Irgendwann wird’s krabbeln

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Dass der Darwinismus längst keine Wissenschaft mehr ist, sondern eine politische Theorie, die mit der gleichen Inbrunst vertreten wird, wie der Legende nach das geozentrische Weltbild durch die Heilige Inquisition, kann man hier anschaulich nachlesen: Die kruden Thesen deutscher Anti-Darwinisten.

Da wird von kruden Thesen, Pseudowissenschaft und Machwerken dort gesprochen, wo es um die Argumente der Evolutionsgegner geht. Das ist nicht die Sprache der Wissenschaft, sondern die jener, die als Antichristen auftreten und die moderne Biologie als Vehikel gegen die Kirche benutzen. Ganz im Sinne Haeckels, der, nachdem man ihm der Fälschung überführt hat, eine Welle antichristlicher Propaganda lostrat, um um seinen Verfehlungen abzulenken.

Wäre der sogenannte Darwinismus wahrlich eine Wissenschaft, dann müsste er sich zuallererst selber in Frage stellen, wären ihm die Argumente der Zweifler hochwillkommen und nicht verhasst. Gegen Darwins Evolutionstheorie lässt sich wissenschaftlich nicht allzu viel vorbringen, sie ist zumindest ein schlüssiger Versuch Beobachtungen zu interpretieren. Sie ist die beste Theorie über die Entwicklung des Lebens, die wir haben. Aber wie jede Theorie, so hat auch diese ein Verfallsdatum, wird sie eines Tages im Lichte neuer Erkenntnisse verworfen werden. Ansätze einer Neuinterpretation finden sich reichlich. Noch sind sie Stückwerk. Aber das kann sich ändern. Wohl gemerkt, ich rede von der reinen Wissenschaft, nicht von Religion oder deren Gegenteil. Jeder, halbwegs ernst zu nehmende, Wissenschaftler wird diese Aussagen teilen.

Aber darum geht es den Darwinisten gar nicht. Für sie beweist die Evolutionstheorie die Nichtexistenz eines Schöpfergottes. Und eben das, tut sie nicht. Es ist nicht einmal ihr inhaltlicher Gegenstand. Dass die Schöpfung scheinbar ohne Gott auskommt, ist ein theologisches und eben kein wissenschaftliches Problem. Das die Antichristen beides absichtsvoll vermengen ist Darwins Briefen, nicht seinen Werken, zu verdanken. Der Weg zu seinem späten Atheismus ist mit abscheulichen Kommentaren zum Christentum gesprenkelt. Aus dieser fatalen persönlichen Entwicklung Darwins schöpfte der Antichrist wohl die Hoffnung, dass alle, welche diese Lehre anerkennen, automatisch zum Atheismus oder Satanismus*) konvertieren. Ich kann die Enttäuschung und die Wut dieser Menschen darüber verstehen, dass Christen die Evolutionstheorie wohlwollend zur Kenntnis nehmen, ohne ihren Glauben abzuschwören. Dass man von der darwinistischen Inquisition dann als Dummkopf beschimpft wird, der die Theorie nicht verstanden habe, ist noch die mildeste Reaktion **), die man erleben kann. Dabei haben wir die Evolutionstheorie besser verstanden als jeder eifernde Darwinist. Wir verstehen nämlich, dass diese Theorie die Entwicklung des Lebens interpretiert, nichts aber über den Entstehungsprozess desselben aussagt. Die lustige Ursuppentheorie hat zu nichts anderem geführt, als zu Haeckels unsterblich dämmlichen Satz, mit dem er die diesbezüglich erfolglosen Experimente deutscher Chemiker und Biologen kommentierte: „Lassens nur kräftig blitzen und krachen, irgendwann wird’s schon krabbeln.“

Die Entstehung des Lebens ist offenbar kein spontaner Prozess, noch nie jedenfalls wurde seine Entstehung beobachtet. Noch immer ist es dem Menschen nicht gelungen Leben aus toter Materie zu formen. Selbst wenn es gelänge, würde daran etwas beteiligt sein, was die Darwinisten hartnäckig leugnen: eine schöpferische, diesmal menschliche, Intelligenz hätte das „künstliche“ Leben gezeugt und nicht der blinde Zufall. Es wäre für um Christen keine Überraschung,  wenn es gelänge. Den Gott hat uns nach seinem Ebenbild gezeugt, also auch mit seiner schöpferischer Kraft versehen.

Der Darwinismus ist, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, keine Wissenschaft, sondern eine Weltanschauung, welche die Evolutionstheorie nur als Vehikel benutzt, um ihr politisches Wirken zu unterfüttern. Wenn man schon von Pseudowissenschaft redet, dann trifft dies zwar nicht auf Darwins Theorie zu, auf den Darwinismus und seinen üblen politischen Wucherungen***) hingegen mit einiger Sicherheit. Kreationismus ist pure Theologie und Intelligent Design keine wissenschaftliche Theorie, sondern eine Zusammenfassung wesentlicher Fragen an die Evolutionstheorie. Ersteres gehört demzufolge in den Religionsunterricht, die kritischen Fragen aber ohne Zweifel in die Biologie.

***

*) Bevor jetzt jemand hyperventiliert, sollte er sich mit der Definition des Satanismus auseinandersetzen. Er wird hoffentlich genauer so erstaunt sein wie ich, als ich begann, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Unter die klassische Definition des Satanismus fällt so ziemlich alles, was die Aufklärung propagiert. Was für ein weises Buch die Bibel doch ist.

**) Im verlinkten Artikel findet sich eine Textstelle, die tief in die krude Gedankenwelt des Autors blicken lässt: „In dieser Produktion behaupten die beiden Intelligent-Design-Kreationisten Wolf-Ekkehard Lönnig vom Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung und Siegfried Scherer von der TU München, die in ihren staatlich finanzierten Elite-Biodepartements gefilmt wurden, dass es bis heute keine Beweise für Darwins Theorien zum Artenwandel und die Makroevolution gäbe.“

Hinter der Formulierung „staatlich finanzierten Elite-Biodepartements“ steckt die verdeckte Empörung oder Drohung, dass die beiden Wissenschaftler staatlich finanziert werden. So als hätte der Staat darüber zu wachen, welche Theorien die Wissenschaftler vertreten dürfen und welche nicht.

Er gibt noch eine weitere Stelle, die zeigt, wessen Geistes Kind der Autor ist:
„Zwar sind Lönnig und Scherer, Poppenbergs Kronzeugen des ID-Kreationismus, infolge einer kontinuierlichen Aufklärungsarbeit der Arbeitsgemeinschaft Evolutionsbiologie im Deutschen Biologenverband in den letzten Jahren nicht mehr in Kreationisten-Filmen aufgetreten. “
Hinter diesem harmlosen Satz verbirgt sich in Wahrheit eine unglaubliche Rufmordkampagne der Darwinistenlobby. Nachzulesen war dies auf den Seiten von Lönnig. Kritische Anmerkungen zum Darwinismus sind mittlerweile offensichtlich existenzbedrohend.

*** ) Mit den üblen Wucherungen meine ich den latenten Sozialdarwinismus der, mehr oder weniger, in allen politischen Richtungen der Neuzeit durchschimmert.

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3 Antworten to “Irgendwann wird’s krabbeln”

  1. rotegraefin Says:

    Donnerwetter! bin bass erstaunt.
    Sollten Sie doch davon überzeugt sein, dass der Mensch gezeugt und nicht geschaffen wurde? Welch ein Fortschritt!
    Dann erwarte ich von Ihnen noch den nächsten Schritt in der Entwicklung, dass Sie sich kein Bild machen sondern in jedem Menschen einschließlich sich selbst Gott bzw. Jesus Christus erkennen! Viel Spaß bei dieser Erkenntnis Reise. 😀

  2. Mcp Says:

    Sie haben den Text offenbar nicht gelesen.

  3. rotegraefin Says:

    😆

    Oder Sie haben nicht verstanden was Sie geschrieben haben. Jedenfalls ganz in meinem Sinne.
    Natürlich habe ich ihre Vertippser übersehen und will Sie auch gar nicht darauf festnageln. Spielen Sie lieber mit Ihren Kinder eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ 🙄

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