Die fette Armut

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Trotz aller Aufrufe zur gesunden Ernährung – der Anteil fettleibiger Mädchen in Deutschland hat sich innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Das geht aus einem Bericht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hervor. Danach waren im Jahr 2001 5,5 Prozent der 15-jährigen Mädchen zu dick, 2006 waren es bereits 11 Prozent. Bei den Jungen stieg der Anteil in der Zeit von knapp 14 auf 16 Prozent.

Quelle: sueddeutsche.de; Immer mehr fettleibige Kinder

Zwischen 1995 und 2005, so von der Leyen kürzlich, nahm die Kinderarmut zu[1]. 16 Prozent aller Kinder sollen in „Armut“ leben[2]. Im gleichen Zeitraum, so erfahren wir nun, wurden dieselben Kinder immer fetter. Fast exakt der gleiche Prozentsatz aller Kinder leidet unter Verfettung. Ein Paradoxon des Sozialstaates: Die „Armut“ hungert nicht mehr, nein, sie macht fett.[3] Je „ärmer“ desto fetter.

Die „falsche Ernährung“ aus Armutsgründen ist ein Euphemismus für die Überernährung[4] gerade dieser Klientel und ein Beweis für die Absonderlichkeit des Armutsbegriffes in einem verfetteten Sozialstaat.

***

[1] sueddeutsche; Kinderreiche Familien dürfen nicht in die Armut rutschen
[2] Tagesspiegel; Immer mehr Kinder leben in Armut
[3] FAZ; Armut macht dick, unbeweglich und abhängig
[4] Wikipedia; Überernährung

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24 Antworten to “Die fette Armut”

  1. nk Says:

    Ganz abgesehen davon, dass der Kampf gegen die Fettleibigkeit selber ein Beschäftigungsprogramm für professionelle ‚Nannies‘ ist.

    • Mcp Says:

      Ich glaube die ‚Nannies‘ sind Teil des Problems. So wie der Sozialstaat immer neue Sozialfälle produziert, so produzieren die Ernährungsberater immer neue Ernährungsprobleme. Der Ansatz ist falsch, weil man glaubt durch externe Hilfe Probleme lösen zu können, die einzig eine Frage des eisernen Willens und der Selbstdisziplin sind. Fettleibigkeit ist keine Krankheit sondern mangelnde Selbstkontrolle, welche die Nahrungsmittelindustrie ja nicht wirklich will. Die schafft im Gegenteil Anreize zum Überkonsum, die in der Folge zu solchen Phänomenen führt.

      Früher definierte man Armut über Hunger. Als arm galt, wer sich die Lebensmittel, wie Kleidung, Nahrung oder Wohnung nicht selber beschaffen konnte. Das heute ein Übergewichtiger als arm gilt, zeigt wie sehr sich die Maßstäbe verschoben haben.

  2. Don't care Says:

    Ein Aspekte fällt wieder mal auf:

    – Dass die Alarmgkocken lossbimmeln, da der LichtgestaltInnen Überfressungsprozentsatz sich verdoppelte. Grosse Betroffenheit und Ratlosigkeit. Bei Jungen werden allenfalls die üblichen Anpranger-, Belehrungs- und Zurechtweisungs-Mantras angeschmissen.

    • Mcp Says:

      Es gibt tatsächlich Artikel zum gleichen Thema, die sich exklusiv nur mit der Zunahme weiblichen Übergewichtes beschäftigen. Aus welchen Gründen auch immer.

      • Don't care Says:

        Welche Gründe auch immer ??? – Die Apotheose des weiblichen in unserer Mösenkriecher-Republik, was sonst ?? – Wenn bei Jungen/Männern eine statistisch signifkante Verschlechterung irgendeines Parameters konstatiert wird, geschieht das regelmässig mit gehässiger Begleitmusik, wie „selber schuld, geschieht ihnen recht, sollen gefälligst was dagegen tun“, etc.

      • Mcp Says:

        @D.C.
        Das ein Grund für diese Ungleichbehandlung der Geschlechter im idealisierten Frauenbild dieser Gesellschaft liegt, ist mir klar. Aber aus diesem Artikel ging das explizit nicht so hervor. Ich fand es interessant, das es prozentual mehr junge Männer gibt, als Frauen. Das ist für mich ein Hinweis darauf, dass Frauen eher körperbetont sind als junge Männer. Aber das hat, zumindest in diesem Fall, nichts mit Feminismus zu tun, sondern resultiert aus den unterschiedlichen natürlichen Anlagen der Geschlechter.

  3. Bauer Gerhard Says:

    Wo steht in dem Artikelausschnitt, dass dieselben Kinder fetter wurden?
    Du ziehst aus diesen Zahlen Schlüsse, die man so nicht ziehen kann.

    Dann wäre auch noch zu hinterfragen, wo beginnt bei den Herausgebern dieser Zahlen die Fettleibigkeit?

    Ein bisschen gut beieinander sind heutzutage sehr viele, das Wohlstandsbäuchlein drückt viele von uns, macht auch nichts. Muss ja nicht jeder wie ein Spargeltarzan daherkommen.

    Es gibt sehr wohl Armut in Deutschland, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern.
    Wer, warum, wieso? Das ist eine andere Frage.

    Das mit dem ganzen Gedöns um Fettleibigkeit wieder nur eine Industrie von Sozialarbeitern, Ernährungsberatern etc. am laufen gehalten werden soll, ist der Grund für dieses Getrommel und was fast noch wichtiger ist, die Einflussnahme staatlicher und halbstaatlicher Stellen auf die Ernährung der Menschen. Wieder Eingriffe in das Privatleben der Menschen. Wen geht es etwas an ob ich einen Bauch habe oder nicht.
    Vielleicht ist es auch wieder ein erneuter Anlauf zu der schon einmal vorgeschlagenen Zuckersondersteuer.
    Ich habe Seehofer daraufhin geschrieben, er solle sich doch einmal um die Fettleibigkeit innerhalb der Regierungsmannschaft kümmern, bevor er uns Vorschriften machen will. Antwort erhielt ich keine, hätte mich auch verwundert.

    • Mcp Says:

      Das geht aus dem FAZ-Artikel hervor: Armut macht dick, unbeweglich und abhängig. Siehe Fußnote [3].
      Das ist nicht nur ein Ernährungsproblem sondern auch ein soziales Phänomen: sozial schwache neigen zur Überernährung, dass zeigen Studien aus den USA.

  4. Bauer Gerhard Says:

    Man glaubt und sieht halt auch das was man gerne hören und sehen will.
    Ist die Qualitätspresse in diesem Fall ein Beweis? Aus dem FAZ-Artikel geht auch nicht hervor, dass es sich um dieselben Kinder handelt, die im SZ-Artikel als arm eingestuft wurden. Auch werden bei diesen Zahlen keinerlei Verhältnisse zur Gesamtbevölkerung berücksichtigt usw. usf..
    Studien zeigen alles, was man sehen will oder eben nicht. Das Ergebnis und dessen Interpretation ist abhängig davon, wer gerade die Studien in Auftrag gibt, durchführt, was erreicht werden soll usw. usf..
    Es gibt mit Sicherheit genügend Kinder aus der sog. Mittel- und/oder Oberschicht die ebenfalls übergewichtig sind, wie auch Erwachsene.
    Mittelschicht waren früher mal die Geschäftsleute, heute sind es bereits Facharbeiter, auch so ein Unding.
    Wenn jetzt in die Studien auch noch die Junkies, Säufer usw. eingerechnet werden, die mit Sicherheit kein Übergewicht haben, dann würde manches wieder anders aussehen. Diese zählen dann auch zur Unterschicht, wobei aber noch nicht gesagt ist, aus welcher Schicht sie eigentlich kommen. Die Unterschicht wächst ja auch durch den Zufluss von oben nach unten.

    Es gab einmal eine Zeit, da gehörte der ordentliche Bauch dazu, um zeigen zu können, das man sich etwas leisten kann. Da waren die armen Leute die schlanken, dürren Menschen, waren sie auch die gesünderen?

  5. Bauer Gerhard Says:

    Das einiges mit der Ernährung kompensiert werden soll, ist wieder eine ganz andere Frage und führt vielleicht dahin, dass durch Ernährungs-, Konsumgewohnheiten andere Mängel ausgeglichen werden sollen. Das Kinder die in zu kleinen Wohnungen gehalten werden, wenig Platz zum Spielen in der Natur haben automatisch dicker werden und ihre Langeweile auch mit Essen überbrücken wollen, das sind Gründe die tatsächlich zu den genannten Missständen führen können. Nur muss man hier mit dem Begriff Unterschicht sehr, sehr vorsichtig sein.
    Falsch ist es grundsätzlich, von oben herab zu urteilen. Die „Armen“ fressen und saufen, sind deshalb dick und fett, deshalb können sie unmöglich arm sein.
    Man muss in Deutschland nicht unter der Brücke leben müssen um arm zu sein.

    • Mcp Says:

      Armut ist zu einem relativen Begriff mutiert. Würde man die Gehälter und Zuwendungen aller deutschen um das dreifache Erhöhen, wir hätten nicht einen Armen weniger. Das ist schon ein Paradigmawechsel, der von der hiesigen Sozialmafia herbeigeführt wurde. In der katholischen Soziallehre gilt als arm, wer sich die lebenserhaltenden Notwendigkeiten nicht selber verschaffen kann. Hunger, Obdachlosigkeit und Kleidungsmangel sind solche Einzelmerkmale für Armut. Alles andere ist hohles Geschwätz. Wenn es nach den Statistiken ginge, hätten wir in Deutschland prozentual wesentlich mehr Arme als die Serben oder Kroaten. Das ist einfach nur lächerlich.

      • nk Says:

        „““
        Armut ist zu einem relativen Begriff mutiert. Würde man die Gehälter und Zuwendungen aller deutschen um das dreifache Erhöhen, wir hätten nicht einen Armen weniger.
        „““
        Das ist natürlich aus Sicht der Sozialindustrie eine tolle Definition.

  6. Bauer Gerhard Says:

    „Hunger, Obdachlosigkeit und Kleidungsmangel sind solche Einzelmerkmale für Armut. Alles andere ist hohles Geschwätz.“
    Für Dich vielleicht.
    Natürlich zählen gesellschaftliche Standards mit. Ein Armer in Deutschland wäre in einem anderen Land reich, deshalb kommen auch soviele Arme nach Deutschland, um sozusagen auf deutsche Art arm zu sein.
    Das schließt aber nicht aus, dass Menschen in Armut leben, mit Wohnung, mit Essen, mit Kleidung und trotzdem arm sind.
    Vielleicht solltest Du einmal versuchen in deutscher Armut zu leben (nur mal so, um ein Gefühl dafür zu bekommen), Deine Frau und Dein Kind ebenfalls. Ich bin mir sicher Deine Frau würde Dir den Marsch blasen.

    Die Frage wer verantwortlich ist und ob jemand verantwortlich ist, wird hiervon nicht berührt.

    Die kath. Soziallehre ist auch nur eine Lehre, hier wird von Menschen definiert was arm ist. Woran wird festgemacht ab wann Mangel herrscht? Dies wird doch wiederum nur an den gesellschaftlichen Umständen festgemacht.
    Auch spreche in Menschen die ständig in Überfluss und auf Kosten anderer Menschen leben und gelebt haben, ab über Armut zu urteilen.

    Wieso stört es Dich nicht, wenn Gehälter von Priestern etc. vom Steuerzahler bezahlt werden. Wenn arme Hunde Almosen vom Steuerzahler bekommen, stört es Dich. Wobei hier viele Menschen darunter sind die wirklich unverschuldet in Not geraten sind.
    Mich stört dieser Sozialstaat auch, aber aus dem Grunde, dass es eine Schande für Deutschland ist, Menschen keine Arbeit geben zu können und damit die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben.

    Recht auf Arbeit, dies würde allerdings auch die Pflicht zur Arbeit bedeuten.
    Nein zur freien Verwendung von Gewinnen, die nur auf deutschem Boden, mit Hilfe des deutschen Volkes erwirtschaftet werden können.
    Ein Volk und die Lebensgrundlagen eines Volkes dürfen keine Privatsache sein.
    Der Staat muss seiner Aufgabe als Staat gerecht werden und nicht Interessenvertretung sein.

    Noch einmal zum Schluss, es vollkommen egal ob jemand fett ist oder nicht und aus welchen Gründen. Es ist seine Privatsache, man muss sich doch nicht um alles kümmern.

  7. Bauer Gerhard Says:

    „Wenn es nach den Statistiken ginge, hätten wir in Deutschland prozentual wesentlich mehr Arme als die Serben oder Kroaten. Das ist einfach nur lächerlich.“
    Natürlich, man kann nie Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn ich den armen Kroaten mit einem armen Bangladeschi vergleiche, dann ist der Kroate wieder reich. So kann funktioniert es nicht.

    • Mcp Says:

      Es gibt einen relativen und einen absoluten Armutsbegriff. Der Relative sorgt dafür, dass ständig mehr Leute arm gerechnet werden. Das ist ein verhängnisvoller Kreislauf, weil immer Geld in die „Armutsbekämpfung“ fließt, was über erhöhte Abgaben und Steuern dafür sorgt, dass das Armutsrisiko für Geringverdiener beständig steigt. Das ist das Paradoxon des Sozialstaates, das er immer mehr Leute in Abhängigkeiten bringt, statt ordnungspolitisch dafür zu sorgen, dass diese Leute ein eigenes Einkommen haben. Hier läuft etwas Grundsätzliches schief und zwar in Richtung Sozialismus. Deshalb brauche ich den absoluten Maßstab, um die Verhältnisse wieder ins rechte Licht zu setzen und zu sehen, dass es bei uns wesentlich weniger wirkliche Armut gibt wie anderswo. Genau diese Aussage fürchten unsere Sozialpolitiker wie der Beelzebub das Weihwasser, weil der ganze aufgeblähte Wasserkopf der Sozialverwaltung zur Disposition stände.

      • Bauer Gerhard Says:

        Was ist der absolute Maßstab für Armut?
        Bangladesh, Biafra oder sonstige Elendszonen dieser Welt?
        Du hast Angst vor dem ausufernden Sozialstaat und dessen Folgen. In Ordnung, kein Problem.
        Deshalb braucht man aber Missstände im eigenen Land nicht zu beschönigen.
        Wir haben Millionen von Menschen die keine Arbeit haben und finden, ich rechne auch die Leute in den sog. Maßnahmen mit aber auch die ganzen Studenten usw. die bis 30 und noch länger studieren. Auch das ist Arbeitslosigkeiit und gewollte Schönung der Statistiken.
        Mit Armut im Sinne von zum Leben zuviel und zum Sterben zu wenig hat dies nichts zu tun.
        Armut kann auch arbeitende Menschen treffen, ein Familienvater mit 3 oder 4 Kindern, einer Ehefrau die sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmert und um das Funktionieren des familiären Lebens, hat wenn nichts in der Tasche und die Familie kann sich im Vergleich zum Alleinverdiener, unverheirateten, kinderlosen Single nichts leisten was über den nötigsten Lebensunterhalt hinausgeht. Auch das ist Armut und Ungerechtigkeit.

        Hier muss Abhilfe geschaffen werden. Bezahlung muss auch nach dem tatsächlichen Familienstand, Wohnort etc. stattfinden.
        Es führt in den Untergang eines Volkes wenn wichtige Dinge nicht beachtet werden.

        Recht auf Arbeit und Recht auf eine gerechte Bezahlung gemessen am Können, der Leistung und der Lebensumstände.

      • Bauer Gerhard Says:

        Was verstehst Du unter Sozialismus?

      • Bauer Gerhard Says:

        „…statt ordnungspolitisch dafür zu sorgen, dass diese Leute ein eigenes Einkommen haben. Hier läuft etwas Grundsätzliches schief und zwar in Richtung Sozialismus…“
        Hier möchte ich noch etwas anmerken und dann ist Schluss für heute.
        In den sog. sozialistischen Staaten, ich bezeichne sie als marxistische Staaten, gab es die Arbeitspflicht ohne Arbeit kein Einkommen.

        In den privatkapitalistischen Ländern werden Menschen die von den Privateignern nicht benötigt werden der Allgemeinheit zur Versorgung vor die Füße gekippt. Das sich daraus dann so Dinge entwickeln wie der Sozialhilfeadel etc. ist ein Folge dieses Systems.
        Wenn Eigentum verpflichten würde, wie im GG ganz zaghaft angedeutet, dann gäbe es solche Zustände nicht. Es gäbe weniger Gewinn auf der einen Seite aber eine gleichmäßigere Verteilung des erwirtschafteten Gesamteinkommens einer Nation.
        In der Bayer. Verfassung steht es schon etwas genauer drin, aber Verfassungen und Gesetze sind Literatur, es wird nicht danach gelebt.

  8. Bauer Gerhard Says:

    3. Als derartige Autonomie des Willens setzt die Freiheit die Selbständigkeit des Menschen voraus; denn wer abhängig, zumal ökonomisch abhängig ist, ist nicht frei. Die Selbständigkeit aller Menschen muß durch die Eigentumsordnunggewährleistet werden, die nicht nur den Bestand des Eigentums schützen, sondern das Menschenrecht auf Eigentum verwirklichen muß.
    Jeder Mensch muß hinreichendes Eigentum haben, um selbständig zu sein. Eigentum sind die gesetzlich geschützten Möglichkeiten des Handelns,
    rechtlich geschütztes Eigenes. Den Schutz muß der Staat geben, weil nur der Staat die Verwirklichung der allgemeinen Freiheit durch Gesetzlichkeit und
    die befriedende Verteilung der Güter unter den Menschen, kurz: Freiheit und Eigentum, zu gewährleisten vermag. Rechtsschutz ist Staatsschutz. DieMaximen der Verteilung sind auf der Grundlage der Gleichheit der Bedarf, die Leistung und der Markt.
    http://www.kaschachtschneider.de/Schriften/Dokumente-herunterladen/Demokratie.pdf

    Ein paar Gedanken zur Freiheit.

    • Mcp Says:

      Auf dieser Basis kommen wir näher. Das ist nämlich eine ordnungspolitische Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass seine Bürger selbständig und eben nicht durch Sozialleistungen in staatlicher Anhängigkeit gehalten werden. Ich habe nichts gegen soziale Aufgaben des Staates, sofern sie wirklich Bedürftigen helfen. Ich wiederhole das nochmal: ein geistig und körperlich gesunder Mann zwischen 18 und 65 ist kein Sozialfall.

      • Bauer Gerhard Says:

        Das kommt auf die Umstände an. In diesem Deutschland kann ein solcher Mann durchaus ein Sozialfall sein, es gibt auch genügend davon.
        Mit dem Hinweis auf die marx. Staaten, wollte ich Dir nur andeuten, dass das Verhalten unseres Staates weder marxistisch ist, noch sozialistisch, sondern spezifisch kapitalistisch.

        Wir sind im Prinzip nicht allzuweit voneinander entfernt. Es gibt ein paar Definitionsprobleme, im richtigen Leben, wenn wir zusammenarbeiten würden etc., hätten wir diese nicht. Wir sind uns fremd. Diese Vermischung von Begriffen die heute üblich ist, führt dazu, dass sich die Leute nicht mehr verstehen. Jeder versteht unter gewissen Begriffen etwas anderes, das ist durchaus gewollt. Die erste Vermischung die mir im Moment einfällt, ist der Begriff „Sozialfaschisten“, geschaffen von den Moskauer Kommunisten. Die Ausdehnung des Begriffs Faschismus auf die gesamte nationale und bürgerliche Welt ist ebenfalls ein Produkt der Kommunisten. So wird ein modernes Babel geschaffen.

      • Mcp Says:

        Nun ich rede nicht von „diesem“ Deutschland. Dass es unter den gegenwärtigen Umständen ist, wie es ist – das ist mir klar. Ich rede von der Richtung in die Politik zu gehen hat. Der heutige Sozialstaat marschiert in Richtung Staatssozialismus. Denn im Namen des Sozialstaates wird nach dem Eigentum der Bürger gegriffen: Entweder über Abgaben und Steuern oder vermittels Gesetze die den Eigentümer entmündigen und ihm die Verfügungsgewalt nehmen. Die Kommis haben auf die harte Tour enteignet, dieser Staat macht es auf „sanfte Art“. Das Ergebnis ist das Gleiche, man merkt das ganz deutlich an den Staatsdoktrinen, die hierzulande neuerdings in Mode kommen.

        Arbeitspflicht, das hat der Ostblock hinreichend bewiesen, ist eben nicht die Lösung, sondern ein Teil des Problems. Beschäftigungstherapie, bei welcher der Staat draufzahlt. Im realen Sozialismus war ein großer Teil der Menschen damit beschäftigt, einen Sandhaufen von einer Stelle an eine andere zu schaufeln. Wenn man damit fertig war, wurde zurückgeschaufelt.

        Niemand sollte arbeiten müssen, der es nicht nötig hat. Wer fleißig Geld akkumuliert, lebt ja später nicht auf Kosten anderer, sondern von den Früchten seiner Arbeit.

        Hoppe beschreibt das anhand einer Kartoffel. Zwei Leute bekommen als Startkapital eine Kartoffel. Der Kluge pflanzt die Kartoffel, hegt sie und wird in einem Jahr mit zehn Kartoffeln belohnt. Der müßige Mensch verspeist sie, weil es ihm zu viel Mühe macht, ein ganzes Jahr zu warten und sie zu pflegen. Aber im nächsten Jahr wird der Müßige von dem, der sich Arbeit gemacht hat, einen „gerechten“ Anteil fordern. Die Metapher ist einfach, bringt es aber auf den Punkt.

      • Bauer Gerhard Says:

        Wenn es ehrlich verdientes Geld ist, kein Problem. Nur habe ich so meine Zweifel, dass in einem einigermaßen vernünftigen System jemand soviel Geld anhäufen kann, dass er davon Leben kann ohne auf neue Einkünfte angewiesen zu sein. Dieses Geld hat er immer von anderen. Die Geschichte mit den Kartoffeln ist eine Milchmädchengeschichte.
        Als die Leute von Kartoffeln und ihrem Grund und Boden leben mussten, waren sie sehr wohl in der Lage ein Jahr zu warten und auch etwas für das nächste Jahr beiseite zu legen. Heute ist es leider so, dass die meisten Menschen keinen Grund und Boden mehr haben um Kartoffeln anzubauen.

        Die Pflicht zur Arbeit beinhaltet auch das Recht auf Arbeit.
        Wenn den Marxisten nicht mehr einfällt als einen Sandhaufen von A nach B zu bewegen, ist das deren Problem aber weiß Gott nicht die einzige Art.

        Richtig, in diesem Staat wird enteignet aber nicht in die Hände des Staates oder der Gemeinschaft, sondern in die Hände des Großkapitals, des Finanzkapitals.
        Das hat mit Sozialismus nichts zu tun, das ist Kapitalismus in Reinkultur. Wie Spengler sagte, die Welt als Beute. Die Beute, den Gewinn, den Rücksichtslosen, den Cleveren, den Mächtigen, den Starken. Der Rest ist Masse und dazu da den unersättlichen Rachen der Gierigen zu füttern. Wenn dies nicht in ausreichendem Maße getan wird, wird das Kapital abgezogen, die Kreditlinien für Länder gekündigt usw. usf.. So werden Regionen und Völker erpresst und nötigenfalls in Armut gestürzt. Evtl. um später wieder als Retter mit ein paar Hilfslieferungen das Land vollständig zu kassieren.

        Damit die arbeitslosen Schichten nicht aufmucken und es zu keinen Volks- und Hungeraufständen kommt, wird aus der Kasse der schaffenden Menschen den vom Kapital nicht benötigten Menschen ein einigermaßen erträgliches Leben finanziert. Wenn sie saufen umso besser, wer säuft denkt nicht nach, wenn sie den ganzen Tag vor der Glotze hocken auch gut.

      • Mcp Says:

        Wir haben einfach unterschiedliche Begriffe. Ich mag weder den „Kapitalismus“-Begriff, noch den „Sozialismus“. Beide sind Erfindungen der Marxisten und kreisen um die ihre widersinnigen Theorien vom Klassenkampf. Es besteht zum Beispiel himmelweite Unterschiede zwischen der deutschen, der französischen und anglo-amerikanischen Produktionsweise und Lebensweise, wobei sich letztere nach dem Mauerfall, sehr zu meinem Leidwesen, durchgesetzt hat. Alle drei Modelle lassen sich nicht mit dem marxistischen „Kapitalismusbegriff“ beschreiben. Der rückt die Eigentumsfrage sogenannter „Produktionsmittel“ in das Zentrum der Kapitalismus-Sozialismustheorie, aber die spielen in der anglo-amerikanischen Produktionsweise nur noch eine ungeordnete Rolle, weil die wirklichen Besitzverhältnisse verschleiert sind und hinter juristischen Konstruktionen verschwinden. Auch spielt dort nicht die Produktion, also das „Kapital“ die entscheidentde Rolle, sondern die Finanzmärkte, die aber nur selten Kapital bilden, es vielmehr mit rabiaten Methoden ausbeuten. Nur im deutschen Modell ist Privateigentum natürlicher Personen von zentraler Bedeutung, während bei den Franzosen der Staat der größte Player ist.

        Die „Kartoffelgschichte“ ist eine stimmige Metapher, weil sie die meisten Menschen lieber über das notwendige Maß hinaus konsumieren und ihren erarbeiteten Reichtum nicht akkumulieren. Das will die Geschichte aussagen und sie trifft den Nagel auf den Kopf. Wer denkt heute noch an seine Kinder und Enkel und ist bereit für deren Wohl ein Vermögen zu erarbeiten und weiterzugeben? Die Masse denkt nicht im Traum daran, deshalb auf ein „vergnügliches“ Leben zu verzichten. Lieber vererben sie Schulden, denn Vermögen. Das Denken in Blutlinien ist doch fast gänzlich erloschen. Sogar die Rechte denkt eher in verschwommenen völkischen Begriffen, denn an ihre Gens. Aber es gibt eben kein „Volk“ ohne die Besinnung aufs Blut.

        Spengler will die Welt zur Beute und zwar als eine Beute für das Schwert und nicht für das Geld. Sein sozialistischer Cäsarismus entsprach so ziemlich dem, das die Nazis auch wollten und das war die Herrschaft des Stärkeren:

        „Das Schwert siegt über das Geld, der Herrenwille unterwirft sich wieder den Willen zur Beute.“
        Quelle: Spengler, Untergang des Abendlandes, Die Formenwelt des Wirtschaftslebens, Die Maschine

        Er deutet hier eine Lebensweise an, die grundsätzlich ablehne. Nicht wegen der Herrschaft des Schwertes sondern wegen der des sogenannten „Willens“, den er mit Sozialismus identifiziert. Ich glaube nicht, dass die Armen und Schwachen dort einen Platz zum Leben fänden. Spengler ist mir entschieden zu darwinistisch, vor allem in seinen welthistorischen Perspektiven. Wir sind keine Tiere und sollten uns auch nicht so verhalten.

        Im übrigen noch, das sagt unser Gesundheitsminister zu Übergewichtigen:

        Besonders häufig seien „Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus und Migrationshintergrund“ betroffen. Der Minister: „Wir müssen alle dazu beitragen, dass alle Kinder eine im wahrsten Sinne des Wortes ,unbeschwerte‘ Kindheit erleben können!“
        Quelle: BILD; Jetzt kommt der Ernährungs-Führerschein für Kinder;
        http://www.bild.de/BILD/politik/2009/12/10/immer-mehr-dicke-kinder/kommt-bald-ernaehrungs-fuehrerschein-fuer-alle-kinder.html

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