Selbstzweck Wissenschaft

By Mcp

„Spiel und Kunst schließen“, schreibt Ernst Jünger in seinem Essay „An der Zeitmauer“, „schließen die Verwendung technischer Hilfsmittel aus“, weil sie ihnen den Sinn rauben würden. Denn so wie das Schachspiel, die „Begegnung zweier Intelligenzen, zweier Temperamente und Charaktere“ durch einen unfehlbaren Schachautomaten zu einem bloßen technischen Akt entwürdigt wird, dessen Ausgang langweilig vorhersehbar ist, so entzaubert die Wissenschaft nicht, wie oft behauptet, die Gefilde in die sie dringt, sondern zwingt die darin hausenden Kulte aus der Freiheit des menschlichen Irrtums oder genialer Streiche in den öden Zwang der technischen Perfektion. Wissenschaft kann am Ende nur existieren, so wie die Maschine die das Schachspiel bannt, als sinnentleerter Selbstzweck und jedes ihrer Versprechen ist bloße Täuschung zum Raube einer weiteren faustischen Seele.

„Darauf beruht nicht nur der Unterschied der griechischen Olympiade von der unseren, sondern überhaupt die Verödung weiter Gebiete, auf denen, was früher als Spiel, als Wettkampf oder auch als Kampf getrieben wurde, von der Technik zugleich der Perfektion genähert und im Wesen vernichtet wird.“
Quelle: Ernst Jünger; An der Zeitmauer; Kap.5

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