Das Kriegsgeschrei der Affenhorde

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Bei diesem Film werden sogar hart abgebrühte Kritiker sprachlos: Lars von Triers neues Werk „Antichrist“ hat die Premieren-Zuschauer beim Filmfestival in Cannes geschockt. Darin verliert ein Paar auf tragische Weise sein Baby und begibt sich in den Wald, wo es den eigenen Trieben freien Lauf lässt.

Der Wald ist deshalb auch der Ort, an dem sich Sexualität am stärksten entfalten kann, und von Trier verbindet diese Enthemmung mit der tiefliegenden männlichen Furcht vor der Kraft weiblicher Sexualität, eine Angst, die ihren extremsten Ausdruck in den Hexenverfolgungen fand.

Damit ist der Themenkreis geschlossen: die Natur, die Triebe befreit, die Frau, die ihnen freien Lauf lässt, und der Mann, der dies als „böse“ bezeichnet und unterdrückt. Es gibt auch noch das personifizierte Böse, den Teufel, dessen Pferdefuß nicht in den Schuh passt, den Gainsbourg ihm anzieht.
Quelle: WELT ONLINE; Neuer Lars von Trier: Ein Mann fürchtet „böse“ weibliche Sexualität

Der latente Vorwurf der Frauenfeindlichkeit schwang wohl mit, als der Film am Ende der Premiere heftig ausgebuht wurde. Es erinnert an das Kriegsgeschrei einer aufgebrachten Affenhorde.

Der Antichrist eine Frau! Ein emotionaler „Eklat“. Die unvermeidliche Entschuldigungsaufforderung der immer dreister moralisieren Journaille folgte sogleich auf dem Fuße.

Dabei beschreibt der Film wohl bloß ein uraltes Thema, welches gleichwohl dem feministischen Mainstream nicht gefällt und noch nie gefallen hat. Das dies Motiv ein katholischer Regisseur auf die Leinwand bringt, verwundert nicht. Wer sonst noch wäre dazu noch in der Lage?

Die erste Äußerung jeder erwachenden Zivilisation ist das bedecken der Scham. Die Zähmung der Triebe ist das Thema jeder Kultur und erst diese macht den Menschen von der bewusstlosen Kreatur unterscheidbar. Ritualisierte Geschlechtsbeziehungen legen dem Sexualtrieb genauso enge Fesseln an, wie die Tischsitten oder Teezeremonien der maßlosen Völlerei.

Diese „vom Volke“ als Fesseln empfundenen Kulte, Riten und Sitten verlieren in dem Maße an Bindekraft, in dem das Ankämpfen gegen den animalischen Naturzustand als sinnlos empfunden wird. „Emanzipationen“ kennzeichnen den unaufhaltsamen Alterungsprozess einer Kultur, die den Anspruch des Menschseins entleert und die nichts Sehnlicheres wünscht, als in die Bewusstlosigkeit des Naturzustandes zurückzusinken. Die weibliche Sinnlichkeit, der Rausch, die Lust, dienen der Sehnsucht als Metapher, die zum Beispiel darin gipfelt, dass die Homosexualität als Normalität deshalb behauptet wird, weil sie auch im Tierreich gang und gäbe sei. Der Behuf auf die animalischen Instinkte und die Schamlosigkeit ist Merkmal jeder expliziten Kulturverweigerung.

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6 Antworten to “Das Kriegsgeschrei der Affenhorde”

  1. rotegraefin Says:

    Upps Homosexualität wie die gesamte Sexualfeindlichkeit der Kirche hat sich die Kirche selber mit Paulus und Augustinus eingehandelt.
    Mir wurde noch beim Firmunterricht beigebracht: „Die Liebe zwischen Gott Vater und Gott Sohn ist so groß, dass daraus eine eigene Person wird.“
    Damals habe ich kein Wort davon verstanden und meine Mitschüler auch nicht.
    Wer diesem Satz einmal auf den Grund geht, dem fällt einfach auf, das hier eine völlige Idiotie behauptet wird. Die Gnade baut auf der Natur auf und nicht umgekehrt.
    Natürlich heißt es: Die Liebe zwischen Mann und Frau ist so groß, dass daraus eine eigene Person wird. PUNKT
    Erst die Besitzgier des Mannes und der Gebärneid hat den Mann zu solchen Gedankenkonstrukten veranlasst. In der Verfassung der Spartaner kann ja auch gut nachgelesen werden, dass die dazu diente um aus den Knaben bessere nützliche Idioten herauszubilden um zu töten.
    Anstatt also die Mordlust der Männer unter Scham zu stellen, wurde die Liebe und die Sexualität voneinander getrennt und das Gefühl für die reine Lust am Leben immer mehr getötet. Wer gelernt hat sich für das falsche zu schämen ist fast gezwungen zu töten.

  2. Vinneuil Says:

    Frau Gräfin Penisneid, wenn es Euch nicht gäbe, man müßte Euch erfinden…

  3. Vinneuil Says:

    (Manchmal habe ich ja echt den Verdacht, der Blogbetreiber selber schlüpft aus Propaganda- und Parodie-Gründen in die Gräfins-Maske, aber andererseits kann man sich sowas schwer ausdenken… oO)

  4. Don't care Says:

    Die Selbsttitulierung selbiger Mammsell ist an sich schon ein Grüff ins Klö. Wie wär’s zum Bleistift mit:

    Ma-rode Kräh-fin,
    Tote Gräbin,
    Rohe Kräft-in
    …….
    et cetera, nolens volens, ex cathedra, io ipso, sui generis, per se ad infinitum ed absurdum.

  5. rotegraefin Says:

    @ Vinneuil
    wurdest Du nicht von einer Frau geboren, und wie Moses aus dem Fruchtwasser gezogen?
    „Die Hand die die Wiege hält regiert die Welt“

    Kann es sein, dass die Hand nicht sehr liebevoll mit Dir umgegangen ist?
    Kann es sein, dass Dir beides gefehlt hat? Eine liebevolle Mutter wie ein gut sorgender Vater? Dann bist Du wirklich arm dran, wie Don’t care auch.
    Dann gilt es in die echte Nachfolge Christi einzutreten und Leiden zu zulassen.

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