Ist Stalin zu früh gestorben?

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Waren die Angebote zur Einheit Deutschlands mit der Stalin-Note von 1952 ernst gemeint? Viele westliche Chronisten bestreiten das

Die Vorschläge waren an die Alliierten, nicht an die Regierung in Bonn gerichtet. Und auch dort gingen seinerzeit keineswegs alle von einem Scheinmanöver aus. Die SPD zum Beispiel hat den Pariser Verträgen auch deshalb nicht zugestimmt, weil sie der Meinung war, man müsse ausloten, wie weit Stalin zu trauen sei. Es wäre damals eine Chance zur Einheit vorhanden gewesen. Stalin war bereit, die DDR aufzugeben.

Quelle: Freitag 25; In 14 Tagen werden Sie keine DDR mehr haben

„Lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb!“ Dieser Satz Adenauers beschäftigt die Historiker bis heute. Hat Adenauer 1952/53 den Gedanken der deutschen Einheit aus politischem Machtkalkül aufgegeben oder war das Angebot Stalin nur eine politische Finte?

Dieses etwas ältere Interview wirft ein recht aufschlussreiches Licht auf die damaligen Verhältnisse in der sowjetischen Zone und Russland.

Berija soll sich in einer Politbürositzung am 2. Juni 1953 für die deutsche Einheit eingesetzt haben. Wenn es stimmt, was Bentzien hier behauptet, dann war der Aufstand in der Ostzone eine vom NKWD vorbereitete Zuspitzung der Lage, um die Annahme der Stalin-Note durch den Westen voranzutreiben. Stalin starb am 15. März. Berija wurde am 26. Juni, nur neun Tage nach der Zonenrevolte, verhaftet und 23. Dezember erschossen. Sein Sohn behauptet allerdings das der NKWD-Chef bereits bei seiner Verhaftung, also am 26. Juni, erschossen wurde.

Interessante Sicht auf den 17. Juni. Wäre Stalin nicht 1953 gestorben, dann wäre Deutschland vielleicht tatsächlich schon wesentlich früher vereinigt und souverän geworden.

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3 Antworten to “Ist Stalin zu früh gestorben?”

  1. Bauer Gerhard Says:

    Deutschland war ein Spielball der beiden Großmächte. Von den USA war die BRD dazu auserkoren, ein Aufmarschgebiet gegen den Kommunismus zu werden. Deutschland wäre das Schlachtfeld dieser Auseinandersetzung gewesen. Eine Zerstörung Deutschlands wurde in Kauf genommen, auch von den eigenen Regierungen. Dazu auch das Buch „Die deutsche Karte“ von Komossa, ehemaliger Chef des MAD.

    Der Vorschlag Stalins, ein neutrales Deutschland zu schaffen, lief den Interessen des zur neuen Weltmacht erstarkten Amerikas zuwider.

    Es wäre heute noch vernünftig sich neutral zu verhalten. Das würde bedeuten, zu allererst raus aus der NATO.

  2. Don't care Says:

    Das sind alles sehr optimistische Spekulationen.
    Zum einen sind wir heute zwar vereinigt, aber souverän ? –
    Zum anderen ist stark zu bezweifeln, daß Deutschland von Stalins Gnaden wirklich unabhängig geworden wäre, betrachtet man die eiserne Knute, unter der der damalige Ostblock Jahrzehntelang gehalten wurde. Vereinigt wäre D womöglich worden, allerdings eher als deutsche Sowjetrepublik. Wäre ein formal unabhängiger Staat ausgerufen worden, hätte der NKWD/KGB wahrscheinlich durch unermüdliche Wühlarbeit einen kommunistischen Umsturz angestrebt. So oder so, wären sicherlich moskauhörige Marionetten an die Macht gekommen.
    Damals haben wir halt im Westen eine Washington-Marionettenriege und im Osten eine Moskau-Marionettenriege installiert bekommen. Der Westen hatte den Vorteil an lockereren Zügeln zu hängen als der Osten. Durch das kapitalistische System und der daraus resultierenden Prosperität, konnte das Volk leichter sediert und der Verlust riesiger Gebiete in Vergessenheit gedrängt werden.
    Der Osten hatte die schlechtere Karte gezogen. Er durfte den Sozialismus auskosten.

    Indessen, heute ist es schon viel zu spät, an veritable Souveränität zu denken. Dazu haben 60 Jahre Gehirnwäsche das deutsche Rückgrat zu einem Gummigebilde mutieren lassen. Zudem sind wir durch das Einströmen von orientalischem Prekariat so heteregonisiert, dass Deutschland als Nation bald nicht mehr existent sein wird.

    Für unseren lieben Nachbarn, allzuvorderst der Grande Nation und dem Perfiden Albion, ist doch unserer heutiger Status das seit Jahrunderten erstrebte Ziel. Ein souveränes und starkes Deutschland wäre das letzte, was sie dulden würden.

    • Mcp Says:

      Das ist aber sehr pessimistisch gedacht, fast könnte defätistisch sagen. Wobei der letzte Tatbestand eines Anklägers bedürfte, der weit und breit nicht zu sehen ist. Nachdem man sogar die Deserteure heiligt, müsste man konsequenterweise auch den Defätisten huldigen. Du bist also „Trendi“. Ein Zukunftsmodell.

      Reaktionäre wie ich müssen jetzt wohl zu unverbesserlichen Optimisten mutieren. Ein Horror, die moderne Welt. 🙂

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