Kritik der arabischen Vernunft

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Als Vorgriff auf die deutsche Veröffentlichung von Al Jabris „Kritik der arabischen Vernunft“ im Berliner Perlen-Verlag erschien kürzlich ein Band mit zwei Essays aus der Feder des Autors. Die Kritik des arabischen Denkens ist natürlich auch eine Kritik am arabischen Islam, da die Wissenschaft an der Idee der Einheit mit der Religion (tauhid) festhalte. So fordert Al Jabris die Aufgabe dieses Gedankens, damit die Überwindung tradierter Denkweisen möglich werde. Interessant dabei die Feststellung das in der arabischen Wissenschaft ausschließlich deduktiv gedacht würde. Man müsse den Widerspruch als Quelle des Fortschnitts zulassen und widerstreitende Theorien akzeptieren.

Die Thesen erinnern stark an Kants Kritik der Scholastik, in der ähnliche Denkweisen vorherrschten. Auch dort war die Deduktion die einzig zulässige Beweismethode, Induktion und Empire verpönt und die Wissenschaft lediglich die „Magd der Theologie“. Die europäische Welt hat die Aufklärung hinter sich. Die Arabische hinkt mehr als zweihundert Jahre hinterher. Allerdings scheint die „Kritik der arabischen Vernunft“ in der arabischen Welt nicht die gleiche Durchschlagskraft zu entwickeln, die Kant mit der „Kritik der reinen Vernunft“ in Europa erzielte.

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Mohammed Abed Al-Jabri, Kritik der arabischen Vernunft. Die Einführung

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