Endlich Krieg

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Neuer Verteidigungsminister, neue Rhetorik: Karl-Theodor zu Guttenberg spricht im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr von „Krieg“. Er verstehe jeden Soldaten, der sagt, in Afghanistan herrsche Krieg, so der CSU-Politiker: „Manche herkömmliche Wortwahl passt für die Bedrohung nicht mehr.“

Quelle: WELT ONLINE; Bundeswehr am Hindukusch: Jetzt redet Guttenberg von „Krieg“ in Afghanistan

Guttenberg hat Afghanistan den zum Krieg erklärt. Ob die Abkehr von der „herkömmlichen Wortwahl“ auch in der soldatischen Realität ankommen wird, bleibt abzuwarten.

Ich habe meine Zweifel. Erst wenn unsere Soldaten den Feind erbarmungslos angreifen, jagen, töten und vernichten, hätte die neue Rhetorik auch das Schlachtfeld erreicht. Krieg ist ein zu hartes Wort, um es zu missbrauchen. Wer Mädchenpensionate baut und Opiumfelder bewacht, hat es sich nicht wirklich verdient.

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12 Antworten to “Endlich Krieg”

  1. Bauer Gerhard Says:

    Er hat lediglich gesagt, dass er Soldaten verstehe die von Krieg sprechen. D. h. noch lange nicht, dass die BRD offiziell Krieg gegen Afghanistan führt, damit wären die Taliban, die durch den Angriff der Amerikaner von der Macht vertrieben wurden, offizielle Kriegspartei die ihr Land gegen fremde Mächte verteidigen würden. Guttenberg hat auch nicht das Recht einen Krieg zu erklären.

    Weder Afghanistan, noch die Taliban sind nicht unsere Feinde. Deutschland wurde von ihnen weder angegriffen, noch offensiv bedroht.
    Wir sind als Vasallen der USA in Afghanistan, wären sie nicht dort, wären wir auch nicht dort. Wie auch an anderen Brennpunkten dieser Erde.

    • Mcp Says:

      Auch wenn wir nur Vasallen sind, Afghanistan uns nichts angeht: Soldaten sollten, wenn man sie schon einsetzt, ihr Handwerk wenigstens ausüben dürfen.

  2. Bauer Gerhard Says:

    Es ist besser sie üben ihr Handwerk nicht aus. Einem Fehler sollte man nicht durch Konsequenz noch vergrößern.
    Wollen wir ein Image wie die Amis?
    Seit 2001 gehen hunderttausende Tote auf das Konto der Amerikaner, sie üben ihr schmutziges Werk aus, Handwerk möchte ich es nicht nennen, es wäre ein Beleidigung für Handwerker und echte Krieger.
    Sie kämpfen und töten mit Fernwaffen, sind bis auf die Zähne bewaffnet und geschützt durch allerteuerste Technik. Der Gegner läuft in Sandalen hat ein paar Handfeuerwaffen, ein paar Panzerfäuste und so´n Kram. David gegen Goliath. Nur, dass in diesem Fall Goliath auch noch die Fernwaffe besitzt.

    Nein, nein, die Bundeswehr muss raus aus Afghanistan, Deutschland muss raus aus dem unseligen Militärbündnis NATO.

    • Mcp Says:

      Ja gut. Einverstanden: raus aus Afghanistan.

      Aber diese Forderung ist vorderhand utopisch.

      Ich denke an das Ende des römischen Reiches. Die Germanen waren lange Zeit nur die Hilfstruppen der Römer. Solange, bis genau diese Truppen einen eigenen Kaiser akklamierten und maroden Laden einfach übernahmen.

      Gönne unseren Soldaten ein wenig Übung. Und selbstverständlich gehört die Fernwaffe seit der Zeit der Velites zum Reportaire „echter“ Krieger. Auch die wollen allerdings beherrscht werden.

  3. quadratura Says:

    „Wollen wir ein Image wie die Amis?“

    Was das „Kriegstreiben“ betrifft, stimmt ich zu. Wie weit sind wir sonst davon entfernt?

  4. Bauer Gerhard Says:

    Nein, diese Übung „gönne“ ich ihnen nicht. Dieser Krieg ist ein Verbrechen.
    Zum Thema „Fernwaffen“, wer mit diesen Angriffe bewusst auf die Zivilbevölkerung durchführt und dies in mehreren Kriegen getan hat, wer nichts anderes kann, da die Infanterie müde, faul, unfähig oder alles zusammen ist, der schlachtet nur ab. Dies ist die Taktik und Strategie der Briten und Amerikaner. Siegen durch Terror.

    Bei Forderungen geht es nicht darum, ob sie derzeit umsetzbar sind, es geht darum ob sie richtig sind oder nicht. Ansonsten musst Du tagespolitische Forderungen stellen, die Obama und Merkel umsetzen. Oder um „philosophische“ Themen streiten, wie, ob in Afghanistan Krieg geführt wird oder nicht bzw. wie es in den Systemmedien genannt wird.

    Tatsache ist, in Afghanistan wurde ein Angriffskrieg geführt, die BRD unterstützt die Aggressoren bei der Besetzung des Landes und bei der Niederhaltung der einheimischen Widerstandskämpfer. Hier zu fordern den deutschen Soldaten Trainingsmöglichkeiten zu geben, halte ich für verwerflich. Es geht um die Souveränität eines Volkes, wenn wir auf unsere Unabhängigkeit pfeifen, sollten wir sie doch anderen Völkern zugestehen und auch das natürliche Recht darum zu kämpfen, wenn wir schon nicht die Courage haben dies zu unterstützen..
    Die Bundeswehr steht zu Unrecht in Afghanistan, daher: Raus aus Afghanistan.

    • Mcp Says:

      Natürlich hast Du recht. Allerdings bin ich auch Realist. Nicht einmal eine nationale Regierung könnte es wagen aus dem Bündnis auszuscheren, ohne gefährliche Szenarien für Deutschland heraufzubeschwören. „Der Westen“ würde keinen neuen „Sonderweg“ Deutschlands dulden. Nicht einmal ansatzweise. Die Russen im übrigen auch nicht.

      Über Kriege und Krieger reden wir ein andermal weiter.

  5. Bauer Gerhard Says:

    Jeder Ansatz zur Unabhängigkeit würde „gefährliche Szenarien“ auslösen. Wenn wir dagegen nichts unternehmen, werden wir von der Landkarte und als Volk verschwinden.
    Im Notfall lieber kämpfend untergehen.

    • Mcp Says:

      Das ist eine sehr ehrenwerte Einstellung. Ich gebe aber zu bedenken, dass wir beide zwar Teil des deutschen Volkes sind, aber eben nicht „das Volk“ repräsentieren. Wir gäben eine recht jämmerliche Armee ab, die man in Minutenfrist zerquetschen würde wie eine lästige Mücke. Die heroische Geste wäre nicht nur nutzlos, sondern auch eine ausgesprochene Narretei. Zudem wäre ein solcher Widerstand durch kein Mandat legitimiert.

      Man kann einem Volk nicht helfen, dass sich dazu entschlossen hat unterzugehen und seinen Untergang mit Selbsthass rechtfertigt. Wir wären nicht die Ersten und werden nicht die Letzten sein, die im Zuge einer Völkerwanderung verschwänden. Die demographische Katastrophe ist kein deutsches Phänomen, sie betrifft im Gegenteil alle Länder, die sich seit der Aufklärung „westlichen Werten“ verschrieben haben. Sie ist die logische Konsequenz genau dieser Entwicklung – aber von dieser heilsamen Einsicht ist die erdrückende Masse der weißen „Atlanten“ weit, sehr weit entfernt.

      Was bleibt, ist der Versuch einer Gegenaufklärung, einer Gegenreformation, einer Reconquista, einer neuen Evangelisation Europas. Ob das noch einmal gelingt, liegt in Gottes Hand.

  6. Bauer Gerhard Says:

    Wenn Du auf ein Mandat wartest, dann wirst Du nie Widerstand leisten dürfen.
    Hatten die Freikorps ein Mandat? Die hätten auch keines Bedurft, die Liebe zu Deutschland, zur Heimat war Mandat und Verpflichtung.

    Widerstand und Kampf bedeutet auch nicht automatisch physische Gewalt.
    Der Kampf kann in vielerlei Formen stattfinden.
    Der Krieg oder die physische Gewalt ist nur ein Mittel unter vielen.
    Es ist z. B. schon Kampf wenn ich dem System, z. B. über Konsumeinschränkung, alternativen Einkauf, Steuereinkommen entziehe. Hierüber müsste sich die nationale Szene einmal einige Gedanken machen.

    Ich gebe Dir natürlich recht, wir beide und auch noch ein paar andere machen keinen wirkungsvollen Widerstand. Ich gebe aber zu bedenken, dass alles klein anfängt und immer der erste Schritt den Anfang darstellt.
    Auf Grund des GGs könntest Du auch schon Widerstand leisten, Prof. Schachtschneider hält diesen Fall für eingetreten. Wie schreibt Spengler, Verfassungen etc. sind Literatur. Ich gebe ihm recht.

    • Mcp Says:

      Die Freikorps hatten ein Mandat. Die sozialdemokratische Regierung hat die meisten ausgerüstet, bezahlt und versorgt. Das ist kein Witz, sondern historische Tatsache. Man konnte die baltischen Freikorps nur deshalb zum Rückzug zwingen, weil die sozialdemokratische Regierung die Versorgung der Truppen mit Munition und Nahrungsmitteln eingestellt hatte. Ohne diesen Umstand hätte es nur sehr wenige Freikorps gegeben. Deshalb gab es einen Noske, der allerdings nur solange gelitten war, bis die Freikorps ihre Schuldigkeit getan hatten.

      Ich denke an die RAF. Terrororganisationen, wie Gladio in Italien, haben keine Legitimation und auf dauer auch keinen Erfolg. Jeder militärische Widerstand – ich schwafle jetzt – braucht einen politischen Arm, aus dem er hervorgeht. Die RAF hat wesentlich dazu beigetragen, die Grünen in die BRD zu integrieren. Man wollte eine weitere Radikalisierung unbedingt vermeiden, deshalb hat man sie schließlich – zähneknirschend – akzeptiert. Aber die Grünen hatten eine Basis im studierenden Proletariat, ihre Brutstätte war und ist die Massenuniversität. Deshalb muss man, wenn man etwas ändern will, genau dort ansetzen: den Zugang des Plebs an kostenlose Bildung erschweren. Numerus clausus in allen Studienrichtungen wieder einführen. Wirkliche Eliteuniversitäten dadurch schaffen, dass man die Unbegabten gnadenlos aussiebt und die Begabten wirklich fördert.
      Und vor allem Lehrstühle abschaffen, die sich mit groben Nonsens befassen. Feministische Themen vorneweg.
      Ist das geschafft, dann muss man eine Generation abwarten, bis die neue Elite die Universitäten verlässt und ihren Platz in der Gesellschaft findet und eine weitere Generation, bis die neuen an den Schalthebeln der Macht sind. Erst dann kannst man das Land neu gestalten.

  7. Bauer Gerhard Says:

    Der Widerstand muss organisiert werden, das ist das ganze A und O. Bisher fehlt die Person die in der Lage wäre dies zu tun aber auch der Wille einer großen Zahl von Deutschen sich unabhängig zu organisieren und alle anderen Bedenken fallen zu lassen. Es kann und darf nur ein gemeinsames Ziel geben, Deutschland zu erhalten.
    Dass dies ein Verteidigungskampf ist, ist klar. Deutschland steht von Beginn an in einem Verteidigungskampf, umgeben von Feinden, keinen natürlichen Schutz. Für Deutschland hieß es immer Sieg oder Untergang.
    Die Kräfte waren meist schwach, gemessen im Verhältnis zum übermächtigen Gegner. Was stark war, war der Wille zum Überleben. Wenn dieser verloren geht, dann verschwindet erst das Land und dann das Volk.

    Steter Tropfen höhlt den Stein.

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