Religionsfreiheit

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Zollitsch verwies darauf, dass nach Ansicht der katholischen Bischöfe in Deutschland zur Religionsfreiheit auch das Recht der Muslime auf den Bau würdiger Moscheen zählt.

Quelle: Deutsche Bischöfe besorgt über Minarettverbot

Die deutschen Bischöfe kennen ihre eigene Beschlußlage nicht, denn in der Erklärung zur Religionsfreiheit auf den zweiten vatikanischen Konzil wird die Ausübung der Religionsfreiheit ausdrücklich unter das Sittengesetz gestellt und dem Staat die pflichtgemäße Wahrung desselben anheimgestellt. Die Religionsfreiheit kann unter diesen Vorbehalten eingeschränkt werden, „wenn und es soweit es notwendig ist“. So ist es in Europa seit tausend Jahre Sitte das die Kirchenglocken gläubige Christen zum Gebet ruft, aber nicht der Muezzin Moslems. Es sind, unter Hinweis auf die Sittengesetze in islamischen Ländern, viel schlimmere Einschränkungen, die Christen in arabischen Ländern zu ertragen haben. Wer beides miteinander aufrechnet, ist gelinde gesagt, nicht ganz bei Troste, denn dort geht es auch um Verfolgung mit Totschlag, Folter und Mord.  Ein Thema das bei den Bischöfen viel zu kurz kommt, vermutlich weil man das „gute Verhältnis“ zum Islam nicht beschädigen will.

7. Das Recht auf Freiheit in religiösen Dingen wird innerhalb der menschlichen Gesellschaft verwirklicht, und deshalb ist ihre Ausübung gewissen umgrenzenden Normen unterworfen. Beim Gebrauch einer jeden Freiheit ist das sittliche Prinzip der personalen und sozialen Verantwortung zu beobachten: Die einzelnen Menschen und die sozialen Gruppen sind bei der Ausübung ihrer Rechte durch das Sittengesetz verpflichtet, sowohl die Rechte der andern wie auch die eigenen Pflichten den anderen und dem Gemeinwohl gegenüber zu beachten. Allen Menschen gegenüber muß man Gerechtigkeit und Menschlichkeit walten lassen. Da die bürgerliche Gesellschaft außerdem das Recht hat, sich gegen Mißbräuche zu schützen, die unter dem Vorwand der Religionsfreiheit vorkommen können, so steht es besonders der Staatsgewalt zu, diesen Schutz zu gewähren; dies darf indessen nicht auf willkürliche Weise oder durch unbillige Begünstigung einer Partei geschehen, sondern nur nach rechtlichen Normen, die der objektiven sittlichen Ordnung entsprechen und wie sie für den wirksamen Rechtsschutz im Interesse aller Bürger und ihrer friedvollen Eintracht erforderlich sind, auch für die hinreichende Sorge um jenen ehrenhaften öffentlichen Frieden, der in einem geordneten Zusammenleben in wahrer Gerechtigkeit besteht, und schließlich für die pflichtgemäße Wahrung der öffentlichen Sittlichkeit. Dies alles gehört zum grundlegenden Wesensbestand des Gemeinwohls und fällt unter den Begriff der öffentlichen Ordnung. Im übrigen soll in der Gesellschaft eine ungeschmälerte Freiheit walten, wonach dem Menschen ein möglichst weiter Freiheitsraum zuerkannt werden muß, und sie darf nur eingeschränkt werden, wenn und soweit es notwendig ist.

Quelle: Erklärung über die Religionsfreiheit;
„Dignitatis humanae“; 2. Vatikanisches Konzil; I,7

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10 Antworten to “Religionsfreiheit”

  1. nk Says:

    Ja, die deutschen katholischen Bischöfe sind schon sehr peinlich. Weicheeier und angepasste. Es tut mir in der Seele weh.

  2. Nikita Bondarev Says:

    „Scheiß Schweizer! Zuerst Steueroase – nun Nazi-Paradies!“ – Ein ironischer Artikel zu diesem Thema – http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%E2%80%93-nun-nazi-paradies/

    http://freidemzen.wordpress.com/

    Genau wir alle dachten zwei Antwortmöglichkeiten waren möglich aber eigentlich doch nur eine – „Für den Minarettbau heißt: aufgeschlossen, aufgeklärt, intelligent; gegen ebendiesen heißt nun mal: intolerant, rechtsextrem, faschistisch! Da kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen! Macht das Kreuzchen, wo es hingehört und alle sind glücklich!“

    Mit diesem Verbot wird die Religionsausübung der Moslems nicht im geringsten „eingeschränkt“ – der Islam hat sich in Europa eben anzupassen – schadet niemandem wie ich meine!

    Nikita Bondarev

  3. LePenseur Says:

    „Sie machen in jede Hose, die man ihnen hinhält.“

    Noch eine Bemerkung zum Vergleich Muezzin und Glockenläuten. Das ist freilich ganz was anderes. Glockenläuten zeigt (neben dem Stundenschlag) einfach an: es findet ein Gottesdienst statt. That’s it. das ist m.E. auch einem Nichtchristen zumutbar.

    Der Muezzinruf hingegen ist per se bereits Glaubensverkündung der zentralen Sätze des Islam. Das wäre so, wie wenn von jedem Kirchturm 5-mal täglich das apostolische Glaubensbekenntnis herunterdröhnen würde. Also dagegen hätte ich auch etwas einzuwenden!

    Nur macht das ja keiner …

  4. Bauer Gerhard Says:

    Diesen Herren sollte man Briefe, Mails schreiben, dass wenn sie so weitermachen der Austritt aus der Kirche unmittelbar bevorsteht.

  5. Bauer Gerhard Says:

    Wer in Deutschland Gotteshäuser baut, egal welcher importierten Religion, hat vor hier zu bleiben.
    Wer will Moscheen wieder abreißen?

  6. nk Says:

    „““
    Diesen Herren sollte man Briefe, Mails schreiben, dass wenn sie so weitermachen der Austritt aus der Kirche unmittelbar bevorsteht.
    „““
    Kann man so nicht machen, wenn man wirklich katholisch ist.

  7. LePenseur Says:

    Auch Katohliken können m.E. bedenkenlos aus dem „Zivilverband der Kirchensteuerpflichtigen“ austreten. Sie können’s ja (zur Beruhigung der Skrupel, so vorhanden) beichten — und wenn ein Beichtvater nicht völlig bescheuert ist, wird er Verständnis haben. Gott sowieso!

    • nk Says:

      Die katholische Kirche ist eben -von innen betrachtet- nicht irgendein Zivilverband. Wenn man dazu gehören will, muss man das annehmen.

      Das ist eine *Glaubenswahrheit*, die kann man nicht beweisen oder herleiten, die nimmt man an oder nicht. Ist schwer zu verstehen und schwer zu erklären, aber es ist so.

      • LePenseur Says:

        @nk:
        Das meinte ich damit auch nicht. Aber „Kirchensteuererhebungsorgan“ per se ist die Kirche sicher keines! Das wurde sie erst durch die Nazis, die das einführten.

        Also hat mir ein altgedienter Pfarrer auf diesbezügliche Frage (gegen Zusicherung, seinen Namen nicht preiszugeben) geantwortet: „Wenn Sie das Geld, das Sie an Kirchenbeitrag*) zu zahlen hätten, gezielt als Spende für von Ihnen nach bestem Gewissen als unbedenklich angesehene kirchliche Zwecke zahlen, dann brauchen Sie keinen Kirchenbeitrag zu zahlen. Und wenn man sie trotzdem durch Exekutionen etc. quält, dann können Sie in letzter Konsequenz pro forma austreten, ohne eine schwere Sünde zu begehen.“

        Ein Bekannter weigert sich seit Jahren, den Kirchenbeitrag zu zahlen, sondern spendet Jahr für Jahr einen nicht unerheblichen Betrag zur Erhaltung des Wiener Stephansdoms und einen gleichhohen Betrag an die Piusbruderschaft. Er hat Kardinal Schönborn in einem bRief auch mitgeteilt, sollte die Erzdiözese diese Vorgangsweise nicht billigen, sähe er sich gezwungen, in Hinkunft den gesamten Betrag an die Piusbruderschaft zu spenden, und er werde darüberhinaus aus der Kirche als Beitragskörperschaft austreten.

        Schönborn hat — vermutlich zähneknirschend — zugestimmt. Man muß sich nur trauen. So, wie sie sich vor den Museln in die Hose machen, tun sie’s auch vor anderen, wenn sie bloß Entschlossenheit wahrnehmen.

        *) so heißt das bei uns in Ösistan

  8. LePenseur Says:

    Pardon: „Katholiken“ natürlich!

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