Der Stasi willige Komplizen

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Der Fall des nun enttarnten SED-Spitzels Kurras wirft erneut die Frage auf, in welchen Ausmaß die Bundesrepublik von der Stasi und der SED unterwandert war oder vielleicht immer noch ist. Diese Frage wurde niemals systematisch untersucht. In trauter Eintracht lehnen alle westdeutschen Parteien bis heute Stasi Überprüfungen im Westen ab. Das spricht eher dafür, dass man hier Enthüllungen fürchtet, die das politische Selbstverständnis der Bonner Republik als Lebenslüge entlarven könnten.

Es wäre doch interessant, was sich zum Beispiel in der SPD an Agenten getummelt hat. Da sind bei Parteitagen ganze Anträge von der Stasi initiiert worden, etwa gegen die Nachrüstung. Oder die Rolle der Stasi bei der Ostpolitik. Durch sie bekam die DDR-Führung doch die ersehnte Anerkennung für ihre Diktatur. Da haben Agenten eine wichtige Rolle gespielt. Vielleicht ist die Zeit jetzt reif, diese Zusammenhänge genauer zu erforschen.

Quelle: ZEIT ONLINE; Tod von Benno Ohnesorg: „Die Stasi wollte die Proteste anheizen“

Kurras war kein Einzelfall sondern beschreibt die Spitze eines Eisbergers, der auch zwanzig Jahre nach der Einheit solange gefährlich bleibt, wie seine wahren Ausmaße unentdeckt bleiben. Die schleichende Ossifizierung der alten Bundesrepublik ist ein Indiz dafür, dass hier Seilschaften weiterwirken, die man im 1989 für besiegt hielt. Kurras war ein Überzeugungstäter, ein williger und zu allem entschlossener Komplize der Stasi. Er wird mit Sicherheit nicht der Einzige bleiben, der noch „zufällig“ enttarnt werden wird. Diese „Zufälligkeiten“ haben im Westen Tradition. Der hat sich 1945 seiner Vergangenheit nicht gestellt, er hat es 1989 erneut versäumt.

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2 Antworten to “Der Stasi willige Komplizen”

  1. Don't care Says:

    Das Ausmass der Unterwanderung hatte seinerzeit schon G. Guillaume (Brandt-Referent) in siegesgewisser, hochmütiger, spöttischer Verachtung für den Westen angedeutet, als er aufgeflogen war. Da sich die heutigen Mainstreammedien-Leitwölfe fast ausschliesslich aus Alt-68-ern rekrutieren, werden diese sich schwer hüten, in so ein Wespennest zu stochern, haben sie doch über Jahrzehnte den Mythos aufgebaut, eine Truppe von (einsamen) heroischen Kämpfern gegen einen repressiven, faschistoiden, revanchistischen und militaristischen Staat gewesen zu sein. Zu nützlichen Idioten und Manövriermasse östlicher Interessen degradiert zu werden, werden sie nicht zulassen. Symptomatisch dafür war schon immer die Gehässigkeit, mit der sie auf jedweden Verdacht in diese Richtung reagierten.
    Für Aussenstehende erhebt sich die Frage, welche Figuren die widerwärtigeren waren: Die, die aktiv Stasi-Desinformation betrieben, oder die, die ihnen willig folgten.
    Sollte aber wirklich aus irgendeiner Ecke noch mal eine Initiative zur Nachforschung angetriggert werden, so wäre Oberschleimspurzieher Lafo sicherlich die erste Adresse. Denn besonders perfide ist es, dass die linken Oberfuzzis eine Überprüfung mit dem Denunziantentum- Argument verweigern, während sie bei ihrem verlogenen „Kampf gegen Rechts“ massivste Hetze und Aufrufe zur Denunziation in Reinkultur betreiben.

    • Mcp Says:

      Off topic: Deine Kommentare landen neuerdings, aus mir unerfindlichen Gründen, im Spamordner. Ich muss sie per Hand freigeben. Das ist lästig und kann etwas etwas dauern.

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