung vorgaukeln. Seht her, wie lügen zwar: Aber erstens dienen diese Lügen einen guten Zweck und zweitens beweisen wir unsere „Ehrlichkeit“ dadurch, dass wir – zu gegebener Zeit; nämlich dann, wenn es keine Rolle mehr spielt – unsere Lügen „offen und ehrlich“ zugeben. An diesem alten Zopf hat sich schon Baron Münchhausen eigenhändig aus dem Sumpf gezogen.

[1] rp-online.de; Neda: Irans falsche Märtyrerin

Jeder verdient mehr, als er bekommt

Februar 3, 2010 von Mcp

Um das Problem selbst redet Kristina Köhler nicht lange herum: “Dass Männer im Schnitt deutlich mehr verdienen als Frauen, ist bekannt. Dass Frauen damit unzufrieden sind, auch.”[1]

Ich kenne keine einzige unterbezahlte Frau. Aber viele, die genau damit unzufrieden sind. Natürlich ist jeder Angestellte der Meinung, dass er unterbezahlt ist. Diese Meinung ist vollkommen geschlechtsneutral. Nicht nur alle Frauen, nein, auch alle Männer sind unterbezahlt. Im Vergleich mit Frauen, wie umgekehrt, sowieso. Denn Köhler ist, so sie derartigen Müll absondert, mit einiger Sicherheit weit überbezahlt.

[1]SPIEGEL ONLINE; Gehaltsunterschiede: Familienministerin Köhler schafft per Mausklick Gerechtigkeit

Vom Schätzen und vom Rechnen

Februar 3, 2010 von Mcp

Die US-Geheimdienste schätzen die Gefahr eines Anschlags durch das Terrornetzwerk al-Qaida auf amerikanischem Boden in den kommenden Monaten als sehr hoch ein. “Sie werden es versuchen”, sagte der Geheimdienstkoordinator Dennis Blair vor dem Senat. Um die Terrorgefahr zu bannen, sieht Blair nur eine Möglichkeit.

Wenn Geheimdienste “schätzen”, “rechnen” sie nicht. Würden sie nämlich mit einem Anschlag “rechnen”, wäre das “exakte Wissenschaft”, für die man Wahrscheinlichkeiten „berechnen“ könnte. Der semantische Unterschied ist interessant. “Schätzen” ist Vermutung, “Rechnen” eine Gewissheit. Dies ist der genaue Unterschied zwischen Wissen und Nichtwissen, zwischen Realität und Fantasie.

Gott sei Dank. Ein Geheimdienst unter ‚Obamba’ ist, anders als unter Bush, auf das „Schätzen“ angewiesen. Wobei mir „Rechnen“ tausendmal lieber wäre: Wir müssen mit Opfern „rechnen“. Da weiß man wenigstens Bescheid.

[1] WELT ONLINE; Bis Mitte des Jahres: US-Geheimdienste rechnen mit Al-Qaida-Anschlag.

Maßnahmen gegen Wetterwandel

Februar 2, 2010 von Mcp

Seit Tagen ist die Ostseeinsel Hiddensee von der Außenwelt abgeschnitten. Die letzte eisbrechende Fähre musste ihren Dienst mit Motorschaden einstellen. Selbst die Eisbrecher kapitulieren vor der Masse an Eis, die die Insel umgibt. Jetzt wurde eine Luftbrücke mit einem Helikopter errichtet.[1]

Bundeskanzlerin Merkel hat sich zu durchgreifenden Maßnahmen gegen den drohenden Wetterwandel entschlossen und als erste Maßnahme eine Luftbrücke gegen völkerrechtswidrige Eisblockade Hiddensees durch das Wetter beschlossen. Besorgte Umweltorganisationen begrüßten die neue Entschlossenheit der Bundesregierung und forderten die sofortige Einführung einer Wetterwandlungssteuer um die schädlichen Auswirkungen des Wetterwandels auf die Entwicklungsländer abzumildern.

PS: Auch in Sachsen ist es “saukalt”. Ich bin froh das irgendjemand endlich was dagegen unternimmt. Wird höchste Zeit! Oder?

[1]WELT ONLINE;Gefangen im Eis: Luftbrücke nach Hiddensee errichtet

Üb’ immer Treu und Redlichkeit

Januar 30, 2010 von Mcp
1. Üb’ immer Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab,
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab.

2. Dann wirst du wie auf grünen Au’n,
Durch’s Pilgerleben geh’n
Dann kannst du sonder Furcht und Grau’n
Dem Tod ins Antlitz seh’n.

3. Dann wird die Sichel und der Pflug
In deiner Hand so leicht,
Dann singest du beim Wasserkrug,
Als wär’ dir Wein gereicht.

4. Dem Bösewicht wird alles schwer,
Er tue was er tu,
Ihm gönnt der Tag nicht Freude mehr,
Die Nacht ihm keine Ruh.

5. Der schöne Frühling lacht ihm nicht,
Ihm lacht kein Ährenfeld,
Er ist auf Lug und Trug erpicht,
Und wünscht sich nichts als Geld.

6. Der Wind im Hain, das Laub im Baum
Saust ihm Entsetzen zu,
Er findet, nach des Lebens Raum
Im Grabe keine Ruh.

7. Drum übe Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab,
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab!

8. Dann suchen Enkel deine Gruft
Und weinen Tränen drauf,
Und Sonnenblumen, voll von Duft,
Blüh’n aus den Tränen auf.

Halleluja

Januar 29, 2010 von Mcp

Als die SED-Prominentensiedlung in Wandlitz Ende Januar 1990 aufgelöst wurde, waren die Honeckers ein Problem. Der gestürzte Staatschef sollte unbedingt vor dem Volkszorn geschütz werden. Dem gottlosen Honecker gewährte ausgerechnet die Kirche Asyl. Pastor Uwe Hollmer erinnert sich an gemeinsame Spaziergänge.[1]

In der Nazizeit rettete die Kirche Juden. Dann rettete sie Nazis. 1989 retteten Christen Kommunisten.

Heute wird das Christentum von den Juden, den Nazis und den Kommunisten genau deshalb gleichermaßen beschimpft, beleidigt und geschmäht.

Wir machen trotzdem weiter. Auch wenn wir den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden. Wir retten jedes Leben, jede Seele. Bis zum Jüngsten Gericht. Halleluja.

[1] WELT Online: Warum der gottlose Honecker in Kirchenasyl kam

Meine gewohnte Schlagzahl …

Januar 28, 2010 von Mcp

… muss ich zur Zeit leider drastisch vermindern. Auf dem Blog hier. Das neue Projekt hält mich 24 Stunden in Atem. Verdammt, hätt’ ich gewusst …

Memento mori

Januar 19, 2010 von Mcp

Das Sterben sei ein intimer und zarter Prozess und gehöre nicht in die Öffentlichkeit, so Käßmann. Sie hätte bei der Geburt ihrer vier Töchter auch keine Kamera dabei haben wollen.[1]

Man kann sich darauf verlassen: Wenn Käßmann den Mund aufsperrt, plappert sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dummes Zeug daher. Sie, aber nicht nur sie, das sei am Rande bemerkt, ist der lebendig gewordene Beweis dafür, dass Frauen das Priesteramt samt Kirche verweltlichen.

Nein, Frau Käßmann, dass Sterben gehört nicht in das Private abgedrängt; ans Sterbebett gehört die Familie, die Freunde und die öffentliche Anteilnahme, genauso wie die aus der „Mode“ gekommene zwölfstündige Totenwache mit Kerze, Bibel und festem Glauben.

Die Allgegenwart des eigenen Todes steht im Zentrum jeder Religion. Memento mori: Bedenke Mensch, dass du sterblich bist. Man hat keine Zeit mit Tinnef und Tand zu vergeuden, weil die eigene Lebensspanne so knapp bemessen ist. Nur wer sich täglich mit dem Tod auseinandersetzt, wird heute tun, was er tun muss, weil ihm jeden Tag zu Bewusstsein kommt oder durch einen guten Seelsorger zu Gewissheit gebracht wird, dass ihn morgen schon ein winziger Flügelschlag des Schicksals, der unergründliche Ratschluss seines Schöpfers, die irdene Existenz zu rauben vermag.

Nutze den Tag, denn du weißt nicht, ob du am nächsten Morgen noch die Sonne aufgehen siehst. Ein guter Christ erfleht im Abendgebet den nächsten Tag oder die herbeigesehnte Erlösung von irdischer Plackerei. Je nachdem, ob er sein Lebenswerk für unvollendet hält oder für vollbracht erwähnt. Hat er ein Haus gebaut? Ein Kind gezeugt? Einen Baum gepflanzt? Hat er dafür gesorgt, dass ihm jemand folgt, der sein Werk weiterbaut?

In dieser Gesellschaft wird nicht nur die Religion an den Rand gedrängt, sie hat ihr Verhältnis zum natürlichen Tod fast gänzlich verloren und im selben Maße ein hysterisches, ja paranoides Verhältnis zum Leben entwickelt. Leben gilt als das Maß aller Dinge, der Tod erscheint nur noch als grausam, unnatürlich oder gewaltsam. So verlängert man das Leben selbst dort mit aller Gewalt, wo der Tod eine Erlösung wäre, wie man umgekehrt der natürlichen Geburt alle nur denkbaren Hürden in den Weg legt. Wie perfide aus Sicht eines Christenmenschen: Erst was lebt, kann sterben und erst was stirbt, kann ewig leben. Wer früher stirbt, lebt länger ewig. Hier haucht mich der Geist des Achilles vor Troja und dort der von Leonidas vor den Thermopylen an: Lieber Tod als Sklave sein.

Der Tod ist nicht unser Feind, sondern ein Gefährte. Eine Chance vor den Zumutungen des Augenblicks zu fliehen. Erst der Tod lässt uns die Wahl der Entscheidung, gibt uns die Freiheit der Sklaverei zu entrinnen. Nichts hassen Sklavenhalter und Atheisten mehr als diese letzte Möglichkeit. Ohne Tod gäbe es keine Freiheit, sondern eine nur immer währende Sklaverei. Der freie Wille manifestiert sich am deutlichsten dort, wo wir die Möglichkeit haben den Tod zu wählen. Da können die „Gehirnforscher“ sich drehen und wenden, lamentieren und wettern: Diese Möglichkeit besiegen sie nicht. Der Schlüssel zur Freiheit ist unser Tod.

Bahren wir unsere Toten auf dem Marktplatz auf, statt sie anonym zu verscharren. Verbrennen wir sie unter öffentlicher Anteilnahme und dem Absingen christlicher Choräle. Nehmen wir unsere Alten, Väter und Mütter, in unsere Mitte. Begleiten wir sie in den irdischen Tod. Vergelten wir ihnen im Sterben die Vater- und Mutterliebe, die uns groß und stark werden ließ, und hoffen wir, dass unsere Kinder und Enkel dasselbe für uns tun, wenn wir dereinst, eines nicht sehr fernen Tages, ins unser kühles Grab sinken. Hoffen wir, dass wir in dem Augenblick, indem uns der Tod dahinrafft, dass gewesene Leben auch verdient haben und dass man uns die Liebe, die wir an unsere Nächsten verschenkt haben, durch mitleidende Anwesenheit an unserem Sterbebett vergilt.

Das würde die Welt erneut verändern und das wird ein Weib wie Käßmann, kein Weib und kein Jude, um den rationalen Kreis dieses Textes zu schließen, begreifen:

Ich bin die Auferstehung und das Leben,
wer an mich glaubt, der wird leben,
gleich ob er stürbe.
Johannes 11,25

[1] KATH.NET

Unerwartete Schützenhilfe

Januar 19, 2010 von Mcp

Wer hätte das gedacht: Gernot Facius schreibt in der „Jungen Freiheit“ gegen die Haltung der EKM (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) zur Verleihung des Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis an Helmut Matthies (idea), die den Preisträger in die Neonazi-Ecke gestellt hat.[1] Derselbe Facius, der jüngst in der FAZ Benedikt XVI. in Bezug auf seine Kirchenpolitik sehr unfreundlich als “Ratzinger-Papst” bezeichnet hat und über den ich, nach diversen „Schmähartikeln“ gegen Rom in der derselben Zeitung, schon den Stab gebrochen hatte. Immerhin rafft er sich hier auf, der stasidurchseuchten EKM mal gehörig die Leviten zu lesen. Nicht ausgeschlossen, dass in diesem Verein immer noch unentdeckte Inoffizielle ihr Unwesen treiben und sich als Wiedergänger des „christlichen Sozialismus“ versuchen.

[1] JUNGE FREIHEIT; Wochenzeitung aus Berlin: Altbekannte Reflexe.