Kinder lebendig begraben

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Ein Video sorgt zurzeit für weltweites Aufsehen. Es zeigt, wie Eingeborene Kinder lebendig begraben. Rituelle Kindestötungen oder Aussetzungen, so erfahren wir, seinen im Amazonasgebiet nicht ungewöhnlich, aber selten. Ein Problem also.

Das vollständige Video kann man sich auf der Internetseite von Hakani anschauen oder herunterladen, obwohl zartbesaitete europäische Gemüter gewarnt seinen: Hier wird die Härte des naturverbundenen Lebens in Gänze gezeigt und nichts verschwiegen: HAKANI.

Dass man den christlichen Organisationen wie HAKANI, die solche Bräuche bekämpfen, das Schüren rassistischer Vorurteile vorwirft, zeigt höchstens, wie beliebig solche „Vorwürfe“ mittlerweile geworden sind. Hier geht es mitnichten um die Bestätigung rassischer Vorurteile sondern die Beseitigung archaischer Bräuche. Das Christentum hat über die Jahrtausende hinweg weltweit gegen solche Rituale gekämpft. Das hat nichts mit der „Einführung westlicher Kultur“, der „Bewahrung von Traditionen“ oder „christlicher Mission“ zu tun sondern ist eine Frage der Menschlichkeit, die gerade jene nicht mit Füßen treten sollten, welche die Universalität der Menschenrechte sonst so gerne lauthals in die Welt posaunen. Es gibt sicherlich Wege, solche Missbräuche zu bekämpfen, ohne die Kultur der Eingeborenen zu zerstören.

Weiterführende Links:
[1] Imabe: Geschichtlicher Überblick über Infantizid und den Umgang mit schwerst geschädigten Neugeborenen
[2] SWR2: Edgar Rodrigues, Engagierter Amazonasindianer mit Staatsposten

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10 Antworten to “Kinder lebendig begraben”

  1. Vinneuil Says:

    Noch mehr „lebendig begrabene“ Kinder:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30378/1.html

    • Mcp Says:

      Das ist wie mit den Juden. Immer wenn einer von ihnen betrügt, genügt der Hinweis, dass er ein Jude war. Bei anderen Betrügern wird die Konfession nie erwähnt. Wenn Atheisten Kinder ficken, findet dieser Umstand auch nie eine extra Erwähnung. Nur bei Katholiken fühlt man sich bemüssigt die Religion extra zu erwähnen.

      Ich glaube nicht, dass es in staatlichen Kinderheimen anders zuging. Nur gibt es dazu eben keine Untersuchungen. Aber Hinweise. Bei der Euthanasie beispielsweise.

      Ich behaupte sogar, dass es prozentual mehr unkatholische Kinderficker gibt und das dies eigentlich mit dem Glauben oder dem Zölibat nichts zu tun hat. Ich glaube nicht einmal, dass unter dem Personal katholischer Jungeninternate, um die es hier geht, Zölibatäre eine Mehrheit sind. Jedenfalls widerspricht dies meinen Erfahrungen.

      Katholiken sind genau sowenig bessere Menschen, wie es Juden, Atheisten, Sozialisten oder Kommunisten zu sein pflegen.

      Menschen sind genau deshalb fehlbar, weil sie Menschen sind. Genau das ist das katholische Menschenbild. Die moralische Unfehlbarkeit, mit der Du offenbar schwanger gehst, ist ein Merkmal des Übermenschen. Nur ist der, mit einiger Sicherheit kein Moralist. Wir sind alle Sünder vor dem Herrn. Genau das macht einen Teil meines Glaubens aus. Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Ich hoffe nicht, dass Du meinen Blog-Beitrag so verstanden hast. Der ist gerade nicht moralisierend.

  2. Martin Böcker Says:

    Also… meine erste Reaktion bei solchen Horrorgeschichten ist immer erst mal ein gewisser Zweifel. Aus den Videos, die ich bis jetzt zu diesem Thema gesehen habe, kann mit anderem Text und anderer Musik auch alle möglichen anderen Themen behandeln.

  3. Don't care Says:

    Mir erschliesst sich der Nährwert dieses Beitrags nicht. Ist er nur deskriptiv, oder intentional ?. Soll er irgendeine Art Empörung generieren, kanalisieren, intensivieren? – Und wenn ja, wogegen ?- Gegen die berichteten „Praktiken“, oder voyeuristischen Medien, Verfälschung und Manipulation, Altklugkeit, Heuchelei, Messen mit zweierlei Mass ?
    Selten einen Beitrag hier gefunden, der zwar auf den ersten Blick reisserisch klingt, aber nullbohnenmässig interessiert.
    Selbst der primäre Gruselschauer, den der Titel einem einzujagen verspricht, weicht alsbald einem: „was kümmert das die deutsche Eiche“

    • Mcp Says:

      Das sich der Hintersinn des Beitrages auf den ersten Blick nicht erschließt, ist erfreulich. Nichts wäre mir peinlicher als der Eindruck, dass ich Moralin verspritze. Ich habe nicht ohne Grund zwei weiterführende Beispiele unterlegt, die sich mit dem Infantizid im Besonderen und im Allgemeinen befassen. Es ist ein historisches Problem, dessen Thema mit den archaischen Ritualen beginnt und das bei der „modernen“ Abtreibung endet. Diese Probleme sind verwandt und es ist nicht erstaunlich, dass es vor allem Abtreibungsbefürworter sind, die um Verständnis für die archaischen Praktiken der Indianer werben.

      Ich stehe jedem Moralismus kritisch gegenüber und doch schreit jede Faser meines moralischen Wesens bei der Vorstellung auf, dass heute, vielleicht sogar in diesem Augenblick, ein Kind bei lebendigen Leibe begraben wird. Für die Historie mag man theoretisierende Rechtfertigungen finden, aber es ist eben doch etwas anderes, wenn solcherlei Praktiken in meiner Gegenwart geschehen. Kein Christ, der ernsthaft um sein Heil fürchtet, kann hier gleichgültig bleiben. Denn diese Gleichgültigkeit kann er vor Gottes Richterthron unmöglich rechtfertigen.

      Die christliche Ethik kennt kein „überflüssiges“, „unwertes“ oder „überzähliges“ Leben. Man mag jetzt mit einzelnen Beispielen aufwarten, wo Christen gegen solche Gebote verstießen. Tatsache bleibt aber, dass überall wo das Christentum in Erscheinung trat und tritt auch der Kampf gegen solche Gebräuche und Riten geführt wurde. Das Christenheit hat die Gladiatorenspiele in Rom, die Menschenopfer in Südamerika, den Kannibalismus in Afrika genauso wie den barbarischen Sati-Brauch in Indien bekämpft. Christen bildeten die Speerspitze welche die Sklaverei aufspießte und Christen werden in Indien heute deshalb verfolgt, weil sie Kastengesellschaft rigoros in Frage stellen. Die „Unberührbaren“ dort sehen in Jesus ganz unmittelbar ihren tatsächlichen Erlöser.

      Keine andere Religion kann eine ähnliche ethische Geschichte ihr eigen nennen, keine andere Religion wurde ähnlich lange und ähnlich grausam verfolgt wie das Christentum. An der christlichen Ethik kommt niemand vorbei, selbst die nicht, die sich als Christen gegen dieselbe versündigten. Hier geht es nicht um den Einzelfall, sondern die Tendenz und die weist, trotz aller Anfeindungen und Irrtümer weit über die Moderne hinaus. Die christliche Ethik ist unempfindlich gegen die Irrungen des Zeitgeistes und die Wirren der Geschichte. Ihre Grundsätze sind so wahr, wie es der Satz des Pythagoras für immer ist.

      Man mag für den archaischen Brauch der Indianer Verständnis aufbringen, die Tatsache seiner Entdeckung aber ändert alles. Es wäre für die superreiche Gesellschaft ein Klacks sich dieser Kinder anzunehmen, statt ihrer Ermordung tatenlos hinzunehmen. Man müsste nicht einmal ein Verbot erlassen oder sonst wie in diese Gesellschaften eingreifen. Ich kann die Gleichgültigkeit weder hinnehmen, noch verstehen. Ganz rational und ohne jede Emotion: wer hier tatlos zusieht, hat jedes Recht verwirkt moralisierend den Zeigefinger in andere Richtungen zu erheben.

      Ein Nachsatz noch. Blanke Not und Überlebenswillen dort bilden eine eigenartige Allianz mit einer Gesellschaft, die Ungeborene nur deshalb tötet, weil sie der sexuellen Selbstbefriedigung im Wege stehen.

      Das ist der Unterschied zwischen Totschlag und Mord. Um der niederen Beweggründe willen.

  4. Elsa Says:

    Volle Zustimmung zu deinem Kommentar von 8.08 Uhr.

  5. Vinneuil Says:

    Nun, MCP und Elsa, ich glaube, daß ihr da vor der Wirklichkeit, die euren katholischen Seelen schmerzt, die Augen verschließt. Im dem irischen Fall, den ich da gepostet habe, kann es keinen Zweifel geben, daß es sich um ein institutionelles Problem handelt, und nicht bloß um ein paar verstreute Sünder und Ausrutscher. Die Dokumentation, die man anklicken kann, belegt das ziemlich deutlich. Lest euch das doch nochmal durch, das kann man alles einfach nicht beschönigen. Ich schließe mich nicht unbedingt der Polemik des heise-Autors bezüglich des Zölibats an, aber mir fällt in so einem Fall auch nichts mehr ein, was man zur Verteidigung dieser Zustände oder der offenbar auch schon in Verfaulung begriffenen römischen Kirche (und zwar sowohl in ihren „progressiven“ als auch „rückständigen“ Teilen) sagen könnte.

    • Mcp Says:

      Möglicherweise hast Du recht. Mich erschüttert es jedes Mal, wenn ich so etwas zu lesen bekomme und ich gefalle mir in der Rolle, die mir durch Diktion solcher Veröffentlichungen, z. B. auf tp, aufgezwängt wird, selber nicht.

      Mich stört nicht die Aufdeckung oder die Verurteilung solcher Missbräuche. Ich reibe mich am antikatholischen Duktus der Kommentare. Würden Missbräuche dieser Art nur bei Katholiken vorkommen, wäre das ein Beweis für die behaupteten Zusammenhänge. Genau das aber ist nicht der Fall.

      Das Pädophile von Einrichtungen angezogen werden, in denen sich Kinder massieren, ist eine Banalität. Seit dem frühen Mittelalter war es die katholische Kirche, die sich der „überzähligen“ Kinder angenommen hat. Sie hat das im Übrigen deshalb getan, um die zu römischen Zeiten üblichen Kindstötungen und Kindesaussetzungen zu unterbinden. Solche Praktiken hat es auch hierzulande gegeben, bis in die Neuzeit hinein. In Grimms Märchen wimmelt es von im Walde ausgesetzten Kindern. Viele mittelalterliche Klostervorschriften beschäftigten sich mit der Aufnahme von Kindern, die ihre Eltern bei der Kirche deshalb ablieferten, weil sie nicht wussten, wie man sie ernähren sollte. Die Kirche war verpflichtet, sich solcher Fälle anzunehmen. Daraus entstanden Kinderheime. Das erklärt das „institutionelle Problem“. Ich warne davor daran zu glauben, dass man solche Probleme mit „Strukturreformen“ lösen kann. Kindesmissbrauch ist ein antropologisches und kein institutionelles Phänomen. Man kann es über alle Kulturen und Zeiträume hinweg beobachten.

      Staatliche Fürsorge, so wie sie heute üblich ist, war bis Bismark nicht nur undenkbar, sie gab es schlicht nicht. Wenn es also in der Vergangenheit zu solchen Missbräuchen kam, dann natürlich dort, wo es wehrlose Kinder gab: in katholischen Kinderheimen deshalb, weil es sonst keine vergleichbaren Einrichtungen gab. Das soll nichts entschuldigen, nur hat das eben nichts mit der Religion oder dem Zölibat zu tun.

      Im Übrigen ist es auch eine Frage des Zeitgeistes. Noch bis weit nach 1945 waren Prügelstrafen für Kinder nichts Außergewöhnliches und die Erziehungsmethoden im Allgemeinen recht rüde. Zumindest aus heutiger Sicht. Das, was wir heute als Pädophilie bezeichnen, ist einem ebensolchen historischen Wandlungsprozess unterworfen. Ich halte wenig davon, die Geschichte unter den moralischen Wertmaßstäben zu betrachten, die wir heute anlegen.

    • Mcp Says:

      Ok, ich habe mich jetzt etwas tiefer in die irische Problematik eingelesen und muss wohl einiges relativieren.

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