Intensive Auseinandersetzung

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Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) fordert eine intensivere Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit. Dazu soll seinen Vorstellungen nach ein Ort geschaffen werden, an dem der Opfer dieser Ideologie gedacht werden könne. Vom Kommunismus gehe immer noch Gefahr aus.

Quelle: WELT ONLINE; DDR-Vergangenheit: Christian Wulff fordert „Kommunismus-Museum“

Defiziler Vorschlag, denn schließlich waren auch die Nazis propere Antikommunisten. Bei dem derzeitigen „Niveau“ der öffentlichen Debatten – siehe Sarrazin – muss Wulff wahrscheinlich jetzt aufpassen, dass er nicht in die Nazi-Ecke gestellt wird. Und antisemitisch – ich erinnere an die Einlassungen eines gewissen Martin Hohmann zu einem ähnlichen Thema – ist dieser Vorschlag auch irgendwie. Nicht?

Überhaupt würde es nicht wundern, wenn die alten und neuen Genossen von der SED Linkspartei die Idee von „antifaschistischen Schutzwall“ – so hieß die Mauer im SED-Jargon, nachdem alle Westdeutschen zumindest verkappte Nazis waren – wieder aufgreifen würden, angesichts solcher reaktionären Vorschläge aus der „rechten“ Ecke. Da wird man sich mal intensiv mit der Vergangenheit eines Christian Wulffs und seiner Partei auseinandersetzen müssen.

Ironie aus. Sie glauben nicht, dass man genauso argumentieren kann? Dann lesen sie mal die Kommentare zum verlinkten Artikel. Dort geht es sogar noch kruder zu. Im Angesicht des „unmenschlichen Raubtierkapitalismus“ und bösen, bösen Neoliberalismus erscheint die DDR dort manchen Zeitgenossen nahezu anheimelnd menschlich.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass ein Museum deshalb unangebracht ist, weil kommunistische Ideen nach wie vor virulent sind. Ins Museum kann der Kommunismus erst dann, wenn es keine Kommunisten mehr gibt. Daher wäre mir ein Mahnmal für die Opfer den Kommunismus – mit einer Wanderausstellung – tausend Mal lieber.

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