
Rembrandt: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes.
Er missbrauche sein Amt als Erzbischof von Canterbury, des zudem ein „Überbleibsel des britischen Kolonialismus“ sei, weil der Erzbischof durch die britische Regierung eingsetzt sei und nicht gewählt werde. Man solle sich ein Beispiel an Rom nehmen. Dort werden die Päpste durch die Kardinäle bestimmt.
„230 theologisch konservative Bischöfe vor allem aus wachsenden Kirchen der Dritten Welt boykottieren die alle zehn Jahre stattfindende Weltbischofskonferenz, die am 3. August im südenglischen Canterbury zu Ende geht. Orombi gehört ebenfalls zu den Boykotteuren. Rund 1.000 konservative Geistliche nahmen im Juni an einer Konferenz in Jerusalem teil, bei der die Einsetzung eines Bischofsrats als Gegenstück zu der Weltbischofskonferenz beschlossen wurde. Die Konservativen berufen sich auf Bibeltexte, die Homosexualität ablehnen, und auf einen Beschluss der letzten Weltbischofskonferenz von 1998, in dem praktizierte Homosexualität als unvereinbar mit der Bibel und der Kirchenlehre bezeichnet wird.“
Quelle: Kath. net; Ein ‘Überbleibsel des britischen Kolonialismus’
Irgendwann, so hoffe ich, werden die konservativen Anglikaner den Weg zum Tiber finden und den Fluss überqueren.
„Lukas 15,31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. 15,32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“
Schlagworte: Anglikaner, Homosexualiät, Streit, Henry Luke Orombi, Gene Robinson, Rowan Williams, Kolonialismus, Konservativ, Erzbischof von Canterbury
August 3, 2008 um 12:46 |
Ein nicht geringer Teil dieser traditonellen Anglikaner ist ja dabei, an den Tiber zurückkehren. Rom war anfangs etwas zurückhaltend, wird aber wohl jetzt so eine Art Unionskirche für die Anglikaner basteln (anglikanisch-uniert, warum eigentlich nicht?), wenn ich das richtig verstehe.
Ich himmel ja eigentlich immer noch so eine geschlossen christliche Welt an, wie ich sie mir in Mittelalter und früher Neuzeit vorstelle und in einer solchen wäre es schon denkbar, dass die Regierung jedenfalls ein Mitspracherecht bei Bischofsernennungen hat (in D werden ja auch bis heute die Landesregierungen befragt), aber heute muss man schlicht sagen: Je mehr Einfluß die Regierung auf die Kirche hat, desto übler kommts. Man muss nur nach Skandinavien schauen.
August 3, 2008 um 8:02 |
Ich finde es äußert problematisch, dass EB Orombi jetzt einen Rückgriff auf die Struktur in der römisch-katholischen Kirche machen will – will er denn einen anglikanischen Papst? Die mit meiner (alt-katholischen) Kirche in Kirchengemeinschaft stehende Anglikanische Kirche hat eine prinzipiell synodale Struktur, und wenn man überhaupt etwas an der Ernennung des EB von Canterbury ändern sollte – worüber ja durchaus nachzudenken wäre – dann sollte es vielleicht in Richtung einer stärkeren synodalen Einbindung in die Wahl durch die Kirche von England gehen.
Da der EB von Canterbury lediglich ein “Primus inter pares” (erster unter gleichen) ist, und nicht die Machtvollkommenheit eines römischen Papstes besitzt, ist m.E. eine Wahl durch die gesamten anglikanische Weltgemeinschaft, und erst recht nicht durch den exklusiven Kreis der Bischöfinnen und Bischöfe, notwendig.
Walter Jungbauer, alt-katholischer Diakon