Die Todsünde des unehelichen Beischlafs

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Es liegt aber auf der Hand, daß zur Erziehung des Menschen nicht bloß die Sorge der Mutter erfordert wird, von der er genährt wird, sondern viel mehr noch die Sorge des Vaters, von dem er zu unterrichten und zu schützen und sowohl in den inneren wie auch den äußeren Gütern zu fördern ist. Es verstößt darum gegen die Natur des Menschen, daß er sich dem ungebundenen Beischlafe ergibt; vielmehr gehört sich, daß der Mann mit einer bestimmten Frau zusammenkommt, mit der er zusammen verbleibt, nicht für ein Weilchen Zeit, sondern lange, ja sogar für das ganze Leben. Daher rührt, daß naturhaft dem Männlichen in der menschlichen die Sorge um Gewißheit des Nachkommen [das er der seinige ist] innewohnt, weil ihm die Erziehung der Nachkommenschaft obliegt. Diese Gewißheit fiele aber weg, wenn der Beischlaf ungebunden wäre. – Nun heißt aber diese Beschränkung auf eine bestimmte Frau Ehe, und schon sagt man, es gebe sie vom naturhaften Rechte her.

Da nun also die Unzucht ungebundener Beischlaf ist, nämlich ein solcher außerhalb der Ehe, so geht er gegen das Gut der aufziehenden Nachkommenschaft. Somit ist er eine Todsünde.

Wer die Verführung durch das Fleisch erleidet, wird durch die Werke der Gottseeligkeit vom ewigen Verderben befreit, insofern er durch derartige Werke sich zurüstet, die Gnade zu erlangen, durch die Buße tut, und insoweit er durch solche Werke für den begangenen Fehltritt im Fleische genugtut.

Quelle: Thomas von Aquin; Summe der Theologie; Der Mensch und das Heil; 154. Untersuchung; Die Arten der Unkeuschheit; Zweiter Artikel; Ist einfache Unzucht Todsünde?

Der uneheliche Beischlaf wird zur sühnbaren Todsünde, weil er gegen das „Gut“ der Nachkommenschaft verstößt. Ein „Gut“, welches heute zwar noch scheinheilig deklamiert wird, aus dem aber keine konkreten Rechtsverhältnisse mehr entspringen. Rechte der Ungeborenen, und beim Heiligen Thomas noch nicht einmal Gezeugten, gibt es heute nicht mehr. Sie mussten den „Rechten“ des hedonistischen Individuum weichen, während die Kindesfürsorge sukzessive dem Staat anheimfällt, mit den bekannten Folgen der geistigen und moralischen Verwahrlosung des Nachwuchses.

Beim Vater tritt verschärfend hinzu, dass ihm das Recht auf die Gewissheit seiner Vaterschaft erschwert, respektive gleich ganz verwehrt wird. Das schwächt die moralische Verantwortung die auf dem Vater hinsichtlich seines biologischen Nachwuchses lastet erheblich ab und trägt zum politisch beförderten Zerfall der Familie bei.

Diese katastrophale Entwicklung hätte ich vormals allenfalls dem Kommunismus zugetraut.

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