Google erwägt Rückzug aus China

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Google droht mit seinem Rückzug aus China. Der Internetkonzern will sich nicht länger der chinesischen Zensur beugen und nimmt dafür sogar einen Abzug aus dem größten und am schnellsten wachsenden Internetmarkt der Welt in Kauf.[1]

Google sollte mit Deutschland anfangen: Auch hier werden diverse Internetseiten aus „Rechtsgründen“ aus den Suchergebnissen entfernt, weil uns eine „Obrigkeit“ Vorschriften darüber machen will, welche Meinungen für uns bekömmlich sind und welche nicht. Meinungsfreiheit ist nicht nur in China unteilbar.

[1] FAZ.NET; Zensur und Hackerangriffe: Google erwägt Rückzug aus China.

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15 Antworten to “Google erwägt Rückzug aus China”

  1. Bauer Gerhard Says:

    Die Chinesen werden kein Problem mit dem Rückzug von Google haben.

  2. Mcp Says:

    Oh doch, das würden sie. Google ist lebenswichtig für jedes Unternehmen, was im Internet Geschäfte macht. Allerdings glaube ich nicht das Google seine Drohung wahr macht.

    Im Grunde ist das nichts weiter als ein billiger PR-Trick. Seht her: Google gegen Zensur. Dabei zensiert Google nicht nur in China. Ob „gezwungen“ oder nicht – Google gehört zum System.

    Im übrigen: Ich bin weder ein China-, noch ein USA-Fan und auch zu Google habe ich eine durchaus realistische Meinung. Google will gute Geschäfte machen und verfügt über ein Quasi-Monopol. Ein wirklich freiheitlicher Staat hätte Google längst in miteinander kongruierende Unternehmen zerlegt. Aber Google gehört längst zum „System“ und seine Monopolstellung ist nicht nur für China recht nützlich.

    • Bauer Gerhard Says:

      Ein freiheitlicher Staat (im westlichen, amerikanischen Verständnis) kann Google nicht zerschlagen, dazu ist Unfreiheit und Zwang notwendig.
      Die USA würden uns was pfeifen.

      Da sieht man auch wieder was der Begriff Freiheit bedeutet, Freiheit für wen oder was, frei von was oder für was.
      Wer legt fest was frei ist und was nicht?

      • Mcp Says:

        Ein freiheitlicher Staat (im westlichen, amerikanischen Verständnis) kann Google nicht zerschlagen, dazu ist Unfreiheit und Zwang notwendig.

        Nein, sondern einfach nur Recht: Monopole sind das Ende jeder freiheitlichen Betätigung am Markt. Hier für ein gesundes Gleichgewicht zu sorgen ist eine originäre ordnungspolitische Aufgabe des Staates. Monopole müssen zerschlagen werden. Auch die des Staates.

      • nk Says:

        Monopole können sich auf die Dauer nur halten, wenn der Staat sie schützt. Es wird Alternatioven zu Google geben. Die Marktwirtschaft fuktioniert, wenn man sie nur läßt. Ob den Regierenden die Ergebnisse gefallen, ist eine andere Frage.

  3. Bauer Gerhard Says:

    Google beklagte eine von Computern in China ausgehende gezielte Attacke auf seine Server. Es sei unter anderem versucht worden, an die E-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtler heranzukommen.

    US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, Washington erwarte von Peking eine Erklärung. Der Vorwurf löse „sehr ernste Besorgnis“ aus.
    http://de.rian.ru/world/20100113/124679124.html

    Daher weht der Wind. Clinton ist besorgt um Menschenrechtler. Welche Menschenrechtler das sind, ist wohl klar. Brauchen die US-Geheimdienste Google nicht zu hacken, bekommen die ihre Daten auch so?

  4. Bauer Gerhard Says:

    In Deutschland haben weder YouTube noch Google Probleme mit der Zensur, auch macht sich kein chinesischer Außenminister Sorgen über die Lage von Dissidenten in der BRD.
    Die „Westler“ benützen diese Dinge immer nur um sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen bzw. um diese bei der hiesigen Öffentlichkeit anzuschwärzen und um zu zeigen, seht her, wie frei ihr leben dürft. Dankt uns auf allen Vieren.
    Zur Propaganda gehören dann auch solche Artikel:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article5821068/Mehr-als-2-3-Milliarden-Menschen-sind-nicht-frei.html

    Das natürlich auch Russland als unfrei dargestellt wird, ist natürlich kein Zufall. Südafrika dagegen ist ein freies Land, schön schön.
    Vielleicht ist der freie Handel gemeint.
    Freie Weltmeere, freier Handel, Kapitalverkehrsfreiheit etc. schöne Begriffe und Zustände für Räuber, die lieben keine Einschränkungen.

    • Mcp Says:

      Für die Freiheit der Meere und des Handels hat Deutschland von 1871 bis 1945 gekämpft. Jedenfalls waren diese Begriffe fester Bestandteil der damaligen Propaganda. Nicht ganz zu unrecht, denn in dieser Zeit betrachtete Großbritannien die Weltmeere als Binnengewässer und jeden der Handel, der nicht über Londoner Banken abgewickelt wurde, als illegal. Im Grunde hat sich bis heute daran nichts geändert, nur haben sich politischen Gewichte verändert. Weder sind die Weltmeere frei, noch ist es der Handel. Die großen Räuber bestimmen heute noch die Regeln.

      • Bauer Gerhard Says:

        Freiheit der Meere und des Handels war immer schon die Domäne der Angelsachsen und auch eines kleinen Volkes aus dem Orient, das Grenzen, nationale Einschränkungen etc. nicht akzeptieren wollte und will.

        Deutschland hat nicht einen Krieg geführt um seine Waren in bestimmten Ländern verkaufen zu können etc.. D. h. freien Handel zu ermöglichen.
        Die Angelsachsen hingegen fortlaufend und tun dies heute noch. Das nennen sie freien Handel, freie Wirtschaft, wer den Zugang zu den Märkten verweigert wird Opfer.
        Kapitalverkehrsfreiheit ist die logische Folgerung aus dem freien Handel. Dies wird den Völkern wiederum aufgezwungen, so auch dem deutschen Volk durch den Schandvertrag von Lissabon.

        Du ziehst auch die richtigen Schlüsse, nur hat Deutschland nie für das freie Spiel der Kräfte, des Marktes, plädiert, in der von Dir genannten Zeitspanne, sondern für Ordnung. Ordnung die durch den Staat geschaffen und garantiert wird, d. h. auch Einschränkungen für Handel, Kapital sowohl national als auch international.

        Freiheit der Volker, Unabhängigkeit und Selbstbestimmungsrecht dafür trat Deutschland ein.

      • Mcp Says:

        Es gibt keine Welt ohne Regeln. Die Frage ist wer diese macht, respektive wer die Macht hat seine Regeln durchzusetzen. Die Frage der Freiheit ist eine Frage der Beteiligung oder dem Ausschluss aus einer bestehenden Ordnung. Selbst „Räuber“ haben Sitten.

        1938 kündigte Deutschland eine „Exportoffensive“ an, was die Angelsachsen, insbesondere die USA, als Angriff auf die bestehende Handelsordnung auffassten. Die Pariser Zeitung, ein linksliberales deutsches Emigrantenblatt, schrieb in diesem Zusammenhang von einer deutschen „Drohung“. Handel als Drohung, sehr interessant sind diese alten Zeitzeugen.

  5. Bauer Gerhard Says:

    Ukrainische Wähler bieten Stimmen online zum Verkauf
    16:43 | 13/ 01/ 2010

    Druckversion

    KIEW, 13. Januar (RIA Novosti). Im Vorfeld der ukrainischen Präsidentenwahl bieten Wähler auf einer Webseite ihre Stimmen jedem interessierten Politiker zum Kauf an. Die Behörden sehen schwarz für die Bekämpfung des Übels…..
    http://de.rian.ru/postsowjetischen/20100113/124680872.html

    Die Ukrainer haben es kapiert, wieso sollen nur die Abgeordneten kassieren.
    So funktioniert die parlamentarische Demokratie, wer bezahlt schafft an. Aus diesem Grunde sehe man sich auch die Liste der Großspender der Parteien an.
    Ist das jetzt Freiheit, wenn Freiheit, dann darf ich meine Stimme auch verkaufen oder etwa nicht?

  6. NixZen Says:

    http://nixzen.wordpress.com/2010/01/14/einmal-sus-sauer-bitte-google-vis-china/

  7. kikri Says:

    Was ist mit Google geschehen, dass sie nach Jahren so plötzlich ihren Sinn für Menschrecht ertdecken.
    Gibt es einen neuen Boss oder ist das nur eine PR-Kampagne?

  8. Bauer Gerhard Says:

    „…Eine weitere Überlegung muss Zweifel wecken, ob Google Lob verdient hat. Nach dem von Obama gerade wieder verlängerten und in den Vereinigten Staaten gültigen Patriot Act ist es bestimmten amerikanischen Behörden erlaubt, Zugriff auf die E-Mails in Google-Konten zu nehmen. Nicht nur kann die E-Mail-Kommunikation zweier Personen selbst protokolliert und ausgewertet werden. Auch auf die bei Google gespeicherten E-Mails darf nach dem Patriot Act legal Zugriff genommen werden. Voraussetzung hierfür ist lediglich der Verdacht eines bestimmten Verbrechens, etwa die Durchführung finanzieller Transaktionen mit Ländern, die Terrorismus unterstützen oder die Leistung bedeutender Unterstützung für Terroristen. Verlegt man gedanklich die chinesischen Menschenrechtsaktivisten in die USA und ruft sich die teilweise gewaltsamen Zusammenstöße in Tibet und zwischen Han und Uiguren in Erinnerung, so bedarf es keines großen Pessimismus, um festzustellen, dass die Menschenrechtsaktivisten womöglich Terroristen in den USA genannt würden, wären sie dort und nicht in China anzutreffen…“
    http://ef-magazin.de/2010/01/16/1797-google-china-der-westen-und-die-schweine

    So ist es.

  9. Bauer Gerhard Says:

    „..In der Bundesrepublik sieht die Lage nicht wesentlich anders aus. Nach § 100a StPO kann ohne Wissen des Betroffenen die Telekommunikation überwacht und aufgezeichnet werden. Die Vorschrift enthält in Absatz 2 einen umfangreichen Katalog von Tatbeständen, in denen eine solche Überwachung zulässig ist. Während der Dauer der Nachrichtenübermittlung ist der Zugriff auf den Inhalt von E-Mails gestattet. Wenn eine Ermittlungsmöglichkeit nicht zur Verfügung steht, dürfen sogar die E-Mails von nicht Beschuldigten gelesen werden. Sicher würde auch den deutschen Ermittlungsbehörden wenigstens eine Tat einfallen, die man den Menschenrechtsaktivisten vorwerfen könnte, um sie im Geheimen überwachen zu können….“
    ebenda

    So und nicht anders.
    Es ist ein Propagandafeldzug gegen China. China ist ein nationaler Staat und lässt sich der „internationalen Gemeinschaft“, also den Finanznomaden, nicht allzuviel dreinreden, wenn überhaupt.
    Da wird die Menschenrechtskanone aktiviert und auf die chinesische Mauer abgefeuert. In diesem Fall stehe ich auf der Seite Chinas.

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