Röhrender Hirsch auf der Abschussliste

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Der röhrende Hirsch steht auf der Abschussliste. Nicht die Jäger wollen ihm an den Kragen, sondern Genderologinnen. Als ich es las, wollte ich das hier nicht wirklich glauben und hielt es für einen schlechten Scherz: Der neue Mensch.

Also recherchierte ich. Heraus kam das:

„Die Erprobung zeigte darüber hinaus, dass Gender Mainstreaming auch bei Tiermotiven relevant ist: so sollte insbesondere bei Bildern von Paarhufern (Hirsche, Rehe und Wildschweine) darauf geachtet werden, dass die männlich dominierte Jägerbildsprache (z.B. kapitaler Hirsch bei der Brunft oder dicker Keiler im Unterholz) als ausschließliche Darstellungsform vermieden und stattdessen eine Vielfalt an unterschiedlichen Bildmaterial verwendet wird.“
Quelle: Gender Mainstreaming im Nationalpark Eifel (PDF)

Da nun zu erwarten ist, die Abbildung röhrender Hirsche, durch wetteifernde Beamte, auf den Index jugendgefährdender, weil nicht Gender-Mainstream kompatibler, Darstellungen gerät, sei eines dieser gefährlichen und jugendverderbenden Bilder hier schnell noch einmal gezeigt, solange dies noch möglich ist:

Fazit: Die Ökotrophologinnen, so der offizielle Titel der Damen, die dieses „Gutachten“ – eigentlich Schlechtachten – für 27.000 Euro verbrochen haben, werden auch immer schrulliger. Aber irgendwie bleibt einem das Lachen im Halse stecken, da dies nur die Spitze des Eisberges dessen ist, was im „Familienministerium“ dieses Landes geplant und gedacht wird und das SPON, im oben verlinkten Artikel, in einer beeindruckenden Liste zusammenfasst.

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8 Antworten to “Röhrender Hirsch auf der Abschussliste”

  1. Sieben auf einen Streich « Mit elektrischer Feder Says:

    […] sieht, man muss nicht unbedingt im Auftrag des Familienministeriums (röhrende Hirsche) arbeiten, um garantiert Nobelpreis unverdächtiger Forschung zu […]

  2. Leser Says:

    Diese kapitale Debilität sollte doch eigentlich unsere herzallerliebste „contessa rossa“ in helles Entzücken versetzen.
    Werden doch die Imponier-Platzhirsche (und nicht zu vergessen, die „richtig schön aufgeplusterten Gockel“) endlich von ihrem dreist angemaßten Sockel gekickt. Überhaupt sollten fürderhin alle visuellen und auditiven Darstellungen maskuliner Prahl-, Balz- und Dominanz-Attidüden inkriminiert und beseitigt werden.

    So gehören z. B. alle Türme, Bäume, ja jedwede phallusartig aufragende Gebäude/Gewächse alsbald gefällt, um dieser unerträglichen Provokation gegenüber der friedliebend, harmonischen, weiblichen Seele endlich Einhalt zu gebieten.
    Froschgequake ist gefälligst aus Tierfilmen zu entfernen (elektronisch ausfiltern), ist es doch nichts weiter als die Begleitmusik der maliziösen Verführungstaktik amphibischer Möchtegern-Casanovas.
    Misthaufen sind alsbald zu verbieten, damit der Hühnervogel-Pascha (Hahn) nichtdurch morgendliche Kräh-Attacken seine territoriale Dominanz-Gelüste austoben kann.
    Schliesslich ist Vogelgezwitscher ebenfalls zu verbieten, da auch dieses männliches, territoriales Inbesitznahme-Verhalten signalisert.
    🙂 -:)

  3. Nikodemus Says:

    Ich glaub ich steh im Wald (natürlich still, bin ja auch kein Hirsch).
    Davon abgesehen denke ich mir, dass es wirklich Anfang der 30er für viele ähnlich gewesen sein muss – es passieren die verrücktesten Dinge, alles wird in eine abwegige Richtung gedrückt, aber man hat den Eindruck, alle anderen finden es normal und es gibt keinen Weg, wirklich etwas dagegen zu unternehmen.

  4. alipius Says:

    Amen, Nikodemus!

    Oder um es anders auszudrücken: Ich glaube plötzlich, zu wissen, wie sich damals die Philosophen der Aufklärung gefühlt haben mußten: Dunkel, Dünkel und Duckmäusertum ringsum, und man möchte die Leute packen und schütteln, bis sie endlich aufwachen.

  5. Bittervotze « Mit elektrischer Feder Says:

    […] hier eine wirklich revolutionäre Abhilfe zu schaffen. Zum einen durch die Ächtung röhrender Hirsche, zum anderen durch die ins Auge gefasste Aufzucht geschlechtloser Klone. Zuerst wird das soziale […]

  6. Stefan Bartkowiak Says:

    Glücklicherweise lebt und röhrt der Hirsch ungeachtet Gender Mainstreaming in immer mehr Ausstellungen, wie zum Beispiel „HirschART“ (bis zu 1. November 2009 im Museum Schloß Burgk http://www.schloss-burgk.de) und auch in der Galerie Borchert+Schelenz. Da wird „Der Röhrende Hirsch“ zar am 28. August symbolisch abgewrackt, aber nur, um sich in neuer vielgehörnter Pracht, rundumerneuert in neuem Licht mit neuer Aura der Öffentlichkeit zu präsentieren.

  7. Stefan Bartkowiak Says:

    … und noch das:

    Der Förster, der grad Möhren dörrte
    und dabei ein Röhren hörte,
    sprach: »Wer den Hirsch beim Röhren stört,
    der eben in den Föhren röhrt,
    dem schlag’ ich meine Möhren
    achtkantig um die Ohren.«

    aus: Animalerotica, von: Robert [J.] Gernhardt [mit etwas Unterstützung durch F.W. Bernstein und F.K. Waechter

  8. Mcp Says:

    🙂

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