Alle Kultur ist männlich

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Peter Sloterdijk bezeichnete den Bremer Professor Gunnar Heinsohn einmal als „höchst anregenden Gelehrten, der die engeren Fachdisziplinen immer wieder zu wissenschaftlichem Nutzen überschreitet“. Und damit hat er wohl recht. Wer sich vergegenwärtigen möchte, was das in der Praxis bedeutet, sollte Heinsohns Doktorarbeit aus 1983 lesen – er wird zweifellos auf seine Kosten kommen, Satisfaction guaranteed! – Inhaltlich von schier unglaublicher Breite wie auch Tiefe, liest sich das Opus mit dem zugegeben sperrigen Titel „Privates Grundeigentum, Patriarchalische Monogamie und Geldwirtschaftliche Produktion – Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike“ spannend; sogar sehr spannend für ein Traktat zu diesem Thema, und ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass ich mich bei der Lektüre von Dan Browns „The Da Vinci Code“ kaum besser unterhalten habe. Im großen Unterschied zu letzterem handelt es sich bei Heinsohns Dissertation aber nicht um reine Fiktion, sondern die tatsächliche Antike – aus seiner ganz persönlichen Sicht. Und die ist – wie könnte es anders sein – auch schon anno 1983 alles andere als Mainstream

Quelle: F.A.Z.-Community

Zwar traue ich keinem, der sich beim Lesen von Browns „The Da Vinci Code“ unterhalten hat, dazu ist das Buch viel zu schlecht und Umberto Eco diesbezüglich um Längen besser, aber dieser Beitrag gefällt, trotz der mäßigen Überschrift, die schlimmsten Feminismus vermuten lässt.

Es geht um die Doktorarbeit von Gunnar Heinsohn, der in der Vergangenheit bereits mit kontrovers diskutierten Thesen zur Bevölkerungspolitik hervorgetreten ist. Die Dissertation beschäftigt sich mit der Herausbildung des Patriarchats, dem Geld, dem Zins und dem Eigentum. Diesmal ist nicht der Jude schuld, sondern der Mann an sich. Das zumindest, ist ein kleiner Fortschritt.

Man wird die Doktorarbeit lesen müssen, schon deshalb weil Heihnsohn, ob bewusst oder unbewusst, eine alte These wiederbelebt, die in vorfeministischen Zeiten stiller Konsens unter den Anthropologen war: Alle Kultur ist männlich.

Im Matriarchat wäre der Mensch nie über die Steinzeitkultur hinausgelangt. Die Behauptung klingt nur machohaft, denn sie ruht auf gewichtigen Gründen. Ich könnte nicht nur seitenweise Evola zitieren, sondern auch auf die Werke deutscher Anthropologen der Vorkriegszeit zurückgreifen. Ich lasse es besser bleiben.

Es muss, abseits ideologischer Verwirrungen, allerdings gewichtige Gründe dafür geben, warum sich das Patriarchat über alle Kulturen hinweg durchgesetzt hat, die außerhalb der Gewalterklärung liegen. Keine gängige profeministische „Unterdrückungstheorie“ erklärt das Entstehen der Kultur.

Heinsohns Dissertation könnte einen modernen Ansatz dafür liefern, warum der Mensch und nicht die Bonobos von den Bäumen gestiegen sind.

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Eine Antwort to “Alle Kultur ist männlich”

  1. Don't care Says:

    Es ist nur noch ermüdend, nix weiter, wie sich die institutionalisierte Simultan-Störung Minderwertigkeitskomplex-Grössenwahn, auch allgemein als Feminismus bekannt, bis in die letzten Winkel menschlichen Geistesschaffens hineindrängt. Dort usurpiert sie dummdreist fast alle vorgefundenen Erkenntnisse und verdreht sie obendrein zynisch mit ihrem Paradigma des ewigen Opfer- und Unterdrücktendaseins.
    Mindestens Stärke 12 auf der nach oben offenen Kicher-Skala sind neuere Auslassungen von Teilen unserer bekannten VolkserzieherInnen, die Kultur als genuin weibliches Phänomen verklären wollen. Vielleicht ist es ein maliziöser Treppenwitz der Geschichte, dass die höchste Blüte der Kultur, wie sie im westlichen Abendland entstand, nunmehr in eine „Welkphase“ eingetreten ist, deren eine Begleiterscheinung ein kranker „Ismus“ ist, der den eigenen Lebensweg dieser Kultur im Sinne eines bornierten Dogmatismus zurechtlügen will.

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