Halleluja

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Als die SED-Prominentensiedlung in Wandlitz Ende Januar 1990 aufgelöst wurde, waren die Honeckers ein Problem. Der gestürzte Staatschef sollte unbedingt vor dem Volkszorn geschütz werden. Dem gottlosen Honecker gewährte ausgerechnet die Kirche Asyl. Pastor Uwe Hollmer erinnert sich an gemeinsame Spaziergänge.[1]

In der Nazizeit rettete die Kirche Juden. Dann rettete sie Nazis. 1989 retteten Christen Kommunisten.

Heute wird das Christentum von den Juden, den Nazis und den Kommunisten genau deshalb gleichermaßen beschimpft, beleidigt und geschmäht.

Wir machen trotzdem weiter. Auch wenn wir den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden. Wir retten jedes Leben, jede Seele. Bis zum Jüngsten Gericht. Halleluja.

[1] WELT Online: Warum der gottlose Honecker in Kirchenasyl kam

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4 Antworten to “Halleluja”

  1. Bauer Gerhard Says:

    Die evang. Kirche war in der DDR doch gar nicht so schlimm dran, siehe Kasner. Vielleicht hat er sich nur bei Honecker bedankt.

    Nicht vergessen, diese Leute tragen auch Mitschuld an der ungebremsten Einwanderung ausländischer Sozialhilfeempfänger in Deutschland und setzen sich vehement für das Bleiberecht dieser Menschen ein.

    Hilfeleistung kann auch auf Dummheit beruhen oder Berechnung sein.
    Auch die Kirche macht knallharte weltliche Politik. Ebenso wurden auch Vertreter der Kirchen in gewissen Zeiten sicher auch von Vertretern der jeweiligen Staaten wohlwollend behandelt.
    Auch hier ist die Sache nicht einfach Schwarz/Weiß, sondern mit vielen Grautönen versehen.

    Den Löwen wurden auch andere zum Fraß vorgeworfen, nicht nur Christen. Nur macht darüber heute keiner mehr ein Aufheben. Die unendliche Geschichte der Verfolgung von orientalischen Religionen, kommt doch immer wieder gut an. Dafür hat die Kirche ja dann die Hauptstadt dieser Verfolger besetzt.

    • Mcp Says:

      Die lange Liste der katholischen Märtyrer widerlegt Deine Einlassung. Sie alle starben für ihren Glauben – aus keinen anderen Grund. Das die Kirche eine weltlichen Machtanspruch hat, ergibt sich aus ihrer Zwei-Welten-Lehre und er wurde von ihr auch niemals ernsthaft geleugnet. Natürlich will ich als Christ in einem Staat leben, in dem ich die Gebote meines Gottes ohne Risiko von Verfolgung oder Bestrafung befolgen kann. Alles andere ist zu bekämpfen – so wie der Kommunismus, Sozialismus oder Liberalismus. Oder alle anderen menschlichen Verirrungen. Natürlich würde ich lieber unter einem Franco, einem Pinochet, statt einem Honecker, Stalin oder einer Merkel leben.

      Aber man darf die Grenze zwischen weltlicher und himmlischer Macht nie überschreiten: Man kann oder muss sich mit der weltlichen Macht arrangieren, zumindest dort, wo man ihrer nicht teilhaftig ist. Aber man darf niemals fraternisieren, wie Kasner und Konsorten es getan haben. Leider neigt der Protestantismus dazu weltliche Ideen mit Gottes Geboten zu vermengen, auch deshalb weil ihn der Dogmatismus fremd ist. Aber das ist ein großes Thema, für welches hier nicht der rechte Platz ist.

      Ja, auch andere wurden verfolgt. Dass heute niemand mehr danach kräht, ist nur Beweis, dass der Zweck der Verfolgung von Erfolg gekrönt war. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne den alten Mann in Rom würde sich heuer niemand mehr auch nur an einzigen katholischen Märtyrer erinnern, wären ihre Namen längst in der Vergangenheit verschwunden. Ohne den alten Mann in Rom, ohne die katholische Sukzession, wären die Christen eine längst vergessene Sekte. Ist es diese – erfolgreiche – Tradition, die Du uns – nein mir – zum Vorwurf machst? Das wir Christen erfolgreich waren, wo andere versagten? Ich kenne nur noch eine andere Tradition, die – ohne Bruch – von der Antike bis zur Neuzeit reicht: die der Semiten.

      Seit zweitausend Jahren ist die katholische Tradition ungebrochen. Generation um Generation hat sie durch die Zeit getragen. Meine und Deine Vorväter waren es, die das getan haben, die nicht nur ihre Gens, sondern auch Europa groß, stark und mächtig gemacht haben.

      Deine Worten entnehme ich, dass Du mit der Tradition Deiner Vorfahren gebrochen hast, dich anderen, weit weniger erfolgreichen Ideen zugewandt hast. Das ist schade. Denn eines kann ich mit Blick auf meine lange Ahnenreihe mit Sicherheit sagen: Dies hier ist mein Vaterland, das Land meiner Väter, deren Werk ich fortsetze und deren Willen ich getreulich vollziehe. Noch Dein Großvater, Gott hab ihn selig, hätte Dir deinen Hosenboden, für einige deiner Texte, vollkommen zurecht kräftig strammgezogen.

      Nimm das nicht persönlich, aber irgendwann muss auch diese Diskussion geführt werden. Ich lese gerade Hindenburgs Memoiren.

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