Der preußische Traum

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„Vergeßt in diesem Zusammenhang niemals, daß Ihr auf preußischem Boden und in preußischdeutschen Gedanken aufgewachsen und heute an der heiligen Stätte des alten Preußentums, der Garnisonkirche, eingesegnet seid. Es birgt eine große Verpflichtung insich, die Verpflichtung zur Wahrheit, zu innerlicher und äußerlicher Disziplin, zur Pflichterfüllung bis zum letzten.

Aber man soll niemals vom Preußentum sprechen, ohne darauf hinzuweisen, daß es sich damit nicht erschöpft. Es wird so oft mißverstanden. Vom wahren Preußentum ist der Begriff der Freiheit niemals zu trennen.

Wahres Preußentum heißt Synthese zwischen Bindung und Freiheit, zwischen selbstverständlicher Unterordnung und richtig verstandenem Herrentum, zwischen Stolz auf das Eigene und Verständnis für Anderes, zwischen Härte und Mitleid. Ohne diese Verbindung läuft es Gefahr, zu seelenlosem Kommiß und engherziger Rechthaberei herabzusinken. Nur in dieser Synthese liegt die deutsche und europäische Aufgabe des Preußentums, liegt der ‚preußische Traum’!

Man kann das gerade jetzt nicht ernst genug betonen und ebenso, daß von solch preußisch-deutschem Denken das christliche Denken gar nicht zu trennen ist. Es ist sein Fundament, und hierfür ist unsere alte Garnisonkirche Symbol.“

Henning von Tresckow anlässlich der Konfirmation seiner beiden Söhne in der Potsdamer Garnisonkirche am 11. April 1943. Zwei Jahre vor dem Untergang.

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3 Antworten to “Der preußische Traum”

  1. Nikodemus Says:

    Zeitlos richtig.

  2. Don't care Says:

    Dem möchte/muss ich widersprechen. In der Vergangenheit war Preussischer Geist durchaus fruchtbarer Nährboden für Tugenden wie Fleiss, Disziplin, Wahrhaftigkeit, Loyalität etc.
    Allen heute sind viele der positiven Eigenschaften in den Hintergrund getreten. Gerade für Aussenstehende (Südstaatler, wie Schwaben und Bayern) ist ein Konvolut von penetranten Wesensmerkmalen übrig geblieben. Am auffallendsten ist die Nordstaatler-Überheblichkeit, eine Etepete-Überkandideltheit, die dem schlichteren Wesen des Südweisswurstäquatorianers fremd ist. Altgescheitheit und Besserwisserei korrelieren offenbar mit dem preussischen Manie zur Hyper-Gründlichkeit, moralischem Rigorismus, Prinzipeinreiter-Verbissenheit, prätentiöser Schwurbeligkeit und abstrusem Intellektualismus. PC (Polit-korrekter Dauerkrampf und -Wadenbeissertum) ist genau das passende Gewand für die preussische Seele. Hysterische Verfolgungssucht gegen die die hehren Einsichten nicht Teilenden ist ebenso ein Charakteristikum. Grosskotzigkeit und Dominanz-Habitus findet man allenthalben, vor allem in den Medien. Bayerische Animositäten gegen die „Sau-Preissn“ werden mir im Lichte solcher Betrachtungen immer verständlicher (und sympatischer). Schweizern und Österreichern ist die preussische Musterknaben und Überlegenheits-Attidüde auch schon lange zuwider und machen gar keinen Hehl aus ihrer Aversion gegen die „Piefkes“.
    Die Nordstaaten waren auch verstärkte Epi-Zentren für die rezenten Wahn-Ideen, als da sind PC-ismus, Sozialismus, Ökologismus, Feminismus und Multi-Kultismus. Wie sind die „altbackenen“ Bayern und Schwaben jahrzehntellang von den preussisch dominierten Medien verhöhnt und geschmäht worden. Wären wir mehr wie jene geblieben, wäre uns manches erspart geblieben.
    Stattdessen haben wir heute die Hanswürstin Merkel und das ganze übrige Berliner Dummy-Konsortium als StaatslenkeInnen. Ein Trost ist zumindest, dass Berlin, als Speerspitze der Dekadenz wahrscheinlich zuerst implodieren wird. So unsere Kulti-Bereicherer den Scherbenhaufen übernehmen werden, wird auch Schluss mit Preussicher Hybris sein.

    Hugh

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