Absurdistan: USA finanzieren Taliban

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Die US-Stützpunkte in Afghanistan sind weit über das Land verstreut, viele von ihnen liegen in Aufstandsgebieten. Alle diese Stützpunkte müssen versorgt werden, sie brauchen Toilettenpapier, Wasser, Brennstoffe, Waffen, Fahrzeuge. Wer nun glaubt dies erledigt die US-Armee selbst, irrt.

Sie vergibt diese Versorgungsaufträge an Lkw-Unternehmen in Afghanistan. Zum Beispiel an die sogenannte NCL Holding, die einem Sohn des gegenwärtigen afghanischen Verteidigungsministers General Abdul Rahim Wardak gehört. Hamed Wardak hat an der Georgetown-Universität studiert und am neokonservativen American Enterprise Institute sein Praktikum absolviert. Obwohl seine Firma keine Erfahrung mit Lkw-Transporten hatte, bekam er vom US-Militär einen Transportauftrag im Werte von 360 Millionen Dollar. Auch andere Firmen, deren Chefs rein „zufällig“ mit Mitgliedern der Regierung Karsei verwandt sind, erhielten ähnliche Verträge. Insgesamt geben die USA rund 2,2 Milliarden Dollar aus, um ihre Stützpunkte zu versorgen. Wohlgemerkt nur für die sichere Beförderung von Waren.

Wer nun glaubt, die Konvois werden wegen der hohen Angriffsgefahr durch aufständische Taliban schwer bewacht und durch schwere Waffen gedeckt, irrt erneut. In der Regel genügen zwei Leichtbewaffnete, damit der Konvoi sein Ziel unbehelligt erreicht. Ein Taliban eskortiert die Kolone vorne, der andere Taliban fährt hinten mit. Natürlich ist dieser „Schutz“ nicht kostenlos. Im Durschnitt kostet die sichere Passage durchs „Feindgebiet“ 600 Dollar pro Lkw. Leere Lkw sind billiger, Tankwagen teurer.

Willkommen in Absurdistan: Man schätzt, dass dafür 10 Prozent der Transportkosten bezahlt werden, also rund 220 Millionen Dollar an Warlords fließen, die direkt mit den Taliban verbandelt sind.

Die ganze Story: The Nation; How the US Funds the Taliban

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2 Antworten to “Absurdistan: USA finanzieren Taliban”

  1. Bauer Gerhard Says:

    The show must go on.
    Nur durch Taliban lässt sich die Truppenpräsenz in Afghanistan rechtfertigen. Ob sie siegen könnten, wenn sie denn wollten oder einfach nicht dazu in der Lage sind, ist vollkommen egal.
    Diese Unterschichtenarmee kann jedes Land beliebig lange besetzen oder zerstören, der Nachschub aus dem Süden strömt unaufhörlich. Je nach dem was New York braucht, wird geschehen.
    Jede Art von Krieg ist ein Riesengeschäft für New York.

    Die einen reden von Demokratie, Freiheit, allgem. Menschenrechten, die anderen, die Haie, kassieren ohne Ende. Wer dient wem?

    Ich bin fast überzeugt, dass das Geld, das an die Taliban bezahlt wird, auch wieder, auf Umwegen, in US-Hände kommt.

    Die USA haben nur eine Daseinsberechtigung, die Ausbeutung der Welt. Wenn dies nicht mehr funktioniert, wird dieser Superstaat zerschmelzen wie Schnee in der Frühlingssonne.

  2. Deutsche Soldaten in Afghanistan | Kritik an Politik Says:

    […] dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 bemüht sich die  internationale Staatengemeinschaft unter Führung der USA mit einer […]

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