Ethikrat: Recht auf Herkunft und leibliche Eltern

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Der Deutsche Ethikrat hat sich für eine Abschaffung der Babyklappen und der bisherigen Angebote zur anonymen Geburt ausgesprochen. Solche Angebote zur anonymen Kindsabgabe seien besonders deshalb ethisch und rechtlich problematisch, weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzten, so der Ethikrat.

Quelle: tagesschau.de; Deutscher Ethikrat empfiehlt Aufgabe von Babyklappen

Es ist nicht selten das zwei Grundrechte miteinander kollidieren oder sich gar gegenseitig ausschließen. Solange die anonyme Abgabe eines Kindes das Recht auf sein Leben wahrt, ist genau dieses Lebensrecht höher einzustufen, weil es im anderen Fall sein Recht auf Kenntnis seiner Herkunft gar nicht Anspruch nehmen kann. „Babyklappen“ sind eine Einrichtung, die sich über die Jahrhunderte hinweg bewährt haben und die im bereits im 12. Jahrhundert unter Papst Innozenz III. eingeführt wurden. Seither sind sie Bestandteil der abendländischen Kultur und es gibt keinen vernünftigen Grund, daran etwas zu ändern.

Zu begrüßen ist allerdings, dass der Ethikrat das „Recht auf Herkunft und Beziehung zu seinen leiblichen Eltern“ so explizit hervorhebt: Denn genau dieses Recht wird einem Kuckuckskind unter dem Hinweis auf „Frauenrechte“ verweigert, es wird durch die staatliche Gesetzgebung sogar bewusst in die Irre geführt oder im unklaren belassen. Das Ethikrat formulierte „Recht die auf Herkunft und Beziehung zu seinen Eltern“ ließe sich ohne Probleme durch einen obligatorischen Vaterschaftstest bei der Geburt eines neuen Erdenbürgers sicherstellen.

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21 Antworten to “Ethikrat: Recht auf Herkunft und leibliche Eltern”

  1. nk Says:

    Obligatorisch, so mögen es die Konservativen, gelle ?

  2. ultramontanus Says:

    Sehr schön, dass du die verschiedenen widerstreitenden Rechte in das rechte Verhältnis rückst.

    • Mcp Says:

      Die meisten Kommentatoren haben das „Recht auf Herkunft und leibliche Eltern“ in seiner ganzen Tragweite noch nicht begriffen, das dieser Ethikrat sogar so hoch ansetzt, dass er es mit dem Recht auf Leben kollidiert. Ich weiß noch nicht, ob es der Teufel oder Heilige Geist ist der diesen Rat reitet. Zurzeit neige ich zum Heiligen Geist.

  3. Bauer Gerhard Says:

    Obligatorischer Vaterschaftstest? Das kann doch nicht Dein Ernst sein?

    Wer will mag die Vaterschaft abstreiten, dann werden die entsprechenden Dinge eingeleitet. Wer will kann sich auch mit seiner Frau oder Freundin einigen, dass ein solcher Test bei jedem Kind durchgeführt wird.
    Ich wünsche gutes Gelingen und eine vertrauensvolle Beziehung.

    Diese Kuckuckskindgeschichtchen dienen doch auch wieder nur dazu Misstrauen in Beziehungen zu säen. (Die geschickten Propagandisten und Agitatoren schaffen es in jeden Kopf zu kommen und ihren Mist dort abzuladen. Manchmal wirken ihre Botschaften langsam und schleichend, das ist gerade das gefährliche daran.
    Also aufgepasst, Feind spielt immer mit.)

    Das hat es bis zu einem gewissen Grad immer gegeben und wird es immer geben. Viele Kinder wuchsen dadurch glücklich auf, Väter freuten sich über „ihre“ Kinder oder auch nicht, wie das Leben so ist und Mütter waren froh, dass ihr Ausrutscher (der auch Männern hin und wieder „passiert“, nur die Folgen sind da etwas anders) so gut ausging.
    Eine andere Sache sind die Flitscherl, wer ein solches zu Hause hat, merkt es sehr schnell und kann die Vaterschaft abstreiten, dann werden die entsprechenden Tests gemacht.

    Wo doch bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit die Nichteinmischung des Staates in die privaten Lebensverhältnisse gefordert wird, sollte ausgerechnet hier der Staat einen Mißtrauensbeweis zur Regel machen. Nein, nein ich würde diesen mich weigern das Ergebnis dieses Zwangstestes zur Kenntnis zu nehmen und ungelesen in die Mülltonne werfen.
    Wer sollte diesen obligatorischen Test bezahlen? Die Eltern, der Staat und damit der Steuerzahler?

    Babyklappen sollten natürlich weiter bestehen bleiben. Wenn es diesen Leuten einfällt, diese Klappen zu entfernen, werden halt manche Babys wieder vor Tür oder hinter/in der Mülltonne landen. Wenn ihnen das lieber ist.

    • Mcp Says:

      Kuckuckskinder sind kein Witz und sie sind ganz gewiss keine Erfindung bürgerlicher Ideologen. Rund 15 Prozent, so konservative Schätzungen, in Ehen großgezogene Kinder stammen nicht vom Vater. Damit meine ich nicht sogenannte „Patchworkfamilien“, sondern ausschließlich Fälle, in denen die Frau dem Vater vorgaukelt, er wäre der leibliche Vater, obwohl die Dame genau weiß, dass es sich anders verhält.

      Ein gesundes Misstrauen des Erzeugers ist also angebracht und war schon im antiken Vaterrecht verankert. Bis weit in die Neuzeit hinein galt ein Eherecht, das dem Vater die höchstmögliche Sicherheit gab, dass die Kinder, die er großzog, auch seine Eigenen waren. Erst in der Neuzeit wurde dieses Vaterrecht gebrochen und Promiskuität proklamiert mit der Folge, dass der Vater heute nicht mehr sicher sein kann, wessen Bälger er eigentlich großzieht.

      Was macht ein Vater der nach 20, 25 oder 30 Jahren erfährt das „seine“ Kinder gar nicht seine sind? In den meisten Fällen ist er um sein ganzes Leben betrogen, weil die bilogische Uhr für eigenen Nachwuchs abgelaufen ist. Er wird um den Sinn seines Dasein betrogen. Nicht mehr und nicht weniger.

      Natürlich hat ein Vater das Recht auf eigen Fleisch und Blut und die Sicherheit das die Kinder, die er großzieht, seine Gene in die Zukunft tragen – was sonst willst Du als natürlichen Sinn des Lebens formulieren, wenn nicht genau dieses Naturrecht?

      Was machen die Kinder durch, die nach 20,25 oder 30 Jahren erfahren das ihr heißgeliebter Vater gar nicht ihr leiblicher Vater ist, sondern sie Produkt eines ehebrecherischen „One-Night-Stand“ ist? Kannst Du die moralischen Verheerungen im Kopfe eines solchen Kindes auch nur ansatzweise vorstellen?

      Die Formulierung des Mutterschafts- und eines Vaterschaftsrechtes ist sein Anbeginn der Menschheit originäre Aufgabe des Staates gewesen, ja er definiert sich geradezu aus dieser. Die genuine Staatstheorie kreist um die Aufgabe seinen Fortbestand unter allen Umständen sicherzustellen und das kann er nur, wenn ausreichend Nachwuchs gezeugt wird. Dazu muss er ein Recht schaffen, das den Ansprüchen beider Geschlechter genüge tut, sonst steuert er stracks in eine demographische Katastrophe.

      Heute braucht man kein Treuegelübde mehr, um sicherzustellen das der Vater auch wirklich Erzeuger seiner Kinder ist. Ein DNA-Test ersetzt es. Ich kann nicht erkennen, was daran problematisch sein soll, denn eine Beziehung die sich über eine lebenslange Lüge definiert, ist um ein vielfaches verwerflicher als die restlose Klarheit für beide Partner unmittelbar nach der Geburt. Denn erst der genau gegenteilige Fall schafft den Nährboden für ein lebenslanges Misstrauen und kann eine Beziehung sogar unberechtigter Weise vergiften.

  4. Bauer Gerhard Says:

    Und überhaupt, was soll dieser Ethikrat sein? Das ethische Gewissen oder die Ethikmacher Zwergdeutschlands?
    Ich habe grundsätzlich etwas gegen derartige Zentralorgane die sich anmaßen, ohne einen Auftrag des Volkes, Empfehlungen, Ratschläge, Gesetzesentwürfe etc zu erteilen.
    Am Beispiel Babyklappe. Babyklappe ja der nein, darüber hat nur die Einrichtung zu entscheiden die eine solche einrichten möchte.

    • Mcp Says:

      Grundsätzlich gebe ich Dir recht. Aber die Idee ist so schlecht nicht, wenn er sich berufen fühlte einen minimalen ethischen Grundkonsens der Nation zu formulieren, die alle Konfessionen und Glaubensrichtungen einschließen. Nur genau das tut er offenbar nicht.

  5. Bauer Gerhard Says:

    Schon allein das Ethikratgesetz zeigt wie „unabhängig“ diese Einrichtung ist. Steuergeld das wir uns sparen könnten.

  6. Bauer Gerhard Says:

    Von Berufenen halte ich überhaupt nichts. Mir hat kein noch so Berufener irgendetwas vorzuformulieren.
    Dieser Rat ist auch so eine „Erfindung“ Zwergdeutschlands, die so unnötig ist wie ein Kropf.

  7. LePenseur Says:

    Das mit dem Vaterschaftstest wird sich ohnehin von selbst durchsetzen. Da führen ein paar feministische Altschnepfen ein Rückzugsgefecht. Früher oder später wird der Mann auch gegen den Willen der Frau das durchsetzen können — weil die Männer einfach nicht mehr als Zahlmeister vom Dienst herhalten wollen.

    @Gerhard Bauer:
    Vaterschaftstests sind wie Eheverträge. sie zeugen von einem gewissen Mißtrauen, aber helfen genau dann, wenn’s drauf ankommt. Nun gibt es natürlich wagemutige Naturen, die unter dem Motto „mir kann nichts passieren“ leben. Nur sollen die halt nicht jammern, wenn’s schiefgeht …

  8. Bauer Gerhard Says:

    ob·li·ga’to·risch verpflichtend, bindend, verbindlich, eine Pflicht darstellend

    Wenn sich jemand freiwillig mit der Durchführung des Vaterschaftstestes einverstanden erklärt, ist mir das vollkommen egal. Mir geht es um den Begriff obligatorisch.

    Wer gegen die Vorratsdatenspeicherung etc. ist, muss auch gegen diesen Generalverdacht sein.
    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
    Eine Weisheit die Lenin zugeschrieben wird, sie ist auf jeden Fall eine Position tiefsten Misstrauens. Also kontrolliert mal schön, vor allem eure Ehefrauen und/oder Freundinnen.

    Schätzungen sind nun einmal Schätzungen, wie kommen diese Schätzungen zustande? Auf Grund eigener Erfahrungen, durch Hochrechnung, wer schätzt?
    Mit Schätzungen werden Zeitungen und Talkshows gefüllt, da werden dann Probleme gewälzt die keine sind. Da kann man so richtig aufblasen und vom Leder ziehen.

    Ich fühle mich weiß Gott nicht als benachteiligtes Männchen, wie sich auch meine Mutter und Großmütter nicht als benachteiligte Frauen sahen. Die wussten sich recht gut gegen ihre und andere Männer durchzusetzen, ganz ohne rechtliche Gleichstellung, Gleichstellungsbeauftragte und Wahlrecht.

    • Mcp Says:

      Ich glaube langsam Du hast was gegen Männer. 😉

      Spaß beiseite: Ein geschieder Vater zahlt jahrelang unterhalt für die Kinder. Dann stellt sich heraus, das die Kinder nicht von ihm sind. Solche Fälle sind nicht selten. Der Mann bekommt das Geld niemals zurück und die Unterhaltszahlungen haben zudem verhindert, dass er sich eine neue Familie aufbauen konnte. Der wird doppelt bestraft. Wird ein obligatorischer Test gemacht sind solche Themen vom Tisch. Das hat mit Mißtrauen nichts zu tun, sondern es sorgt für Klarheit beim wichtigsten Thema des Lebens: beim Nachwuchs. Ich kann nicht verstehen wie man dagegen sein kann.

      Schätzungen beruhen auf statistischen Stichproben bekannter Fälle und geben den unteren wahrscheinlichen Wert an. Das heißt mindestens 15 Prozent aller Kinder sind Kuckuckskinder, vermutlich sind es mehr.

  9. Bauer Gerhard Says:

    …Der Verband werde im kommenden Jahr über die Zukunft der 19 Babyklappen beraten, die er allein oder in Kooperation betreibe. Dort seien in den vergangenen 10 Jahren 65 Neugeborene abgelegt worden….
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article5343593/CDU-Politikerin-will-Gesetz-gegen-Babyklappen.html#vote_5335137

    Ein wahrhaft riesiges Problem, da muss Abhilfe geschaffen werden, ähnlich hoch werden die Zahlen bei den anderen Einrichtungen sein. Es lohnt sich diesen Ethikrat zu finanzieren. Gut, dass wir keine anderen Probleme haben.

  10. nk Says:

    Diesen Test obligatorisch zu gestalten, hat den Vorteil, dass es dann keine die Partnerschaft belastenden Debatten gibt. das gestehe ich zu.

    Auf der anderen Seite lädt die Idee den Staat in ein weiteres Handlungsfeld ein. Dagegen bin ich aus Prinzip. Jede gute Idee, die der Staat umsetzt wird schlecht Mag sein, dass man nicht völlig auf ihn verzichten kann, aber ich will ihn so unaufdringlich und so wenig wie möglich.

    Was den Ethikrat angeht, so ist das halt eine weitere der 167 behördenähnlichen Veranstaltungen im Lande, die sich einfach einmischen müssen, sonst wäre ihre Existenz als Institution in Frage gestellt. Ihre Einlassungen sind von daher mit Vorsicht zu genießen.

    • Mcp Says:

      Auf der anderen Seite lädt die Idee den Staat in ein weiteres Handlungsfeld ein. Dagegen bin ich aus Prinzip. „
      Bei der derzeitigen Reglung gereift der Staat doch in viel erheblicheren Maße in die Persönlichkeitsrechte des Menschen ein, als das im anderen Falle der Fall wäre.

      Ich verstehe diesbezügliche Bedenken nicht, denn in diesen Fall bedarf es nur eines Gesetzes und keine Behörde, welches dies überwacht. Der Vaterschaftstest wird gemacht. Dazu ist kein einziger neuer Beamte notwendig oder einer Behörde, die das überwacht. Der Staat ist nur als Gesetzgeber involviert, etwaige Streitigkeit die daraus entstehen sollten regelt das Zivilrecht sowieso. Damit ist ein Problem, das für erheblichen gesellschaftlichen Unmut sorgt ein für allemal vom Tisch. Der Staat hätte endlich ordnungspolitisch gehandelt, sich vollkommen neural verhalten und sich endlich einmal nicht erzieherisch in Pose geworfen. Das genau ist es, was ich von einem Staat verlange und nicht das er sich um meine persönlichen Beziehungen „sorgt“, die aus der einfachen Anerkennung der Wahrheit beruhen.

  11. ultramontanus Says:

    Aktuelles Beispiel für ein Kuckuckskind: http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Jakob-Augstein-Rudolf-Augstein-Martin-Walser;art138,2961555

  12. Ela Says:

    Rausgeschmissenes Geld. das kostet nur die Steuerzahler

  13. Ottokar Loch Says:

    Super, das wusste ich noch gar nicht. Danke für den Tipp! Dafür benutze ich das Web, dass man einfach auf solche wichtigen Informationen stößt :-). Danke nochmal und schöne Grüße, Ottokar Loch

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