Schlampen

By Mcp

„So eine Schlampe zu sein macht Spaß. Schlampen überdauern auch so seltsame Trends wie die der Girlies, Zicken oder Babes. Schlampen sind unwahrscheinlich weiblich, sie pfeifen auf Emanzipation und Feminismus, denn sie wissen genau, daß es wunderbar ist, eine Schlampe zu sein, die auch so wunderbar durchs Leben kommt, ohne wüste Parolen zu kreischen oder sich bei der Bundeswehr durch den Dreck zu wälzen. Schlampen machen allerdings nicht für jeden die Beine breit, auch wenn Männer bei Schlampen das denken. Schlampen, wie ich sie mag und wie ich gern eine bin, tragen rote und schwarze Unterwäsche, Strapse und schwarze Strümpfe, rauchen im Bett und lachen, wenn der kleine Mann mal rausrutscht. Eine Schlampe zu sein ist schön, denn Schlampen dieser Art sind gelassen, tolerant und begeisterungsfähig. Schlampen; sind edler als Girlies, liebenswerter als Zicken, aufregender als Diven, leckerer als Pizza und lebensfähiger als Emanzen.“
Quelle: Anne West; Gute Mädchen tun’s im Bett, böse überall

Mich stößt sowohl der Text‚ als auch der darin beschriebene Frauentyp ab. Allerdings auch die Girlies, Zicken oder Babes. Ich stehe auf normale Frauen. Mit normal, meine ich normal und die Frage, was normal wäre, zeugt nur davon, dass der Frager es nicht mehr weiß, weil er offenbar alles für verrückt hält, sogar sich selbst. Verrückt sein, ist offensichtlich modern.

Wahrscheinlich wird man mir jetzt wieder unterstellen, ich hätte geheime Sehnsüchte, die ich unbewusst irgendwohin projiziere, wäre sexuell unbefriedigt oder sonst irgendwie verklemmt. Selbst dann, wenn ich es selber nicht wüsste. So wird aus dem Normalen plötzlich der Absonderliche und man hat das Gefühl, in einer verkehrten Welt zu leben. In einem Paralleluniversum sozusagen, jedenfalls dort, wo man eigentlich nicht hingehört.

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Eine Antwort zu “Schlampen”

  1. Leser sagt:

    Diese Selbstbeweihräucherungen und krampfhaften Beteuerungen der Unverkrampftheit sind doch wieder mal typsiche Symptome seelischer Verkrüppelung, und der Selbstbezeichnungswirrwar reiner Etikettenschwindel. Von wegen sind nur die Männer verunsichert und desorientiert. Liest man solch einen Schmonzes, sieht man erst, in was für einem Strudel von sich gegenseitig atemlos hetzenden Trends die Damen der Schöpfung druchgewirbelt werden.
    Eine Konstante einer solchen Dauer-Chamäleoniade scheint indes eine infantile, narzistische Was-sind-wir-doch-so-toll-Attidüde zu sein, die dann neuerdings den Aufkleber “Schlampe” erhält.
    D. h. wir doofen, ewiggestrigen Männer müssten eigentlich jedesmal aus den Galsochen kippen, wenn sich mal wieder ein trend-upgedateter Schmetterling entpuppt und uns seinen neusten Outfit kredenzt .

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