Unbemerkte Zeitenwende

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Ein italienisches Gericht hat die Strafe eines verurteilten Mörders um ein Jahr verkürzt, da er Genvarianten trägt, die gewalttätiges Verhalten begünstigen sollen. Das ist der erste europäische Fall, bei dem genetische Veranlagungen ein Strafurteil beeinflussten.
Quelle: science.ORF.at; Strafmilderung wegen „schlechter Gene“

Tiefgreifende Paradigmawechsel vollziehen sich in kleinen Schritten und werden in der Öffentlichkeit meist nicht bemerkt.

In der prägenetischen Epoche wären zur Gewalt neigende Täter härter bestraft worden als „normale“ Verbrecher, die solche Neigungen nicht erkennen ließen. Man erhoffte sich von einem höheren Strafmaß eine erhöhte erzieherische Wirkung.

In Zukunft müssen „gesunde“ Täter damit rechnen, härter bestraft zu werden, als jene, die sich ob ihrer Gewaltneigung auf ihre „schlechten“ Gene berufen könne. Man erwartet von einem gewalttätig veranlagten Menschen keine erhöhte Selbstkontrolle mehr, sondern billigt ihm eine verminderte Schuldfähigkeit zu, was sich, wie in diesem Falle, direkt auf das Strafmaß auswirkt.

Der Täter ist nicht schuldig sondern krank. Seine Tat nicht Ausdruck des freien Willens sondern vorherbestimmtes, durch seine „Gene“ veranlagtes, Schicksal. Das Urteil, keine Frage für Richter sondern eines für Ärzte. Gegen deren Urteile allerdings kann man weder in Berufung gehen, noch um Gnade bitten oder über das Strafmaß verhandeln. Man ist krank, solange man nicht geheilt ist.

Die Demontage des Freien Willen hat die Justiz erreicht. Eine Zeitenwende. Wenn es Schule macht.

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Eine Antwort to “Unbemerkte Zeitenwende”

  1. Don't care Says:

    Wie verlogen. – Alles Abartige, Verkommene und Niederträchtige muss wieder mal aufgewertet werden. Normales und Gutartiges bekommt damit die übliche Ohrfeige. Denn, wenn es ums Samthandschuh-Theater gegebüber solchen Schurken geht, dann dürfen die Gene plötzlich herhalten. Geht es um genetisch bedingte kognitive Fähigkeiten, sind sie indes verpönt. Geht es ums Abzocken von „braven, stuerzahlenden Normalos“, dann sollen genetische Dispositionen für Krankheiten auch bald eine Rolle spielen dürfen (Beitragshöhen für KVs).

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