Der Antimensch

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Die französische Philosophie der 68er Jahre hat sich eindeutig auf die Seite des Antihumanismus gestellt.

Angefangen bei Foucaults Verkündung vom »Tod des Menschen«, die Die Ordnung der Dinge beschließt, bis hin zu Lacans Behauptung des radikal antihumanistischen Charakters der Psychoanalyse »nach der Freudschen Entdeckung«, daß »sich das wahre Zentrum des Menschen von nun an nicht mehr an derselben Stelle befindet, welche ihm die ganze humanistische Tradition zugewiesen hatte« – überall bestätigt sich dieselbe Überzeugung: die Autonomie des Subjekts ist eine Illusion. Deshalb wäre es, wie Jean-François Lyotard auch heute noch betont, die Aufgabe des zeitgenössischen Denkens, »sich ohne Zugeständnisse an den Zeitgeist über die Grenzen der Anthropologie und des Humanismus hinauszuwagen«.

Quelle: „Antihumanistisches Denken“ von Luc Ferry und Alain Renaut; Der Antihumanismus des 68er-Denkens; ISBN 3-446-14676-8

Es gibt den Antichristen und es gibt den Antimenschen. Letzterer ist kein eigenbrötlerischer Misanthrop sondern ein guillotinierender Jakobiner. Er hasst und verachtet den Menschen nicht bloß, er will ihn vernichten. Umerziehung, Pille, Abtreibung, Guillotine oder Gaskammer sind Varianten seiner Geduld. Das steht so nicht in diesem Buch.

Urlaubszeit in den Bücherbergen, die zu erklimmen man sich vorgenommen hat. So Weib und Kind wollen. Gott sei Dank bin ich auch im Urlaub ein Vierstundenschläfer.

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6 Antworten to “Der Antimensch”

  1. Don't care Says:

    Eingige Exponenten dieses Typs geniessen bei dem vom Rattenfängertum (meist linker Couleur) chloroformierten Pöfel beinahe gottgleiche Verehrung, wie Lenin, Ho, Mao, Che, um nur die bekanntesten zu nennen. Insbesondere der Schlächter Che ist zu einer veritablen Ikone westlicher, verblödeter Jung-Dummies avanciert.

  2. Germanist Says:

    Bezugnehmend auf den letzten Satz: Erfüllz nicht die Klimareligion diesen Anspruch? M. E wagt sie sich doch sehr klar über die Grenzen des Humanismus hinaus!

  3. Schurzbeiseite Says:

    Neben Antichristen und Antimenschen kennen wir doch alle Antilopen und Antiquitäten. Was steht von diesen im Buch von Luc Ferry ? 🙂

    • Mcp Says:

      Sowohl Antilopen, wie auch Antiquitäten kommen vor.

      Als Antilopen wurden in der Antike Tiere bezeichnet, denen man sagenhafte Eigenschaften zuschrieb. Diese Wesen, so ging die Legende, entkamen jedem Jäger. Fabelhafte Eigenschaften hat auch jenes „menschliche Fantasieprodukt“, das dem „aufgeklärten Humanismus“ in all seinen Varianten heute vorschwebt. Mal ist er der „Übermensch“, mal der „Neue Mensch“, mal der „Aufgeklärte“ oder der „gegenderde“ Mensch. All diese „humanistischen Fabelwesen“ haben einen gemeinsamen Nenner: Sie haben nichts mit dem zurzeit die Erde bevölkernden Homo sapiens zu tun. Der ist nach Kant aus zu „krummen Holz“, als das daraus etwas Gutes wachsen könne. Der moderne Humanismus hält die lebenden Exemplare dieser Gattung für antiquarisch, altertümlich, überholt und er hat ihn folgerichtig zum Aussterben verurteilt. So wie das Menschenbild des Renaissance-Humanismus, der in dem Menschen den Ebenbild Gottes erblickte. Im „modernisierten Humanismus“ der Neuzeit ist der Homo sapiens allenfalls noch ein Versuchskaninchen, an dem die „Wissenschaft“ und Politik nach belieben herumexperimentieren darf.

  4. Schurzbeiseite Says:

    Danke für die ausführlichen Erläuterungen. Hatte ich eigentlich garnicht erwartet und verdient. Wollte das trockene Thema lediglich mit einem albernen Wortspielchen auflockern. Nix für ungut, sollte ich zu unseriös gepostet haben. 🙂

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