Universal-Darwinismus

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Aktuelle Fragestellungen der Philosophie der Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich u.a. mit wirtschaftsethischen und sozioökonomischen Fragen. Zu einer Zeit der Finanzkrise gewinnen diese Themen an besonderer Brisanz. Die heutige Veranstaltung der Ringvorlesung: Prof. Peter Kappelhoff, Bergische Universität Wuppertal, Evolutionäre Ökonomik aus Sicht des universellen Darwinismus

Quelle: Leibniz Universität Hannover – Evolutionäre Ökonomik aus Sicht des universellen Darwinismus

Was man aus dieser Ankündigung lernen kann, ist die Tatsache, dass der faschistoide Sozialdarwinismus keines tot und begraben ist, sondern dass er unter neuen Namen fröhliche Urständ feiert: ein „Universal-Darwinismus“, der über die Hintertür der Wirtschaft wieder die Sozialpolitik kontaminiert, dessen ausdrückliche Ächtung außerhalb der Evolutionsbiologie nach 1945 einmal politischer Konsens in der Wissenschaft war.

Naturalistische Anschauungen und Konzepte waren und sind die Auslöser der größten gesellschaftlichen Katastrophen der Neuzeit.

Der Mensch ist, wenn man den Evolutionsbiologen glauben will, auch deshalb von den Bäumen gestiegen, weil er sich von der Natur emanzipieren wollte. Genau deshalb hat er zwischen sich und die erbarmungslose Umwelt die Kultur geschoben. Es wäre ein Treppenwitz der Weltgeschichte, wenn er, auf dem Höhepunkte eben dieser Kultur, sich wieder jenen Prinzipien ausliefern sollte, denen er gerade noch entkommen wollte.

Er gäbe nichts Dümmeres, als unsere Kultur unter dem Gesichtswinkel eines „Universal-Darwinismus“ zu betrachten oder sie einer Kritik man unterziehen, ist doch gerade umgekehrt die menschliche Kultur die zu Stein und Musik gewordene Kritik darwinistischer Prinzipien. Der Glaube an Gott, inerter Ursprung jeder Kultur, ist die Rebellion des Menschen gegen das walten und wüten sinnloser Naturgewalten. Erklärt man diese Revolte für sinnlos, dann hätten wir auf den Bäumen hocken bleiben sollen.

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Eine Antwort to “Universal-Darwinismus”

  1. Bauer Gerhard Says:

    Allzuviele sind geistig auf den Bäumen geblieben.

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