Islamismus auf dem Vormarsch

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Der konservative Islam ist auf dem Vormarsch. Deutschland bekommt ein Problem mit jungen muslimischen Männern, die aggressiv gegen die Gesellschaft eingestellt sind. Zu diesem Schluss kam der Politikwissenschaftler Hubert Kleinert während eines Podiumsgespräches im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu den zentralen Themen der Zukunftskommission in Dortmund.

Der Politologe warnte vor der Gefahr, dass junge, männliche Muslime durch Frust etwa über geringe Aufstiegschancen die „Identitätskrücke” eines konservativ ausgelegten Islams entwickeln und sich „aggressiv gegen diese Gesellschaft” verhalten könnten: „Das ist unser größtes Problem mit den Jungen”, so Kleinert, obwohl sie „durchaus von der westlichen Konsumgesellschaft geprägt” seien.

Quelle: DerWesten; Junge Muslime werden immer konservativer

Wenn solche banalen Wahrheiten erst jetzt wahrgenommen werden, müssen die Elfenbeintürme der Wissenschaft schon in recht luftige Höhen gewachsen sein.

Es gibt keinen „konservativen Islam“ sondern eine radikale Strömung in dieser Religion: den Islamismus. Und der ist nicht erst seit dem 9. 11. dafür bekannt, dass er auch vor Mord und Terror nicht zurückschreckt. Alle anderen Aussagen sind Blendgranaten, die unterstellen, es gäbe irgendwo einen progressiven, gar fortschrittlichen Islam.

Buchempfehlung: Ernst Nolte; Die dritte radikale Widerstandsbewegung: Der Islamismus

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6 Antworten to “Islamismus auf dem Vormarsch”

  1. Arminius Says:

    Henryk M. Broder hat dazu einst bei Maybrit Illner einen schönen Satz gesagt:

    „Der Islam bietet vielen Leuten die Möglichkeit, ihre Looserexistenz mit einem ideologischen Mantel zu verdecken. Man kann Looser sein, sich aber in einer großen Gemeinschaft unter vielen anderen Loosern aufgehoben fühlen.“

  2. lowestfrequency Says:

    Es gibt ja auch einen fortschrittlichen und progressiven Islam… Das ist beieibe keine Blendgranate… Was sollte es denn in deinem Bild noch geben, wenn es Islamismus gibt, aber weder konservativen, noch progressiven Islam?

    • Mcp Says:

      Hilf mir auf die Sprünge: Es gibt islamische Strömungen, die die Religionsfreiheit bedingungslos akzeptieren? Der auf Kleidervorschriften verzichten? Die die Scharia für mittelalterliche Rechtsprechung halten? Die die Trennung von Staat und Kirche akzeptieren und auf politische Einflussnahme verzichten. Die die Freitagsgebete auf Gott ausrichten und nicht auf aktuelle Politik? Die keinen Gottesstaat anstreben oder die Ummah?

  3. lowestfrequency Says:

    Ja… gibt es… Man sieht sie nur nicht so sehr, weil sie nicht dem Stereotyp des fiesen Muselmanen entsprechen, das unter dem Deckmäntelchen des kritisch toleranten Mittelstandsbürgers verbreitet wird…

    Beantworte mir doch meine Frage, welchen Islam es noch geben soll, wenn es keinen konservativen Islam gibt (den gibt es auch, das mag beispielsweise der sein, der recht Streng auf Kleider- oder Speisevorschriften achtet (erstere auch nicht nur auf Frauen bezogen), eine eindeutige Definition kann natürlich nicht geleistet werden), und auch keinen progressiven. Wenn du nur den Islam siehst, den du in deinem letzten Kommentar beschrieben hast, kann ich dich nur bitten, mal die Dachlatte vor deinem Auge zu entfernen.

    • Mcp Says:

      Ich habe Ihre Frage beantwortet. Sie haben die Antwort nur nicht verstanden. Das mag an ihrer Dachlatte liegen. Ich will mich also noch einmal bemühen.

      Nicht der Umstand, welche Kleidervorschriften existieren, sondern das sie überhaupt existieren, macht den Islam in einer „offenen Gesellschaft“ problematisch. Es gibt keine Koranauslegung ohne solche Vorschriften. Wenn Sie das Kopftuch für progressiv halten und Burka für konservativ, dann sind Sie nichts anderes als ein mittelalterlicher Reaktionär. In Deutschland jedenfalls ist es Sitte, dass über die Kleiderordnung die Individuen selbst entscheiden. Man mag dies Bedauern wie ich, aber es ist nun einmal so. Daran hat sich jeder zu halten.

      Man kann die Scharia natürlich auch liberal auslegen und nicht für jeden Ehebruch die Steinigung anordnen. Aber wenn Sie das eine konservativ und das andere progressiv nennen, dann ist ihr „Wertesystem“ gründlich aus dem europäischen Ruder gelaufen.

      Die anderen, von mir als Fragen formulierten Punkte, spare ich mir, in der Hoffnung, dass Sie die Logik meiner Antwort nun begreifen. Der springende Punkt des Islam ist, dass er im Unterschied zu allen anderen Religionen, konkrete Vorschriften des tagtäglichen Lebens zum inerten Glaubensbekenntnis macht. Genau dies macht ihn inkompatibel zur westlichen Kultur und zum Christentum.

      Wieweit der Islam und die islamische Welt hinter der europäischen „Moderne“ zurück sind, können Sie am besten bei einem waschechten Moslem nachlesen: Kritik der arabischen Vernunft.

      So, nun da ich Ihre Frage so erschöpfend beantwortet habe, so zeigen sie mir bitte, wo genau ich Ihren „modernen Islam“ als Religion finde. Bin sehr gespannt. Ein paar Links würden mir schon genügen.

      Ansonsten empfehle ich die Entfernung der eigenen Dachlatten, wie auch die kritische Überprüfung vorgefertigter Stereotype.

      Gottes Segen über Sie
      Mcp

  4. lowestfrequency Says:

    Das Problem, das Sie mit dem Islam haben, offenbart sich in ihrer Haltung, Moslems bzw. den Islam nur in seiner konservativen Ausrichtung zu sehen. Wie sollten Sie auch progressive Moslems erkennen, wenn die Frauen kein Kopftuch tragen und die Männer auch keine traditionelle Kopfbedeckung? Dennoch gibt es diese, und es gibt Studien über das Auftreten von derlei Charakteristika des konservativen Islams.

    Modernen Islam finden Sie teilweise schon in den ersten Jahren des Bestehens, in denen arabische (muslimische) Fürsten in ihren Herrschaftsgebieten Religionsfreiheit garantierten, was nicht allzu gebräuchlich war, um 600 bis 700 nach Christus. Auch heute gibt es genügend Beispiele, schon auf lokaler Ebene, seien es junge Muslime in Berlin, die in ihrem Viertel eine Plakataktion mit dem Slogan „Ehre ist, die Freiheit meiner Schwester zu verteidigen“ starteten, die in ihrem muslimischen Glauben keinen Gegensatz zu freiheitlichen Werten und geschlechtliche Gleichberechtigung sehen. Sie sind hingegen gefangen in der medialen Berichterstattung, die die menschenverachtenden Auswüchse einer ultrakonservativen Gruppe von Gläubigen anprangert (und das in der Sache zurecht), jedoch dadurch ein deutliches Ungleichgewicht im öffentlichen bewusstsein entsteht.

    Ich empfehle vorerst die Seite politblogger.net, auf der kürzlich eine Studie zum Gebrauch des Kopftuches zitiert wurde. Dort sehen Sie empirisch, wie Sie es in aufklärerischer Manier mögen, belegt, dass das, was Sie vom Islam wahrnehmen nur ein Teil ist, nicht vernachlässigbar, jedoch bei Weitem auch nicht für allgemeingültig zu erachten. Es gibt hier so viel Islam, der sehr gut mit den hiesigen Werten auskommt – leider können Sie aber anscheinend das nicht akzeptieren. Nur weil Fundamentalisten diese „Moderaten“ nicht als Gläubige ansehen, könnten Sie sich davon abheben, indem Sie aufhören, allen fortschrittlichen Muslimen ihre Religion schlechtzureden, sondern Sie im Gegenteil darin bestärken, die Religion zu modernisieren, wie jede Religion mit der Zeit Veränderungen durchlaufen muss. So wie Sie sich jedoch verhalten, entspricht das nicht der Kantschen Tradition…

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