Das Dilemma der Islamophoben

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So sammelt sich in Anti-Islam-Blogs im Internet und bei Demos wie in Köln ein seltsames Bündnis von libertären Atheisten, Homo-Aktivisten, Israel-Fans, West-Extremisten und herkömmlichen Nationalpopulisten im Angriff auf eine Religion, statt ehrlich zu sagen, worum es geht: den Stopp von Massenzuzug aus der Türkei und arabischen Staaten und die Rückführung nichtintegrierbarer Ausländer.
Quelle: Jungefreiheit; Eigenartige Querfronten

Ein Blick auf die „seltsame“ Koalition der Kölner Hedonisten lässt in mir Zweifel wachsen, ob „Pro Köln“ oder „Pro NRW“ solche Forderungen überhaupt zu erheben vermag, ohne das jenes fragile Bündnis augenblicklich implodierte. Schließlich wünscht ihr heimlicher „Spiritus Rector“ Henryk M. Broder ein Ende des „weißen Europas“ herbei: Europa wird anders werden. Die Israel-Fans als Fremdenfeinde?

Die inhaltliche wie personelle Leere des Anti-Islamisierungs-Kongresses vom Wochenende findet ihren Grund in der Buntheit der Truppe, die lediglich die Angst davor umtreibt, dass ihre westliche Lebensweise irgendwann einer demografischen Mehrheit islamischer Hedonistenfeinde zum Opfer fällt. Diese minimalistische Klammer reicht gerade für krawallige Islamkritik und den reichlich sinnlosen Widerstand gegen den Bau einer längst beschlossenen Moschee. Darüber hinaus geht deshalb nichts, weil die „Bewegung“ aus fragmentierten Grüppchen besteht, die höchst divergierende Vorstellungen darüber entwicklen, wie man mit den „Musels“ umzugehen hätte. Jeder konkrete Anregung birgt die Gefahr einer Sezession. Selbst die harmlosesten Integrationsvorschläge brächten jene in Range, die radikale Lösungen ins Auge fassen. Das ist das wahre Dilemma der Islamophoben.

Zum Ende sei noch angemerkt: Jede „Islamkritik“ kann nur theologisch motiviert sein, so wie sie Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede angedeutet hat. Das leisten die Kölner allenfalls oberflächlich, denn sie stören sich hauptsächlich an der Lebensweise, die aus einem frommen Leben folgt. Das aber ist keine Kritik an den theologischen Grundlagen des Islams, die durchaus führbar wäre, sondern eine Phobie, die sich äußerem Bild dieser Religion entzündet, das im scharfen Kontraste zum hedonistischen Weltbild des Westens steht. Wäre der Islam ähnlich verwestlicht, wie der größte Teil der europäischen Christenheit, gäbe es diese Bewegung nicht.

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2 Antworten to “Das Dilemma der Islamophoben”

  1. Bauer Gerhard Says:

    Meine Islamkritik ist nicht theologisch. Ich will die Lebensweise dieser Menschen in Deutschland nicht haben. Nichtdeutsche, dürfen nicht bestimmen, wie in Deutschland gelebt wird. In ihren Heimatländern, können sie machen was sie wollen, ist mir vollkommen egal.

  2. ragnaroek Says:

    Richtig, ich will sie auch nicht.
    In welcher Heimat lebe ich eigentlich, wenn ich in ihr nicht mitbestimmen kann, mit wem ich leben möchte?

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