Das totalitäre Patriarchat

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Ein US-Kommandeur im Irak will Schwangerschaften in seiner Truppe einem Medienbericht zufolge zu einer Sache für das Kriegsgericht machen. Generalmajor Anthony Cucolo habe am 4. November eine Order erlassen, nach der nicht nur Soldatinnen bestraft werden sollen, die schwanger wurden, sondern auch Soldaten, die das Kind zeugten.[1]

In Sparta, so die Legende, wurde kein Mann in die Schlacht geschickt, der nicht mindestens einem Kind das Leben schenkte. Der Krieger musste Vater sein und die Mutter verlangte den Schild zurück, nicht den unbedingt den Mann. Die Frau beherrschte in Sparta das Wirtschaftsleben, weil es dem Manne verboten war, denn die waren unter strengster Disziplin kaserniert. Die spartanische Verfassung kannte nur Bestimmungen für Männer, Frauen blieben von Regeln, als auch von Vorschriften weitgehend verschont. Es war Aristoteles der die spartanische Verfassung genau deshalb verächtlich und sehr treffend eine Weiberherrschaft nannte.

Wenn nun Frauen nicht nur in den Krieg ziehen sollen, sondern auch ihre Schwangerschaften kriminalisiert werden; was wird ein künftiger Historiker wohl über unsere Zeit vermuten? Ich ahne es: das totalitäre Patriarchat. Ironischerweise erfolgt der Rückbau weiblicher Privilegien – Frauen und Kinder zuerst – unter der Flagge ihrer „Befreiung“.

***

[1] WELT ONLINE; US-Truppen im Irak: US-Kommandeur will Schwangerschaften bestrafen

[2] Xenophon; Die Verfassung der Spartaner

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3 Antworten to “Das totalitäre Patriarchat”

  1. LePenseur Says:

    Entweder da ist ein tieferer Wortwitz drin (bitte erklären!), oder es ist doch ein Tippfehler:

    „Patrichart“

    ???

    Heißt das nicht „Patriarchat“?

    • Don't care Says:

      Etwas mehr générosité Monsieur LePenseur, ich habe mir bei einem der letzen Beiträge auch eine corecteur-Attitüde verkniffen, als es da hiess „Merkel GENERIERT sich wie Supermanns…“ au lieu de „Merkel GERIERT sich wie Supermanns…“

      Mea-culpa-mässig (neusprech-isch) muss ich bekennen, dass ich in der Eile und im oft blutdruck-angelupften Affekt auch jede Menge „Schreippfähler“ mache. 🙂

  2. Don't care Says:

    Pardon MCP, itzo mal was ad rem und nicht ad hominem. -:( Der Kommandööör hat auch den typische Kotau vor dem fem. Paradigma von der Verantwortungsverschiebung richtung Männer gemacht. Wenn unser Super-Duper-Soldateusen sich vor dem Blau-Bohnen-Pfiff heldenhaft durch Uterus-Aufblähungen verpissen, muss natürlich auch der pöhse Mann an den Ohren gezogen werden. Ob die Heldinnen sich heimlich oder arglistig schwängern lassen, fragt selbstverstänlich kein Aas. Nur, wer wird sich denn erdreisten die LichtgestaltInnen allein zu verdonnern.

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