Der sexistische Knigge

by
  • „Ausziehen“, „Schleich dich du Hure“, Buh – Rufe aus dem Plenum während (antisexistische) Redebeiträgen von Frauen
  • Sexistische Wortmeldungen am Mikrophon während und nach dem Plenum
  • Nackte Männerkörper und Schwänze auf der Bühne
  • Sexistische Wortmeldungen im Chat während dem Livestream
  • Sexistische Angriffe gegen Frauen: „Ihr seid sogar zu schiach [dh. zu hässlich] um euch zu missbrauchen“
  • Sexisten auf der Bühne, bei Reden, als Musiker
  • Sexuelle Übergriffe im Schlafsaal
  • Sprüche zur sexuellen Verfügbarkeit von Frauen während der Besetzung, in Foren, im Chat,…zb.: „Ich habe gehört es gibt hier ein Puff“
  • Vortragende am Podium sind ausschließlich männlich (Quote fordern aber selbst nicht einhalten??)

Quelle: mädchenblog; Antisexismus & Männlichkeit

Die oben aufgeführten Beispiele, gelten in der feministischen Szene als Belege für männlichen Sexismus [1].

Sich einen solchen Schwachsinn auszudenken schafft wohl nur das studierende Prekariat. Das ist kein Sexismus sondern schlechtes Benehmen, das aus der Verlotterung der Sitten resultiert. Noch zu Omas Zeiten regelte man solches Verhalten über eine kräftige Maulschelle und über die gesellschaftliche Ächtung, die solange währte, bis sich der unverschämte Rüpel entschuldigt hatte. Heute machen die Mädels daraus eine skurrile Pseudowissenschaft, halten politische Kongresse ab und stellen kuriose Forderungen dort, wo ein Blick in den Knigge vollkommen ausreichen würde.

Es geht aber noch grotesker. Den auch der Knigge ist ein Mann – oh Schreck – und seine Benimmregeln für Männer im Umgang mit dem zarten Geschlecht – welch ein Unwort – sind gleichermaßen frauenfeindlich, wie sexistisch. Die Tür aufhalten, -in den Mantel helfen, -zu Tisch den Stuhl heranschieben – alles nur Merkmale männlichen Sexismus, die dazu da dienen, die Herrschaft des Mannes über die Frau zu verfestigen.

Was wir hier lernen können ist, dass der Verlust sittlicher Normen wohl bemerkt wird, aber keineswegs zur Renaissance dieser Tugenden führt, sondern sich in geistiger Verwirrung äußert und der urkomische Versuch unternommen wird, die verlorengegangenen Sitten in pseudowissenschaftlicher Form wieder zu Geltung zu bringen. Aus dem einfachen Knigge werden so unendliche Bücherreihen voll mit weitschweifigen Geschwafel, die einer ganzen Generation schmarotzender Pseudointellektueller zu Arbeit und Brot verheflen.

~~~

[1] Merkwürdigerweise fehlt das weibliche Seitenstück. Bemerkungen wie „Alle Männer sind Schweine“ gelten nicht als sexistisch. Der Sexismus ist offenbar eine Denkfigur, zur dem nur Männer fähig sind. Ähnliches kann man bei „modernen“ Rassismusdefinitionen beobachten, die sich mittlerweile sogar von der „Rasse“ gelöst haben.

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