Kleinod des Glaubens

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Ein kleines Mitbringsel meiner kurzen Reise will ich meiner werten Leserschaft keineswegs vorenthalten: Eine Bibel aus dem Jahre des Heils 1725, in Verlegung von Johann Andreà Endters. Nach der notwendigen Restaurierung ist sie zur Zierde meines Hausaltars bestimmt.

Historisch betrachtet ist dieses „Buch“ Teufelswerk, denn es verdankt seine Existenz zwei Ketzern: Luther und Gutenberg. Beide haben ihren Teil dazu beigetragen, dass nunmehr Dummheit und Hochfahrt die Welt regiert, denn sie überließen die Interpretation der Heiligen Schrift der Dumpfheit der Masse, die das Knurren ihrer Mägen für eine Äußerung ihrer Hirne hält. Die Abkehr von Gott begann mit solch abscheulichen Büchern.

Sei’s drum. Auch Ketzer können die Heilige Schrift höchtens missbrauchen, sie aber nimmer entweihen. Das Wort bleibt heilig, egal wer es im Munde führt. Das Buch ist lebendiges Zeugnis für den Glauben meiner Vorfahren, in deren Tradition ich mich sehe und die ich, so Gott will, an meine Nächsten weitergeben werde. Das „Buch“ ist ein leibhaftiges Bindeglied zwischen den Generationen und als solches wird es auch behandelt werden.

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2 Antworten to “Kleinod des Glaubens”

  1. G. Freytag Says:

    Ich sehe den Abschnitt

    „Beide haben ihren Teil dazu beigetragen, dass nunmehr Dummheit und Hochfahrt die Welt regiert, denn sie überließen die Interpretation der Heiligen Schrift der Dumpfheit der Masse, die das Knurren ihrer Mägen für eine Äußerung ihrer Hirne hält.“

    Eigentlich genau umgekehrt. Ohne Bibelübersetzung würden Huber, Käßmann oder Lehmann den christlichen Glauben definieren. Na dann gute Nacht! Die schlimmsten Irrlehren kommen fast immer von Berufstheologen. Und das was nachwächst ist auch nicht besser. Was ich an der theologischen Fakultät an Leuten erinnert mich immer an die Arbeiter im Weinberg der 11. Stunde „HERR, es hat uns keiner eingestellt!“ oder zu deutsch „Für Medizin bin ich zu dumm, für Jura zu faul, also komme ich als Theologe an mein A13!“

    Und ohne die Reformation gäbe es heute in der kath. Kirche wohl keine Predigten, sondern nur noch Ritus. Und nach dem 2 Vatikanum heißt dass: Ohne die Reformation gäbe es heute nur noch … NICHTS.

    Denn die Kirche (egal welcher Konfession) wäre auch so im Zeitgeist ersoffen. Ließ mal den 2. Petrus- oder den Judasbrief. Schon wenige Jahre nach Christi Himmelfahrt kamen in der Alten Kirche die hoch, die im Fleische wandelten, alle Herrschaft verachteten und die Himmlichen Mächte lästerten.
    Und würde es keine Bibelübersetzungen geben, so würde deren Treiben keinem auffallen, wie es ja im 15. in 16. Jhrd. war!

  2. Geier Says:

    Beide haben ihren Teil dazu beigetragen, dass nunmehr Dummheit und Hochfahrt die Welt regiert, denn sie überließen die Interpretation der Heiligen Schrift der Dumpfheit der Masse …

    Auch ich hoffe, daß dieser Satz ironisch gemeint ist. Denn der Zimmermann Jesus selbst hat ja die Schrift den Fischern und sonstigen Handwerkern übergeben. Selbst Paulos als einziger Theologe im Bunde wurde aufs Zeltemachen zurückgeworfen, um für das Reich Gottes brauchbar zu werden. Dummheit, Hochfahrt und sonstigen Abfall haben immer die Funktionäre mitgebracht, die Kleriker, die das Evangelium verhökern.

    Es ist sicher besser, die Bibel zu lesen als sie als »Zierde des Hausaltars« zu instrumentalisieren. Werthalten sollen wir ihre Worte, nicht ihre äußere Gestalt. Zum Lesen ist sie uns anvertraut. Auch »Bindeglied zwischen den Generationen« kann sie nicht sein, wenn sie als Staubfänger dient, sondern nur, wenn ihr Inhalt weitergegeben wird:

    »Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Söhnen einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst …«
    (5. Mose 6, 6f)

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