Späte Gerechtigkeit

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Man kann die Reaktion hiesiger Kulturschaffender auf die Verhaftung von Roman Polanski eventuell mit dem Begriff der Verdrängung erklären. Heftig und auffallend gleichförmig klingt jedenfalls, was diese Leute seither geäussert haben. Alle schämen sie sich – für die Schweiz und ihr Vorgehen, versteht sich. Der Verband Filmregie und Drehbuch spricht von «Skandal». Schauspieler Gilles Tschudi empfindet «Schande». Und Filmer Christian Frei sagt: «Ich schäme mich in diesem Moment, Schweizer Bürger zu sein.»

Quelle: tagesanzeiger.ch; Die hysterische Polanski-Solidarität

Polanski ist ein Krimineller. Er hat sich einer gerechtfertigten Verurteilung durch Flucht entzogen. Schon deshalb. Er hat seinem Opfer Millionen dafür gezahlt, dass es ihm „verzeiht“. Dies alles sind keine Klischees, sondern nackte Tatsachen. Polanski hat sich nie gestellt. Er ist davongelaufen. Jedem anderen würde man solches Verhalten zurecht übel nehmen. Er soll seine Schulden gegenüber der Justiz bezahlen. Wie jeder andere Bürger auch. Die Verhaftung ist und mehr noch wäre die endliche Verurteilung des Kinderschänders eine heilsame Lehre für alle „Kulturschaffenden“, die heute offenbar glauben über dem Gesetz zu stehen. Anders lassen sich die Proteste und das berede Schweigen einer ganz speziellen Klientel nämlich nicht deuten.

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