Mythen, Legenden und Theorien

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Tolkien ist wieder in aller Munde. Grund ist die für „Experten“ überraschende Veröffentlichung der „Legende von Sigurd & Gudrun“ die in Stabreimen verfasst, sich eng an die Edda schmiegen soll.

Stefan Scheil stimmt auf der „Sezession“ ein Klagelied darüber an, das vom Versuch Tolkiens dem europäischen Gründungsmythos neues Leben einzuhauchen, nur ein intellektuell flachbrüstiges „Fantasy-Genre“ übrigblieb. Das liegt wohl daran, dass Tolkins Werke von vornherein als Fantasie konzipiert waren. Echte Mythen erheben Anspruch auf die historische Wahrheit. Alexander der Große beispielsweise glaubte an die Wahrheit der Geschichten, die Homer in der Odyssee und der Ilias besang.

Es gibt sehr gewagte Deutungen der Ringe-Saga, die den Versuch unternehmen, Tolkien Fantasien den Anspruch einer Metapher zu verleihen, die in die Realität hineinreicht. Eine dieser „Interpretationen“ vergleicht Saurons Auge mit dem allsehenden Symbol der Freimaurerei, womit wir im Reiche moderner Verschwörungstheorien angekommen wären.

Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Verschwörungstheorien die moderne Variante dessen sind, was die Vergangenheit unter einer Saga verstand. Einige dieser „Theorien“ sind intellektuell anspruchsvoller als die meisten Fantasy-Romane. 

Eine nette und sehr katholische Parodie auf den „Herren der Ringe“ ist hier zu sehen:

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