Frauenmangel und Männerflut

By Mcp

„In der australischen Bergbaustadt Mount Isa sind Männer deutlich überrepräsentiert. Der Bürgermeister hat nun wenig attraktive Frauen aufgerufen, in seine Stadt zu ziehen, mit der Begründung, die Männer seien nicht sehr wählerisch. Die Aktion hat für grosses Aufsehen gesorgt.“
Quelle: NZ; Australische Stadt sucht unattraktive Frauen

Zu dieser scheinbar lustigen Meldung, passt dieser, etwas ältere, Artikel aus Focus:

„Wenn Männer keine Partnerin finden, wächst ihre Gewaltbereitschaft. Aggressives Verhalten und Kriminalität nehmen zu und können die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht bringen.“
Quelle: Focus; Männerflut schürt Aggressionen

Schon die Überschrift „Männerflut“ ist verräterisch. Das weckt doch gleich heimelnde Assoziationen: „Russenflut“ oder „Die rote Flut“. Aus solcherlei „Studien“ wird schon mal über eine signifikante Korrelation zwischen Frauenmangel und Wahlerfolgen der NPD orakelt:

„Triebwähler – so kann man die jungen Männer nennen, die der NPD in Mecklenburg-Vorpommern zum Erfolg verholfen haben. Nicht nur politischer Radikalismus, sondern auch Frauenmangel und Überalterung sind die Motive für dieses Wahlverhalten. Ein Gastbeitrag von “FAZ”-Herausgeber Frank Schirrmacher.“
Quelle: SPON; Nackte Äste

Triebwähler und Triebtäter. Die Wortwahl nähert sich in dem Maße altbekannten Tönen an, in dem die Erklärungsmuster intellektuell bescheidener werden. Weil im Osten angeblich Frauenmangel herrscht werden die Männer dort angeblich alle schwul oder Nazis. Soziologie reduziert auf den unbefriedigten Geschlechtstrieb. Das Niveau der politischen Debatte ist Deutschland ist, seit geraumer Zeit schon, unterhalb der Gürtellinie angekommen. Wer Politik nur noch über Geschlechtsteile begreift, muss unweigerlich dort enden. Irgendwie erinnert mich diese Diskussion an den Witz vom statistischen Zusammenhang zwischen Sonnfleckenhäufigkeit und dem Liebesleben des gewöhnlichen Warzenfrosches.

Zumindest wissen wir jetzt, warum sich in „Mount Isa“ soviel Nazis und Schwule tummeln.

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2 Antworten zu “Frauenmangel und Männerflut”

  1. Leser sagt:

    Diese Meldung zeigt allerdings wieder mal folgendes überdeutlich:

    In der typischen femodiskurslastigen Diktion werden Männer prinzipiell nur als heuschreckenartige Plage wahrgenommen. Wenn überhaupt von einer Männerflut bei UNS gesprochen werden kann, dann fokussiere man seine tendenziöse Optik mal verschärft auf unsere Multikulti-Bereicherung, die sich doch überwiegend aus männlichen Bereicherern rekrutiert, das ist indes wieder ein anderes Thema.
    Zum anderen zeigt sich auf das dezidierteste, wer schon immer für die Drecksarbeit zuständig war. Wo sind denn all die Genderkrakeelerinnen, wenn es um Frauen in Bergwerken, an Baustellen, Bohrinseln, Kanalarbeiten, etc., etc. geht. Da hat noch keine Quoten-Zicke Zeter und Mordio geschrien, aber um in bequeme, gut bezahlte Jobs rein gehievt zu werden, dafür werden jährlich Abermillionen Steuergelder verschleudert.
    Wenn dann die „armen Malocher“ weit abseits von sonstigen menschlichen Siedlungen hausen müssen, bekommen sich noch feministische Häme über gekübelt , und obendrein wird ihre zwangszölibatäre Lebensweise als Brutstätte für die ach so erschröckliche Nazi-Gesinnung verdächtigt.

  2. Mcp sagt:

    Ich stimme vorbehaltlos zu.

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