Kuschelmonster

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Herr ALIPIUS fragt sich, in Anbetracht des Münchener S-Bahn Mordes, auf seinem Blog, was man „wir mit solchen Tieren eigentlich anfangen“ solle.

Nun ich wüsste Antwort, nur wäre die mit Sicherheit nicht sehr erwünscht. Man müsste die Jugendlichen solange wegsperren, bis ein ihnen autoritäre Zuchtmeister „Manieren“ eingebläut hätten, solange und so gründlich, dass sie schließlich selber zum Zuchtmeister taugen.

Ja, auch das positive Gesetz, fuhr ich fort, spricht deutlich aus, daß es so etwas beabsichtigt, indem es allen ohne Ausnahme mit seinem Schutze beisteht; es beabsichtigt dies auch die Kinderzucht, wenn wir den Kindern nicht freien Willen lassen, bis wir in ihnen, wie in einem Staate, eine feste Verfassung eingesetzt, bis wir durch Entwicklung des Edelsten in ihnen mittels des Edelsten in uns statt unserer Aufsicht einen ähnlichen Aufseher und Gebieter in ihrer Brust aufgestellt haben, und dann erst lassen wir ihnen ihre Freiheit.
Quelle: Platon; Der Staat

Solche Erziehung war in früheren Zeiten, sie liegen noch gar nicht lange zurück, gut katholisch.

Nur fürchte ich, ist der Rohrstock nicht mehr gelitten, weil feminine Kuschelpädagogik mittlerweile auch gesetzlich vorgeschrieben ist. So wird man noch eine Weile weiterkuscheln und „herumtherapieren“, solange jedenfalls, bis eine Mehrheit der Liebkosungen dieser kleinen Monster durch meist kinderlose, aber sehr gelehrte Damen, überdrüssig geworden ist.  Der Schlaf der Vernunft, das wusste schon Goya, gebiert eben Monster. In diesem Falle „Kuschelmonster“. Die sind aber nicht weniger gefährlich.

***

Weißmann äußert sich auf Sezession auch zu diesem Thema: Zwei Mal Gewalt.

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7 Antworten to “Kuschelmonster”

  1. Don't care Says:

    Das grosse Schweigen über Verrohungen und Brutalitäten währt nur solange, wie es den Segnungen der 68-er Pädagogik und den „modernen“ Familienverhältnissen“ zuzuschreiben ist. Fast ganz hermitisch gedeckelt werden Gewalt-Exzesse unseres Mi-Hi-Gru-Nachwuchses. Nur, wenn unsere Bestmenschen „rechte“ oder „Nazi-Hintergründe“ wittern oder konstruieren können, dann bricht eine veritable Tobsucht gegen jedwede Übergriffe los, wie schlimm sie waren, ist irrelevant. Hauptsache man kann „rechte Monster“ identifizieren. Dann ist es mit den üblichen Kuschelallüren, der Suche nach pöhsen Kindheitstraumata vorbei, desgleichen mit der Herumtherapier-Rhetorik. Nur noch „Kreuziget-sie“-Parolen werden geduldet. Wer nur eine Spur Verständnis äussert, wird alsbald der Komplizenschaft mit den „Ungeheuern“ vrdächtigt.

  2. Don't care Says:

    Ein noch hierzu. – Diese Entrüstungs-Marathons gegen die „braunen Dämone“ scheinen eine Art Alibi- und Ventil-Funktion zu erfüllen. Da der allgemeine Werterelativismus und ethische Beliebigkeit kaum noch „Sündenfälle“ erkennen lassen, sind viele für das klare Feindbild „Rechts“ dankbar. Da können sich Frust und Wut endlich so richtig austoben, da werden Säcke geschlagen, auch wenn Esel gemeint sind. Der heilige Zorn wird sauber kanalisiert. Da kann sich Gutmenschen’s Herz so richtig Luft machen.

    • Mcp Says:

      Es gab irgendwann in den Neunzigern, nagele mich nicht fest, ein Seminar in der Bertelsmann-Stiftung mit dem Thema, was eine divergierende, multiethnische Gesellschaft zusammenhält. Die Antwort ist relativ einfach: ein gemeinsamer Feind. Das zeichnet alle „modernen“ Gesellschaften aus. Sämtlich haben sie Feindbilder. Ich glaube Crewfeld hat mal gesagt, dass Israel ohne äußeren Feind über Nacht implodieren würde, so groß sind ethnischen und kulturellen Unterschiede. Der Größe der Zentrifugalkräfte müssen solche Zentripedalkräfte entsprechen. Zur Not muss man halt nachhelfen. Bedrohungslagen schaffen und Feinde dämonisieren. Das Problem: Das geht nicht endlos, weil die Leute irgendwann merken, dass sich die Propaganda immer sichtbarer von der Wirklichkeit entfernt.

  3. LePenseur Says:

    Nun, ich weiß nicht … Ich wurde in den 1960er-Jahren ja auch nicht mit dem Rohrstock erzogen (nicht seitens meiner Eltern, und schon gar nicht in der Schule), und trotzdem waren solche Gewaltexzesse in meiner Jugendzeit eigentlich nicht bekannt (obwohl diese in die wilden 68er-ff.-Jahre fiel).

    Die Antwort auf Ereignisse wie in München ist nicht, die Jugend mit dem Rohrstock zu erziehen, sondern schlicht und einfach die vorhandenen (und mehr als ausreichenden!) Gesetze anzuwenden. M.a.W.: keine Kuscheljustiz, sondern kompromißlose Bestrafung von Tätern.

    Und noch wichtiger: die seitens des Staates zur Entwaffnung der Bürger ständig verschärften Waffenverbote gehören deutlich gelockert! Wenn in diesem Fall z.B. einer der Passagiere eine Pistole mitgehabt hätte (und nach einem Umdenken in der reichlich vertrottelten Notwehr-/Nothilfe-Judikatur auch ein Verwenden derselben nicht ein fast unkalkulierbares Strafrisiko für ihn bedeutet hätte!), dann bezweifle ich stark, daß ein Warnschuß oder eine Kugel ins Bein nicht zu einer deutlichen „Deeskalation“ bei der Schlägerbande geführt hätte (mit vollen Hosen ist nämlich schwer prügeln).

    Wenn dabei einer der Schlägertypen danach den Holzpyjama angemessen bekommen hätte, wäre das zwar bedauerlich für ihn — mein Mitleid hielte sich aber angesichts der von ihm gezeigten Gewaltbereitschaft in engen Grenzen. Jedenfalls habe ich deutlich weniger Probleme damit, von der Beerdigung eines gewalttätigen Schlägertypen zu lesen, als eine präventive Zuchtruten-Disziplinierung der gesamten Jugend zuzulassen. Warum sollen auch die, die sich in der großen Mehrheit auch nicht annähernd solche Exzesse zuschluden kommen lassen, dafür büßen müssen?

    • Mcp Says:

      Du hast einen falschen Eindruck von meinem Text. Es geht mir um die Jugendlichen, die – warum auch immer – aus dem Ruder laufen. Ich bin kein Freund exzessiver Prügelstrafe, aber ab und zu eine Maulschelle, um Grenzen aufzuzeigen, die niemals überschritten werden dürfen, hat noch niemanden geschadet. Beachte das Platon-Zitat. Die Edelsten sollen Edeles wecken. Erzieher, gleich ob Eltern oder Lehrer, sollen Kraft ihrer natürlichen Autorität Vorbilder sein. Nicht Kraft ihrer Wassersuppe. Autorität kommt nicht von Stock, sondern aus der Seele. Tatsächlich aber sind unsere Erzieher heute meist Hampelfrauen, die alle verspotten und die niemand mehr Ernst nimmt. Geh einmal eine Stunde hospitieren. Am besten in einer Hauptschule und Du wirst sofort verstehen, was ich meine.

  4. Don't care Says:

    Das ist irgendwo erbärmlich. D. h. h, dass es fast keine Bindungskräfte in unserer „Gesellschaft“ (das Wort kann man nicht mehr hören, aber hier unvermeidlich) gibt, sondern sondern nur durch eine Sphäre halluzinierter Unholde, die „abdichten“ soll, am zerstieben in alle Raumrichtungen gehindert wird. Das ist auch ein typisches Phänomen für wachsenden Totalitarismus. Die „braune“ Diktatur hatte die „Roten“ als Satane und vice versa. Dass unser „Homines Optimi“ (Bestmenschen) wieder so weit sind, mit dem Popanz-Instrumentarium zu operieren, ist ein Alarmsignal übelster Qualität.

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