Homophile Außenpolitik

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Zumindest rein nüchtern-sachlich betrachtet, spräche in der Tat einiges dafür, dass Westerwelle wegen seiner Homosexualität als Außenminister ungeeignet wäre: Mit Afghanistan, Iran, Saudi-Arabien, Mauretanien, Jemen, Sudan und Somalia gibt es gegenwärtig sieben Staaten auf der Welt, die aufgrund ihres Scharia-Rechtssystems für (männliche) Homosexualität zwingend die Todesstrafe vorsehen; in unzähligen weiteren Staaten vor allem des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas stehen hierauf Strafen bis hin zu lebenslanger Haft. In all diese Länder dürfte – wenn man vom diplomatischen Sonderstatus absieht – Westerwelle eine unerwünschte Person sein, mit seinem Partner Michael Mronz dürfte er, bei strenger Auslegung der Gesetze, wohl erst recht nicht einreisen.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger; Maßstab für eine offene Gesellschaft

Ich bin mal gespannt ob Westerwelle mit der „Dame“ seiner Wahl auf Staatsbesuch geht oder nicht. Angekündigt hat er ja eine homophile Außenpolitik. So will er allem Ländern die Entwicklungshilfe streichen, die Homosexuelle verfolgen.

Gute Sache so ein Politik. Dann könnte man nämlich bei anderen verfolgten Minderheiten, zum Beispiel Christen, ähnlich verfahren.

Ich werde zu gegebener Zeit im Ministerium anfragen, was der neugebackene  Außenminister – falls es Westerwelle wird und er seine homophile Außenpolitik tatsächlich umsetzt – von dieser Idee hält.

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2 Antworten to “Homophile Außenpolitik”

  1. LePenseur Says:

    Zunächst wäre Westerwelle wohl effektiver als (kombinierter) Finanz- und Wirtschaftsminister eingesetzt. Außenminister ist so ein bisserl ein „Otium cum dignitate“-Job, der halt beliebt ist, weil in diesem jeder Hohlkopf noch immer gute Medienpräsenz erzielt. Welchen Weg Westerwelle m.E. nicht nötig hat.

    Allerdings wäre eine „homophile“ Außenpolitik durchaus reizvoll, die den Museln zeigt, daß sie sich ihre Scharia gegenüber Nicht-Museln ohnehin rektal applizieren können, und diese Scharia außerdem gefälligst auf einen dem 3. Jahrtausend angemessenen Menschenrechtsstandard bringen mögen (und das Aufknüpfen oder Einsperren von Männern, die ihr sexuelles Vergnügen im Mastdarm eines anderen Mannes finden, entspricht keineswegs einem solchen Standard!). Ich hätte nur die Befürchtung, daß angesichts des Meinungsterrors der Berufsgutmenschen und Überfremdungsapologeten (und, nicht zu Vergessen, der erbärmlichen Feigheit der CDU in diesen Belangen), Westerwelle überhaupt keine Chance bekommt, mehr als verbale Räusperversuche zu unternehmen. Aber vielleicht sehe ich das zu pessimistisch.

    Die Einmahnung analoger Anwendung bei „anderen verfolgten Minderheiten, zum Beispiel Christen“ ist sicherlich ebenso berechtigt wie unrealistisch. Wird’s einfach nicht spielen, da die Medien flächendeckend in Alt-68er-Hand sind, und die mögen Christen halt einfach nicht. Bedauerlich, aber ist so! Und für so christlich schätze ich Westerwelle nicht ein, daß er sich mit den Medien wegen etwas, was ihm nicht wirklich am Herzen liegt, in einen Kampf auf Leben und Tod einläßt.

  2. Anonymous Says:

    Die Einmahnung analoger Anwendung bei „anderen verfolgten Minderheiten, zum Beispiel Christen“ ist sicherlich ebenso berechtigt wie unrealistisch.
    Ich werde trotzdem danach fragen. Ob eine „schwanzgesteuerte“ Außenpolitik neuerdings ethische Grundsätze ersetzt. Allerdings nur dann, sofern Westerwelle seine persönlichen Befindlichkeiten zum Subjekt seiner Außenpolitik machen sollte.

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