Ist Schönheit ein Frauenrecht?

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Als man 2008 den 100.Geburtstag der Simone de Beauvoir feierte, schien ihr Geist noch lebendig – jetzt muss man die Feminismuspionierin wohl endgültig begraben. Im Grabe umdrehen würde sie sich jedenfalls, wüsste sie, wofür die größte feministische Organisation der USA derzeit kämpft: für das Recht auf unbesteuerte Schönheitsoperationen.

Weiterlesen: DiePresse.com; Ist Botox ein Frauenrecht?

Auf den ersten Blick nur eine weitere absurde feministische These mehr, auf den zweiten Blick jedoch offenbart sie das ganze Dilemma der „Frauenbewegung“.

Schönheit ist das Privileg der Jugend und Schopenhauer[1] vermutet nicht zu unrecht das die Schönheit nach Kindbett und mit dem Alter vergeht, weil sie ihren natürlichen Zweck erfüllt hat, sie sogar die „Brutpflege“ tendenziell gefährdet. Geht die Frau eine neue Beziehung ein, so macht sie aus ihren Kindern Stiefkinder, was in sogenannten „Patchworkfamilien“ regelmäßig in Spannungen mündet, die durchaus dazu führen können das Kindswohl nachhaltig zu unterminieren.

Indes ist „Schönheit“ eine Variable des Zeitgeistes und ein Ausflug in die Historie der Malerei zeigt, wie sehr sich die „Schönheitsideale“ im Laufe der „Entwicklung“ wandeln. Zudem ist der Liebreiz eine Frage des individuellen Geschmacks und nicht jeder Mann findet das gerade herrschende Ideal „schön“. Um es umgangssprachlich zu formulieren: Aus jeden Topf passt ein Deckel und meistens sind die Frauen, die dem zeitgeistigen Schönheitsideal am deutlichsten widersprechen, auch die fruchtbarsten und besten Mütter, gerade weil sie keinen besonderen Wert mehr auf ihr „Aussehen“ legen. Umgekehrt bleiben „sehr schöne Frauen“ oft kinderlos, weil sie danach trachten ihr vermeintliches „Kapital“ so lange wie möglich zu erhalten und es nicht durch Schwangerschaft zu gefährden.

Die Kausalität zwischen Schönheit und Nachwuchs widerspricht der inneren Logik des Feminismus, denn dort geht es nicht um das Kindswohl, sondern allein um die Interessen der Frau, um die folgenlose Befriedung ihrer Lust, um ihre „Befreiung“ der Frau aus den „Fesseln“ natürlicher Mutterschaft. Im Vergleich zu Vergangenheit werden die Frauen heute erheblich später Mutter, zum anderen bleiben mehr kinderlos. Beides „zwingt“ die Frauen, entgegen ihrer bilogischen Uhr, länger „schön“ zu bleiben.

Der „Schönheitswahn“ entpuppt sich so nicht als eine modische Erscheinung, sondern als direkte Folge feministischen Gedankengutes und es war nur eine Frage der Zeit, wann die Protagonisten dieser Bewegung das Thema als „Frauenrecht“ deklarieren, weil sie ganz im Sinne des Zeitgeistes eine gesellschaftliche „Diskriminierung“ älterer Frauen durch Männer ausmachen, da diese auch im höheren Alter junge und hübsche Frauen bevorzugen. (Wie ungerecht! Männer sind halt Schweine, also sollen sie für diese „neuerliche Diskriminierung“ der Frau auch die Kosten für steuerfreie oder von der Krankenkasse bezahlte Schönheitsoperationen bezahlen. )

Es würde nicht wundern, wenn in diesem Zusammenhang „wissenschaftliche Studien“ auftauchen, die „belegen“ dass diese „Diskriminierung“ mit einem erhöhten Krankheitsrisiko „betroffener“ Frauen einhergeht – Männer machen Frauen krank – und sich deshalb die Bezahlung von „Schönheitsoperationen“ durch die Kassen rechtfertigen lassen.

***

[1] Schopenhauer; Über die Weiber; Parerga und Paralipomena II; Kapitel XXVII; §. 365; Erstausgabe Berlin, A. W. Hayn 1851: „Mit den Mädchen hat es die Natur auf Das, was man, im dramaturgischen Sinne, einen Knalleffekt nennt, abgesehn, indem sie dieselben, auf wenige Jahre, mit überreichlicher Schönheit, Reiz und Fülle ausstattete, auf Kosten ihrer ganzen übrigen Lebenszeit, damit sie nämlich, während jener Jahre, der Phantasie eines Mannes sich in dem Maaße bemächtigen könnten, daß er hingerissen wird, die Sorge für sie auf Zeit Lebens, in irgend einer Form, ehrlich zu übernehmen; zu welchem Schritte ihn zu vermögen, die bloße vernünftige Ueberlegung keine hinlänglich sichere Bürgschaft zu geben schien. Sonach hat die Natur das Weib, eben wie jedes andere ihrer Geschöpfe, mit den Waffen und Werkzeugen ausgerüstet, deren es zur Sicherung seines Daseyns bedarf, und auf die Zeit, da es ihrer bedarf; wobei sie denn auch mit ihrer gewöhnlichen Sparsamkeit verfahren ist. Wie nämlich die weibliche Ameise, nach der Begattung, die fortan überflüssigen, ja, für das Brutverhältniß gefährlichen Flügel verliert; so meistens, nach einem oder zwei Kindbetten, das Weib seine Schönheit; wahrscheinlich sogar aus dem selben Grunde.“

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5 Antworten to “Ist Schönheit ein Frauenrecht?”

  1. Bauer Gerhard Says:

    „…für das Recht auf unbesteuerte Schönheitsoperationen…“
    Auch an Männern?

    Es geht dabei ja nicht um die Abschaffung einer Steuer, sondern um die Gegenwehr gegen die Einführung einer Steuer.

    Jede Gruppe wird sich wehren, wenn sie durch Zusatzsteuern belastet wird um die hochtrabenden Pläne von BHO zu finanzieren, die doch nur dazu dienen der Gesundheitsindustrie Geld in den Rachen zu schaufeln.

    • Mcp Says:

      Es geht um Frauenrechte, nicht um die von Männern. Wenn Du den verlinkten Artikel liest, wird Dir das auch klar: Nur Frauen werden aufgrund ihres ihres „Verwelkens“ durch Männer „diskriminiert“.

  2. Don't care Says:

    Kann nur wiederholen, was ich hier zum x-und-x-igsten mal abgelassen habe:
    Der feministiche Grössenwahn ist nunmehro jedweden Masses und Realitätsbezuges komplettemang verlustig gegangen.
    Analogien zum Sozialismus sind mega-evident. Je offensichtlicher die Realität sich weigert, sich dieser irrwitzigen Ideologie gemäss zu verhalten, in desto bizarrere und abstrusere Wahnkonstrukte versteigen sich ihre „ProtagonistInnen“. Die Unterstellungen und Schuldzuweisungen an die „pöhsen Männer“ und ihre „diabolischen Absichten“ werden immer impertinenter und infamer.

  3. Don't care Says:

    Noch eine Lage Senf meinerseits:
    Umgekehrt wird evtl. ein Schuh draus. – Schönheit ist Frauen-PFLICHT, die de Evolution ihnen auferlegt hat, um die Fortpflanzung in Gang zu halten. Denn Schönheit ist nix weiter als ein Indikator für Gesundheit und Fruchtbarkeit. Nur die kranken GehirnInnen eines dekadenten „Ismus“ konnten in zynsicher Verdrehung eine Pflicht für Männer daraus schnitzen, nämlich für die möglichst lange Aufrechterhaltung dieses Attributes sorgen zu müssen.

    Ergo wiederhole ich einen einige Beiträge früher gegebenen Spruch (Menschenrecht auf Abtreibung):

    Frauen haben nur noch Rechte;
    Männer haebn nur noch Pflichten;

    • Mcp Says:

      Dass Schönheit ein Indikator für Gesundheit und Fruchtbarkeit ist – nun das ist strittig und es kommt darauf an, was man unter Schönheit versteht. Denn die „moderne“ Schönheit ist oftmals das genaue Gegenteil von Gesundheit, geschweige Fruchtbarkeit. Krankgehungerte Models oder Menschen, die sich für „Schönheit“ Brüste, Lippen oder Hinterteil ausblasen oder umgekehrt Fett absaugen lassen, sind für mich weniger ein Ausdruck von Gesundheit oder Fruchtbarkeit, sondern das glatte Gegenteil dieser Botschaft.

      Ich schrieb schon, dass Frauen, die dem Schönheitsideal widersprechen, also eher üppige Formen aufweisen oft auch am fruchtbarsten sind. Ein Vergleich mit präantiken Fruchtbarkeitsgöttinen drängt sich förmlich auf. Noch meine Großmama hielt üppige Körpermaße – auch beim Mann – für ein Zeichen strotzender Gesundheit, Fruchtbarkeit oder Manneskraft und sie hielt von schmächtigen Jünglingen oder hageren Frauen nichts. Meine erste „offizielle“, recht zierliche Freundin bedachte sie, nach dem „Vorstellungstermin“, mit den unvergesslich-verächtlichen Worten: „Die stirbt dir im ersten Kindbett weg. Such Dir was kräftiges, mein Junge.“

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