Die Erbauung, welche der römischste aller Römer, Alipius, in der Betrachtung eines animierten Gif findet, hat mich zu diesem Eintrag inspiriert: Blue Ball Machine. Danke für die Idee.
Nun, dem Laplacescher Dämon, so schrieb ich in einem Kommentar dazu, ist schon manche verirrte Seele verfallen, denn seine Botschaft ist in der Tat verführerisch: Es gibt kein Glück. Alles ist vorherbestimmt. Erklärbar. Hat eine Ursache. Ist Schicksal. Er verlockt uns zur fatalistischen Weltsicht, fernab jedweder Anstrengung. Denn wozu „sich waffnend gegen eine See von Plagen durch Widerstand sie enden“, wenn unsere „Gene“ unser Schicksal sind?
Ich glaube an den Zufall, in dem sich die Allmacht Gottes manifestiert, an die Willkür seines göttlichen Willens. Es gibt kein Gesetz, keine Kausalität, kein zwangsläufiges Eintreten eins Ereignisses, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Ursache eine bestimmte Wirkung auslöst. Wenn wir uns wundern, dann ist etwas eingetreten, was wir nicht erwartet haben, was abweicht von der Regel, die Normalität durchbricht. Wir haben Glück oder Pech. Der Gläubige baut auf Gott. Der Quantenphysiker auf die Wahrscheinlichkeit. Der Mathematiker benutzt die Gaußsche Normalverteilung oder beruft sich auf den Unvollständigkeitssatz. Es ist die Unmöglichkeit der Vorhersage dessen, was uns morgen begegnet. Der blinde Zufall oder die blanke Willkür. Je nachdem, an was man glaubt. Nur der Dämon hat damit nichts zu tun. Er ist der Wiedergänger der Nornen und Meuren. Ein moderner Aberglauben.
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