Zufall, Tod und Schweinegrippe

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Ähnlich verhält es sich mit den Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung. Dass es sie wirklich gibt, ist das eine. Doch wenn sich Millionen impfen lassen, werden in den Tagen danach Tausende von ihnen erkranken und einige sterben – nicht wegen der Impfung, sondern weil an 365 Tagen im Jahr sowieso Menschen sterben. „Unter der Voraussetzung, dass sich ein Viertel der Deutschen impfen lässt, und vor dem Hintergrund, dass jeden Tag 2000 Menschen in Deutschland sterben, ergibt eine Überschlagsrechnung: Jeden Tag sterben 500 Menschen, die vorher geimpft wurden, sagt Professor Walter Krämer.

Quelle: WELT ONLINE; Schweinegrippe: Todesfälle nach H1N1-Impfung sind oft Zufall

Selten so einen Stuss gelesen. Die dämlichsten Einwände gegen die Statistik kommen von den Statistikern selber. Kein Mathematiker käme auf die Idee eine solche, auf für Matheidioten sofort durchschaubare, Milchmädchenrechnung aufzumachen, es wäre sein augenblicklicher wissenschaftlicher Tod. Genauso verhält es sich mit den anderen hier aufgeführten „Beispielen“.

Statistische Methoden werden dort eingesetzt, wo man kausale Zusammenhänge vermutet und die statistische Auswertung von Messreihen Hinweise darauf liefert, ob die Werte die wissenschaftlichen Annahmen stützen oder nicht. Kein Wissenschaftler käme auf die Idee, eine solche mathematische Analyse als Beweis für die zugrunde liegende Theorie zu nehmen.

Im Falle der Virusinfektion würde man die Letalitätsraten von Ungeimpften mit Geimpften vergleichen, wobei man peinlich genau auf die Vergleichbarkeit der Gruppen, in Bezug auf Alter, Krankheiten und Geschlecht, achten müsste. Findet man keine Unterschiede, ist die Impfung wohl nutzlos. Ist sie es nicht, müsste die Letalitätsrate bei Ungeimpften signifikant höher sein, als die der Geimpften. Im umgekehrten Fall wiederum sollte man die Impfung umgehend abbrechen und den Pharmakonzern, sowie diejenigen Beamten verklagen, die das Medikament zugelassen haben.

Die beiden negativen Fälle wären kein Beweis dafür, das der Impfschutz versagt, es sind unzählige andere Mechanismen denkbar, die zu diesen Ergebnissen führen können. Im anderen Fall ist es höchstens ein Hinweis darauf, dass der Impfschutz gemäß der zugrunde liegenden Theorie funktioniert. Ein Beweis im klassischen Sinne ist das allerdings nicht. Es gab einige mittelalterliche Theorien von Paracelsus, die zur richtigen Behandlung einer Krankheit führten, die zugrunde liegende Theorie aus heutiger Sicht allerdings großer Stuss war.

Im übrigen, hätte ich eine positive statistische Untersuchung, welche die Wirksamkeit des Impfschutzes klar belegt, dann würde ich damit an die Öffentlichkeit gehen, um anderslautenden Gerüchten entgegenzutreten und ganz gewiss nicht solche törichten Artikel schreiben, um wissenschaftliche Methoden zu diskreditieren.

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