Minarett-Verbot „undemokratisch“

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Der Architekt der umstrittenen Kölner Moschee, Paul Böhm, nannte ein Minarettverbot „undemokratisch“.

Quelle: WELT ONLINE; Schweizer Volksabstimmung: Minarett-Verbot löst Diskussion in Deutschland aus

Solche Sätze machen mich ratlos. Auch ich habe meine Probleme mit der Demokratie, aber was an einem urschweizerischen Volksentscheid „undemokratisch“ sein soll, erschließt sich mir auch nach mehrmaligen Nachdenken nicht. Offenbar ist das Demokratieverständnis des Architekten schon islamisiert. Die Leute sollen gefälligst so abstimmen, dass sie ihre Obrigkeiten erfreuen, statt sie zu verärgern.

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7 Antworten to “Minarett-Verbot „undemokratisch“”

  1. ultramontanus Says:

    Wahrscheinlich meint Böhm Minderheitenrechte, Mehrheiten dürften Minderheiten bestimmte Dinge nicht verbieten. Deiner Argumentation folgend, wären traditionell islamische Staaten ja fast verpflichtet, Glockentürme bei Kirchen zu verbieten. Das kann nicht angehen.

    • Mcp Says:

      Was er meint, weiß ich nicht, was sagt schon.

      Wo steht das Minderheiten Sonderrechte genießen dürfen? Ich kenne nur ein Bürgerrecht und das gilt ausnahmslos für alle.

      Es gibt keine gesonderten Rechte für Frauen, Homosexuelle oder Bürger mit Migrationshintergrund, es sei denn man will das Mittelalter wieder einführen. Dort hatte jeder Stand seine verbrieften Rechte und Privilegien, allen voran die Geistlichkeit und der Adel. Diese Sonderrechte und vielfältigen Privilegien, von denen jeder auf seine Weise partizipierte, waren ein Hauptangriffspunkt der Aufklärung: vor dem Recht, so wurde damals argumentiert, sind alle Menschen gleich. Ohne jede Ausnahme.

      Eine Demokratie kann niemals funktionieren, wenn sich jedes Grüppchen sich als „Minderheit“ definiert und unveräußerliche Sonderrechte für sich einfordert, schlimmer noch erhält. Dann ist der Souverän eben kein Souverän sondern wird von einem Recht beherrscht, das seinem Zugriff entzogen ist.

      Im Mittelalter berief sich dieses Recht auf die göttliche Weltordnung, heute sind es die angeblich universalen Menschenrechte. Wobei damit nicht mehr die Rechte gemeint sind, die 1789 in Paris oder 1948 von der UNO deklamiert worden sind, sondern ein undurchschaubares Vertragswerk, durch das nur noch Juristen blicken. Diese „europäischen Menschenrechte“ haben niemals ein Parlament von innen gesehen, geschweige einen demokratischen Prozess durchlaufen. Es sind die Kopfgeburten einer außer Kontrolle geratenen Eurokratie.

      Der Kommentar geht nicht gegen Dich, sondern gegen Böhm und Konsorten.

  2. Ostseestadion Says:

    Von wessen Brot ich sehr viel ess, dessen Lied ich sehr laut sing …

  3. Bauer Gerhard Says:

    Die Schweiz ist ein souveränes Land. Was hier erfolgt grenzt schon fast wieder an Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Landes.
    Die Schweizer haben für ihr Land entschieden Punkt.

    • Mcp Says:

      Die Schweiz hat selber schuld. Sie ist zwar kein Mitglied der EU hat aber nahezu alle Verträge der EU mit unterzeichnet. Klar das Brüssel dort hineinregiert.

  4. Bauer Gerhard Says:

    Das islamische Staaten keine Kirchtürme wollen ist bekannt, das dort auch keine neuen Kirchen gebaut werden auch. Wieso auch, es gibt dort auch nur sehr wenige oder gar keine Christen.
    Die Kirchen die in diesen Ländern (noch) stehen, kommen meist noch aus einer anderen Zeit.
    Wenn islamische Länder Kirchtürme verbieten, mal ganz generell gesehen, dann ist es ihr gutes Recht. Es ist ihr Land, nicht unseres und auch nicht das irgendeiner Kirche.
    Wieso sollten in Glaubensfragen immer Sonderrechte gelten?

  5. Bauer Gerhard Says:

    Werden nicht auch in Israel Bibeln verbrannt und Christen an die Wand gedrängt? Dies wird niemals thematisiert. Auf diesem Auge ist man zu gerne blind.

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