“Die Schweizer hatten muthvoll das Schloß verteidigt, aber vergebens! Die große Treppe war erstürmt und der Palast eingenommen worden. Das siegende Volk drang von allen Seiten in diesen Sitz des Königthums, worin es immer außerordentliche Schätze, ein unbegränzte Seligkeit, eine furchtbare Macht und unheilvolle Pläne vermuthet hatte. Welche Rache konnte es jetzt auf einmal an dem Reichthum , der Größe und der Macht nehmen!
Achtzig Schweizergrenadiere , welche nicht Zeit zur Flucht gehabt halten, verteidigen tapfer ihr Leben, wurden aber unbarmherzig niedergemetzelt. Der Haufen stürzte sodann in die Zimmer auf jene unnützen, zur Rettung des Königs herbeigeeilten Freunde, die unter dem Namen der “Ritter vom Dolche” von Volke tödlich gehaßt wurden. Ihre schwachen Waffen dienten nur dazu die Sieger zu reizen …”
Gerade entdeckt: Die Geschichte der französischen Revolution; M. A. Thiers ; Mitglied der Akademie, Deputierter und Minister des Inneren.
Die Nacht ist gerettet. Heute wird die Geschichte gelesen und morgen neu geschrieben. Für jemanden wie mich, der glaubt, dass die Französische Revolution die eigentliche Urkatastrophe Europas war, ist Google Book eine Goldgrube.
Neulich habe ich dort einen astronomischen Text über die Aberration des Merkurs mit so genauen Tabellen entdeckt, wie ich sie, knapp 100 Jahre vor Einstein, für nicht möglich gehalten hätte.
Schlagworte: Französische Revolution, Marie Antoinette, Schweizer Garde

Juli 29, 2008 um 8:24 |
“der glaubt, dass die Französische Revolution die eigentliche Urkatastrophe Europas war,”
Ja, kann sein. Konkurrenz gibt es in meinen Augen nur von der “Reformation”.
Juli 30, 2008 um 1:33 |
Ja. Renaissance und Reformation markieren zeitgleich das erwachen des Leviathans, das Aufkommen des Antichristen und des Tieres, welches seine Truppen seither bei Har-Magedon sammelt. Aber entfesselt wurden diese Kräfte der Finsternis am 14. Juli 1789. Seither gibt es kein halten mehr und kein, noch so großes, Verbrechen, was undenkbar erscheint.
Das ist natürlich eine Metapher. Aber wer sehen kann, weiß, was geschieht.