Ernst Jünger zu Kampf und Krieg

By Mcp

Wenn der Kampf und, seine höchste Form, der Krieg dem einen als apolitischer, ja sinnentleerter Selbstzweck erscheint, bei dem die Parolen und Losungen je nach Zeiten und Reichen beliebig sind, ist bei Jünger die „kriegerische Skepsis“ die einzige Form der individuellen Selbstbehauptung, die ihm möglich scheint.

„Wir müssen einsehen, daß wir in eine Landschaft aus Eis und Feuer geboren sind. Das Vergangene ist so beschaffen, daß man an ihm nicht haften, und das Werdende so, daß man sich in ihm nicht einrichten kann. Diese Landschaft setzt als Haltung ein Höchstmaß an kriegerischem Skeptizismus voraus.“

Jünger versucht gar nicht erst politisch zu argumentieren, so dass man den  Schmittschen Feind bei ihm, zumindest in diesem Zusammenhang, nur schemenhaft sieht:

„Ist es möglich, einen Glauben ohne Dogma zu besitzen, eine Welt ohne Götter, ein Wissen ohne Maximen und ein Vaterland, das durch keine Macht der Welt besetzt werden kann? Das sind Fragen, an denen der Einzelne den Grad seiner Rüstung zu prüfen hat An unbekannten Soldaten ist kein Mangel; wichtiger ist das unbekannte Reich, über dessen Existenz keine Verständigung nötig ist.“

Das Poltische erscheint bei ihm nur taktisches Mittel, „Es gibt keine Fahnen außer denen, die man am Leibe trägt“, zum Erreichen des eigentlichen Zieles, dem Sieg:

„Der geheime Anziehungspunkt, der den Bewegungen ihren Wert erteilt, ist der Sieg, dessen Gestalt die Anstrengungen und Opfer auch der verlorenen Abteilungen repräsentiert. Allein hier ist niemand zu Hause, der nicht Krieg zu führen gedenkt.“

Der Sieg ist kein Selbstzweck, sondern Notwendigkeit des Daseins in einer Welt, die jeglicher fester Form entbehrt. Nur über den Sieg erreicht der Mensch den Endzweck des Kampfes, von dem er wohl weiß, dass er existiert, der aber letztlich doch unerreichbar bleibt. Der Sinn des Kampfes ist der bloße Erhalt des Lebens und er reicht bei Jünger nicht über den Tod hinaus.

„Was gesehen werden kann, ist nicht etwa die endgültige Ordnung, sondern die Veränderung der Unordnung, unter der ein großes Gesetz zu erraten ist. Es ist der
Wechsel der Position, der täglich die Aufnahme eines neuen Bestecks erforderlich macht, während der zu entdeckende Erdteil noch im Dunkeln liegt. Dennoch wissen wir, daß er vorhanden, daß er wirklich ist, und diese Gewißheit kommt darin zum Ausdruck, daß wir uns am Kampfe beteiligen.“

Quelle: Ernst Jünger; Der Arbeiter; Von der Arbeit als Lebensart; Kap. 29

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Eine Antwort zu “Ernst Jünger zu Kampf und Krieg”

  1. Wolf sagt:

    Wie kann man sich nur so viel mit Jünger beschäftigen. Ein Mann, der aus seinen Fehlern so wenig gelernt hat und sich mal halbseiden vom NS-Regime abgegrenzt hat.

    :-)

    Ihr Wolf.

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