Hanebüchener Unsinn

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Ein Mitglied des CDU-Präsidiums sagte der Süddeutschen Zeitung: „Eine Befriedigung der konservativen Klientel ist heute nicht mehr so leicht möglich wie früher, weil sich die Gesellschaft gewandelt hat.“ Ein Vorstandsmitglied ergänzte: „Für einige in der Partei geht die Modernisierung zu schnell, für viele in der Gesellschaft aber geht sie noch immer viel zu langsam.“[1]

Das ist, milde ausgedrückt, hanebüchener Unsinn. Die Union hat in den letzten fünf Jahren mehrere Millionen Wähler verloren. Die Wahlbeteiligung strebt gegen 50 Prozent. Von welcher „Gesellschaft“ redet der Herr? Gehören die Millionen Konservativen in diesem Lande nicht mehr zu der „Gesellschaft“, deren Interessen die Union vertreten will?

Der Nonsens-Satz widerspricht auch der demographischen Entwicklung, das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung bewirkt eher eine tendenzielle Zunahme eines strukturellen „Alterskonservatismus“. In Wahrheit entfernt sich die Parteipolitik von den Bedürfnissen der Bevölkerung, nicht umsonst wird eine zunehmende Politikverdrossenheit beklagt, die sich quer durch die Bevölkerung zieht. Diejenigen, denen die sogenannte „Modernisierung“ nicht schnell genug geht, sind ein verschwindend kleiner Teil der Gesellschaft, der nur deshalb so aufgeblasen erscheint, weil er die Mainstreammedien dominiert.

[1] sueddeutsche.de; Nach Klagen über Führungsstil – Merkel will sich Kritikern stellen.

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7 Antworten to “Hanebüchener Unsinn”

  1. Arminius Says:

    Merkel und vielen anderen CDU-Funktionären ist ein positiver Kommentar in der Süddeutschen allemal wichtiger als das Wohl des Volkes.

  2. Bauer Gerhard Says:

    Natürlich ist es nicht mehr so einfach wie früher, die CDU hat sich gewandelt.

  3. Nikodemus Says:

    Ich glaube wir haben die Regierun(en), die zum Volk passen.

    • Bauer Gerhard Says:

      Die haben wir eben nicht.
      Die Wahlbeteiligung spricht für sich und zeigt an, dass ein großer Teil der Deutschen mit den bestehenden Parteien nicht zufrieden ist.
      Ein Volk in einer Diktatur oder in einem ähnlichen Zustand ist auch nur bis zu einem gewissen Grad für diesen Zustand verantwortlich.
      Wir leben zwar in keiner Diktatur aber in einem Staat in dem von Anfang unter dem Schutz bzw. der Drohung von Panzern und Bajonetten Parteien verboten oder erlaubt wurden. Nein, nicht nur in der DDR auch in der BRD.
      Das Rechtssystem ist so ausgerichtet, dass das Volk entmündigt wird/ist und keinerlei Rechte auf Kontrolle und Mitwirkung hat.
      Echte Alternativen in der Parteienlandschaft gibt es nicht.
      Wenn es echte Alternativen gäbe, würden sie verboten, für den Fall, dass sie den Nebel der Gehirnwäsche beiseite schieben könnten.
      Parteien die eine gewisse Gefahr sind, wie z. B. die NPD, werden von VS-Leuten unterwandert und zum richtigen Zeitpunkt kommt dann auch wieder eine medienwirksame Provokation mit der sich der Normalbürger nicht identifizieren möchte/kann.
      Das die NPD im Prinzip Positionen vertritt die z. Tl. mal Unionspositionen waren, auch das GG hochleben lässt wird geflissentlich übersehen. Die Ansichten eines frühen Strauß wären heute rechtsradikal, ein junger Mann mit seinen Ansichten hätte im politischen Leben keine Chance mehr.
      Das Medienkartell inkl. Staatsfunk sind eine schwer zu durchbrechende Barriere.

      Selbst bei sich für aufgeklärt und gut informierten Menschen kann man feststellen, dass sie der Gehirnwäsche nicht entkommen sind. Sie sitzt zu tief und wir selbst müssen uns immer wieder kritisch hinterfragen ob sich hinter unseren Meinungen nicht ein tiefsitzendes (Vor)urteil eingerichtet hat, dass durch die Medienberieselung, Schule etc. eingepflanzt wurde.

      Es ist zu einfach es auf das Volk zu schieben. Die Unzufriedenheit im Volk ist groß. Wo ich auch hinkomme wird geschimpft und gemurrt. Die Leute sind teilweise mutlos und wissen nicht wohin und mit wem.
      Ich kann derzeit auch nicht sagen in wessen Boot ich einsteigen möchte und welchem Kapitän ich mich anvertrauen soll. Ich weiß wen ich wähle und wen nicht aber das alleine reicht nicht aus.

  4. Bauer Gerhard Says:

    @mcp
    Das Werk „Weltkampf um Ehre und Recht“ von Max Schwarte könnten Dich interessieren.
    Ich habe mir im Antiquariat noch einige Bände sichern können.
    Auf dieser Seite werden die einzelnen Bände nach und nach veröffentlicht.
    http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archivindex.html

  5. ultramontanus Says:

    Ich glaube nicht, dass es nur ein »verschwindend kleiner Teil« ist, dem die Modernisierung nicht schnell genug gehe. Ich bin im Gegenteil davon überzeugt, dass der Löwenanteil der Bevölkerung den Mainstreammedien hinterherläuft, egal was die vorgeben, also hier: eine »Modernisierung« der CDU wünscht.

    Das hilft allerdings der CDU nichts, weil sie notwendigerweise immer »rechts« von der SPD verortet ist (egal was sie tatsächlich tut), ein »linker« Journalist (und so versteht sich die übergroße Mehrheit der Journalisten) sie also tendenziell stets negativer, weniger »modern« bewerten wird als SPD, Grüne, Linke usw.

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