Die Illusionen der demokratischen Rechten

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In den letzten zwei Tagen hat sich etwas Bemerkenswertes getan: Die sich in den letzten Jahren andauernd selbst lobenden Demokraten finden es auf einmal doch nicht so toll, wenn das Volk wirklich etwas zu sagen hat. Der Fetisch ‚Demokratie’ verliert für sie auf einmal an Anziehungskraft.

Quelle: Blaue Narzisse; Abgebrochene Umfragen und „wahre“ Demokratie

Felix Menzel spricht auf der „Blaue Narzisse“ einige Wahrheiten über das schweizerische Volksbegehren zum Minarettverbot aus, denen ich mich – fast – vorbehaltlos anschließen kann.

Dass der Fetisch „Demokratie“ bei der hiesigen politischen Elite nur insofern auf Gegenliebe stößt, sofern er nicht allzu demokratisch daherkommt, war allerdings schon des längeren kein Geheimnis. Plebiszitäre Elemente wurden von den etablierten „demokratischen“ Parteien, unter Hinweis auf Weimar, schon immer abgelehnt. An der „demokratischen Gesinnung“ der politischen Elite darf getrost, zurecht und Gottseidank gezweifelt werden.

Wer meint er könne die Probleme unserer Gesellschaft durch „mehr Demokratie“ lösen, begeht einen verhängnisvollen Fehler, denn genau die demokratische Staatsform ist die Ursache unserer Probleme und eine „totalitäre“ Demokratie würde sie verschärfen, statt sie zu lösen.

Die immer wieder gehörte Behauptung das Volk wäre mehrheitlich konservativ ist eine gefährliche Illusion der sogenannten „demokratischen Rechten“. Konservativ kann nur derjenige sein, der etwas besitzt und der aus diesem Besitz seinen Lebensunterhalt bestreitet und nicht diejenigen, die um Besitztümer ringen. Konservativ ist der Besitzende in einer demokratischen Gesellschaft deshalb, weil sein Besitz in dieser Gesellschaftsform ständigen Angriffen ausgesetzt ist. Das ist ein Wesenszug jeder denkbaren demokratischen Staatsform und man kann diese Eigentümlichkeit schon an der attischen Demokratie studieren.

Der besitzlose Plebs will, und das ist der ursächliche Grund für die überbordende Staatsverschuldung und die exorbitanten Steuern demokratischer Staaten, vor allem gut versorgt werden. Der Grund für den Erfolg des schweizerischen Minarettverbotes ist genau dort zu suchen. Die Schweizer empfinden die hereinströmenden plebejischen Massen als Kongruenz am staatlichen Futtertrog und fürchten um ihre Alimente. Folgerichtig ist die „demokratische“ Rechte in Europa nur dort erfolgreich, wo sie wie die Linke agiert und dem Plebejer die Wahrung seiner sozialen Privilegien verspricht.

Der mit seinem Besitz wirtschaftende Mittelständler hingegen sieht den politisch gewollten Massenzustrom in die heimischen Sozialsysteme deshalb mit gemischten Gefühlen, weil die politischen Eliten das zum Vorwand nehmen, ihm noch tiefer in die Tasche zu greifen und seinen Besitz – siehe Erbschaftssteuer – sukzessive, unter Hinweis auf – selbst geschaffene – soziale Notstände, zu requirieren. Hier und nur hier decken sich die ökonomischen Interessen des einheimischen Mittelstandes mit dem des autochthonen Proleten. Es geht um die Wahrung des beiderseitigen Besitzstandes gegen die Zumutungen diverser Ideologen, die den – ihnen nicht gehörenden – Reichtum, am liebsten in der ganzen Welt verteilen möchten.

Das hat, um meine katholischen Mitleser zu beruhigen, auch nichts mit der katholischen Soziallehre zu tun, denn dort entscheidet der Barmherzige über das Maß seiner Gaben und nicht der von Ideologen okkupierte Staat. Im übrigen übe ich Nächstenliebe dort, wo ich das Los meiner Nächsten erleichtere und nicht durch Spenden in ein fernes Afrika, deren Wirkungen sich sowohl meiner Kenntnis, als auch meinem Wollen entziehen. Nächstenliebe heißt eben nicht die ganze Welt zu lieben, sondern für den Teil der Menschheit zu sorgen, der aus eigener Verantwortung erreichbar ist. Familie, Freunde, Volk. In dieser Reihenfolge.

Wer das Rassismus, Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit oder Nationalismus nennt, ist entweder ein gnadenloser Demagoge oder ein hirnloser Papagei derselben.

Der Plebs ist nur insofern konservativ, als er um seine zugesicherten Alimente bangt und er wird, das darf ein Konservativer nie vergessen, zum „revoluzzenden“ Mob, sobald seine Privilegien vom Verlust bedroht sind oder ihm Populisten einen größeren Anteil am erwirtschafteten Reichtum verheißen.

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18 Antworten to “Die Illusionen der demokratischen Rechten”

  1. Nikita Bondarev Says:

    „Scheiß Schweizer! Zuerst Steueroase – nun Nazi-Paradies!“ – „Durch diese hohle Gasse muss der Rechtspopulist kommen“ – ironische Artikel zu diesem Thema –

    http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%e2%80%93-nun-nazi-paradies/

    http://freidemzen.wordpress.com/

    Genau, wie wir alle dachten – zwar waren zwei Antwortmöglichkeiten erlaubt aber eigentlich doch nur eine gestattet – „Für den Minarettbau heißt: aufgeschlossen, aufgeklärt, intelligent; gegen ebendiesen heißt nun mal: intolerant, rechtsextrem, faschistisch! Da kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen! Macht das Kreuzchen, wo es hingehört und alle sind glücklich!“
    ansonsten wird diffamiert und kräftig mit der braunen Keule geschwungen – so funktioniert Demokratie – aber irgendwie stinkt Demokratie ja!
    Toll, dass auch noch alle wissen wieso genau die Schweizer sich so entschieden haben. Und zwar aus den falschen Gründen…
    Ich rufe auf die Wahlen dann einfach abzuschaffen, so wird immer richtig entschieden!

    Nikita Bondarev

    • nk Says:

      Das haben wir jetzt aber wirklich wortwörtlich schon x-mal in Kommentaren gesehen. Ist das die feine Art, zu kommentieren ?

      • Nikita Bondarev Says:

        Ich kann auch normal kommentieren 🙂 – Ich wollte meine Meinung aber ein wenig Kund tun – da ich diese Debatte und vor allem die Reaktion darauf sehr extrem als schwarz/weiß-malend und extremistisch sehe – unter mir ist noch so ein Kandidat – man sollte versuchen zu differenzieren und zu reflektieren und beide Argumentationen sich noch einmal zu Gemüte führen und nicht die nächste Sau durchs Dorf treiben

        http://freidemzen.wordpress.com/

        Gruß Nikita

    • Mcp Says:

      Nun wissen wir, dass es deinen Blog gibt und ich habe mich auch schon eingelesen. Jetzt hoffe ich auf Normalität.

      Gruß Mcp

  2. nk Says:

    Der Appell an den Neid ist in einer Demokratie der sichere Weg zur Macht.

  3. rotegraefin Says:

    An alle Konservativen zur Warnung, was in jeder Konserve steckt ist tot gekocht.
    Es bleibt also die Überlegung wird das Leben im hier und jetzt liebevoll gestaltet oder werden alte Bilder und Wunschdenken gehegt und gepflegt?

    Wenn es um Angst um Verlust geht, dann ist das Gebot der Stunde, diese Angst in den Blick zu bekommen, darüber zu sprechen und abzubauen.

    Schubladendenken in welche Richtung auch immer ist völlig ungeeignet Ängste abzubauen. Lediglich die Liebe zu sich selbst und zum Nächsten kann für Abhilfe sorgen.

  4. Bauer Gerhard Says:

    Konservativ sind nicht nur Besitzende, das ist eine willkürliche Definition.
    Die Besitzlosen als Plebs (absulote Negativbezeichnung,) zu bezeichnen ist fast schon eine Frechheit, vor allem wenn man sich ansieht wie manche der Besitzende zu ihrem Besitz kommen und gekommen sind.
    Auch Besitzende können Plebs sein, Plebs waren nicht die Besitzlosen, sondern jene die nicht dem Adel angehörten. Demnach wären, bei richtiger Verwendung, auch die Albrechts etc. Plebs. Aber mal davon weg, Pöbel und in diesem Sinne wird hier Plebs gebraucht, Pöbel sind für mich auch diejenigen die ohne Rücksicht auf Land und Leute, nur ihre Profitinteressen im Auge, wirtschaften.
    Das ist der echte, gefährlich Pöbel denn diese Leute haben auch die Macht. Diese Leute betrachten ganze Länder und Nationen als Privateigentum, deren Eigentum ist gesetzlich geschützt, nicht das Eigentum der kleinen Leute, sofern überhaupt etwas vorhanden ist das es wert ist als Eigentum bezeichnet zu werden.

    Ganz nebenbei bemerkt auch Kommunisten können konservativ sein.
    Konservativ ist derjenige der einen Zustand o. ä. konservieren, sprich erhalten möchte.
    Wer derzeit von sich behauptet, das er konservativ sei, muss auch erklären was für ihn so erhaltenswürdig ist.

    Das Volk für die Überschuldung verantwortlich zu machen ist falsch.
    Die Verschuldung, die öffentliche wie auch die private, ist Teil der Ausbeutung des deutschen Volkes, wie auch anderer Völker.
    Wohin fließen die Zinsen?
    Wem gibt der Staat, das Geld und leiht es sich anschließend, gegen Zinsen natürlich, zurück?

    Dieser Staat existiert nur noch zum Schein, dieser Staat wurde von privaten Interessengruppen übernommen.
    Auch die vielgeschmähte Sozialhilfe kommt finanzkräftigen Gruppen zu Gute, wer vermietet denn die Sozialwohnungen, dort wo es noch öffentlcihe Wohnungsbaugesellschaften tun, wird gerade die Privatisierung durchgeführt bzw. erwogen. Wo kaufen diese Leute ein, bei Aldi, Lidl etc.. Wieviel Geschäft entginge jenen Konzernen wenn z. B. keine Sozialhilfe mehr an Ausländer bezahlt würde?

    Nicht die kleinen Leute sind die Ursache an den Mißständen in diesem Lande, Ursache sind die Mächtigen, die sich diesen Staat unterworfen haben und unser Volk in großem Maße ausbeuten.

    Unter Demokratie versteht jeder was er will, Volksdemokratie, parlamentarische Demokratie usw. usf..
    Die Menschen eines Landes müssen über die Zukunft ihres Landes und sich selbst entscheiden können. Wie freie Menschen eben leben, selbstständig und eigenverantwortlich.

    Es müssen natürlich Regularien geschaffen werden, dass alles ausreichend berücksichtigt wird und keine Diktatur der 51 über die restlichen 49 erfolgt etc..
    Dies kann u. a. durch konsequente Umsetzung der Subsidiarität erfolgen.

    • rotegraefin Says:

      Es muss gar nichts geschaffen werden!
      Es sollte lediglich dem Menschen und zwar jedem Menschen seine Würde zurückgegeben werden. Dann kann er auch seine eigene Macht wieder für sich einsetzen.
      Solange noch ein Konservativer davon spricht dass es Plebs und Pöbel gibt, hat er noch nicht aufgeräumt bei sich mit der Schnapsidee, das Macht von oben nach unten verteilt wird. Solange nach oben gebuckelt und nach unten getreten wird, wird der gleiche alte und verheerende Geist der das Kaiserreich zu Fall gebracht hat und die Nazis meinten eine Rechtfertigung zu haben sechs Millionen Juden zu vergasen.

      Die Reste aus dieser Vergangenheit haben die Kindheit meiner Generation ziemlich überschattet und wenn ich jetzt sehe, das der gleiche Unsinn schon wieder in dem Kopf hier von Mcp rum spukt dann könnte ich Panik bekommen, zumal ich das Bild von seinen Söhnen in der Badewanne gesehen habe. Denkt er denn hier gar nicht an den Schutz von seiner Frau und seinen Kindern?

      Ich bin einfach nur entsetzt und fassungslos über so viel Kurzsichtigkeit.
      Es kann nur durch die konsequente Wiederherstellung der Würde des Menschen und zwar von Mann und Frau korrigiert werden und radikalem Gewaltverzicht und dem Willen zum Frieden schaffen ohne Waffen.

  5. Bauer Gerhard Says:

    Mercedes schockiert Sindelfingen mit C-Klasse-Entzug
    Das Modell ist eines der wichtigsten des Herstellers. Nun wird die neue Generation der C-Klasse aus Sindelfingen abgezogen und in den USA sowie Bremen produziert – ein Dammbruch. Die Mitarbeiter sind entsetzt und wollen die Produktion lahmlegen. …
    http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:verlagerung-der-produktion-mercedes-schockiert-sindelfingen-mit-c-klasse-entzug/50045003.html

    Ein Beispiel wie Pöbel agiert. Ist hier der Pöbel die Belegschaft von Daimler oder der Vorstand Daimlers und die dahinter stehenden Eigentümer, denen Profit wichtiger ist als Land und Leute.

  6. ultramontanus Says:

    *daumenrauf* Ein ausgezeichneter Kommentar, Mcp.

  7. Nikodemus Says:

    Schöner Kommentar, auch wenn ich deiner Definition von Nächstenliebe nicht ganz recht gebe – sie lässt sich eben nicht einschränken, wobei es schon verschiedene Grade der Verbindlichkeit gibt, das stimmt (Wer seine Kinder nicht ernähren kann, soll sich darum kümmern und zunächst nicht um Madagaskar).
    Was die Demokratie – deren Freund ich ja eh nicht bin – vollends zerstört ist die Umwandlung der Unter und zu weiten Teilen auch der Mittelschicht in ein (wenigstens gesinnungsmäßiges) Lumpenproletariat, das sich z.T. durchaus „neu bürgerlich“ dünkt.

    • rotegraefin Says:

      @Nikodemus
      Welche Definition von Nächstenliebe haben Sie denn? Das interessiert mich doch ungemein!
      Also wer kein Freund der Demokratie ist, ist doch wohl zwangsläufig ihr Feind. Wie lässt sich diese Feindschaft mit der Tatsache verbinden, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild und zwar als Mann und Frau geschaffen hat? Das ist mir ziemlich schleierhaft.
      Gott wurde doch Mensch und danach treffe ich doch in jedem Menschen Gott und wie soll ich dann mit den göttlichen Menschen klar kommen, wenn nicht durch eine niederlagelose und demokratische Auseinandersetzung?
      Das Lumpenproletariat hat sich von langer Hand durch die falsche Vorstellung von Demut in beiden christlichen Kirchen herausgebildet.
      Ein ewiges und wiederholtes mea culpa ist hier völlig unangemessen und fehl am Platz. Es entspringt einem tief verinnerlichten Selbsthass mit diesem muss aufgeräumt werden, wo immer er angetroffen wird.

    • Mcp Says:

      Über die Definition der Nächstenliebe lass uns ein anders Mal mal „streiten“. Ich kenne Deine Bauchschmerzen diesbezüglich, denke ich. Es ging mir in diesem Falle nur darum, sie von der allgemeinen Menschenliebe abzugrenzen.

      • rotegraefin Says:

        @Mcp
        Da bin ich mit Ihnen einer Meinung. die allgemeine Menschen kann keiner lieben. Da bedarf es schon gesunden Demut und Begrenzung auf das Menschen mögliche. Nämlich sich selber zu lieben und den Nächsten auch sowie die Einsicht darin, dass keiner dem anderen das antut, was er nicht selber auch möchte, dass es ihm getan wird.
        Dies bedarf nur einer kleinen Aufmerksamkeit in jedem Augenblick.

  8. pro cicerone Says:

    Ich bin der Meinung, dass Sie, wenn sie einen Teil der Schweizer derart pejorativ diffamieren, wenigstens das richtige Genus anwenden sollten. (plebs, plebis f.). Zweitens sollten Sie sich besser mit unseren Verhältnissen bekannt machen, bevor Sie urteilen. Sie scheinen mir Ihre deutschen Probleme auf unsere Res publica zu übertragen.
    1. In der Schweiz sind sowohl Steuern für die Reichen eher moderat, als auch der Sozialstaat weniger stark ausgebaut als bei Ihnen.
    2. Die Xenophobie hat eine längere Tradition als man denken könnte. Sie nahm ihren Anfang in einer Zeit der Vollbeschäftigung, als vom Sozialstaat kaum einer profitierte. Überfremdungsangst ist in einem Land mit so hohem Ausländeranteil kaum verwunderlich. Eine Masse von Hartz IV Empfängern ist undenkbar.
    Sie scheinen im Allgemeinen zu verkennen das die Demokratie eine Methode ist und daher nicht mit Werten gefüllt. Und hier scheint sich gerade die Stärke des halbdirektdemokratischen Systems zu zeigen. Es entlädt Spannungen. Weder kannte man in der Schweiz je einen F ü h r e r noch andere, totalitäre Auswüchse. Trotz der vielen Widersprüche (seien diese konfessioneller, sozialer, sprachlich/kultureller Art, oder die Ausländerproblematik). So seltsam es klingen mag, kann die Schweiz eher beanspruchen (wie Perikles) Schule für die Anderen zu sein als einer Belehrung durch die Nachbarn zu bedürfen.

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