Die Heraufkunft der Sklaven

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Wenn die außermenschliche Geistigkeit und der „Ruhm“ die „solare“ Periode charakterisieren, das Heldentum, die Treue und Ehre die der Krieger, das Gold die der Händler und Juden – so muß sich das Heraufkommen der Sklaven mit der Verherrlichung eben des Sklaven-Grundsatzes begegnen: der Arbeit, die man zur Religion erhebt. Und der Haß der Sklaven verkündet sadistisch: „Wer nicht arbeitet, soll nicht essen“, und sein Stumpfsinn, sich selbst glorifizierend, bereitet heiligenden Weihrauch aus dem Dunste des Menschenschweißes: „Die Arbeit adelt den Menschen“, „Arbeit ist Größe“, „Arbeit ist ethische Pflicht“. So senkt sich auf den Leichnam der Grabstein, und der Zyklus der Rückbildung scheint sich endgültig zu vollenden.
Kein anderes Ideal hat die Zukunft für die Priester des „Fortschritts“ bereit. Für heute dauert noch der Kampf an zwischen dem Juden, dem allmächtigen Herrn des Goldes, und dem Aufstand des Sklaven; und jene „Kultur“, auf welche die Heutigen so stolz sind, überragt ein monströses Getriebe, von rohen und unpersönlichen Kräften bewegt: vom Gold, vom Kapital, von der Maschine.
Weit davon entfernt, sich zu lockern haben sich die Fesseln der Abhängigkeit von Neuem gestrafft. Aber neben der Macht geht nicht mehr die Autorität einher, neben dem Gehorsam nicht mehr die Anerkennung, neben dem Rang nicht mehr die Superiorität. Der Herr trägt diesen Namen nicht mehr, weil er Herr ist, sondern weil er einer ist, der mehr Geld hat, der, wenn er auch in der Tat nicht über den Horizont des nächstbesten Alltagslebens hinaussieht, über die materiellen Bedingungen des Lebens gebietet; womit er auch die Möglichkeit hat, diejenigen zu unterjochen oder unschädlich zu machen, der einen unendlich viel mächtigeren Atem hat als er selbst: die Möglichkeit zur schändlichsten und der infamsten Sklaverei. Die Macht und das Band der Abhängigkeit, sich entpersönlichend und mechanisierend, sind Kapital und Maschine geworden. Und so ist es kein Paradox: von wahrer Sklaverei kann man im Ernst erst heutzutage sprechen, kann man erst bei der wirtschafts-mechanischen Organisation des Abendlandes sprechen, längs jener Linie der Verrohung, für welche das „freie“ Amerika das beste Beispiel abgibt.
Und nach wenigen Generationen vielleicht, die man pflichtschuldigst und wissenschaftlich nach den Regeln des „sozialen Dienstes“ erzogen hat, wird der Sinn für die Individualität gänzlich ausgetilgt sein, und mit ihm der letzte Rest von Bewußtsein, den man nötig hat, um wenigstens zu wissen, daß man ein Sklave ist. [1]

[1] Julius Evola; Heidnischer Imperialismus; IV. Die Wurzeln des europäischen Übels

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3 Antworten to “Die Heraufkunft der Sklaven”

  1. bloggerstammtisch Says:

    Von mitspieltheater@googlemail.com
    Die Linie der Verrohung, die Achse des Terrors
    und das ruhmreiche zu Kreuze kriechen der
    OHRHÖRIGEN führt uns zu der fundamen-
    talen Überlegung (zensiert dieses Unwort !)
    daß wir das alles dem verdanken, daß wir in
    ein Leben als Mülltonne gezwungen werden.
    Beten wir nicht zu der heiligen Ameisenkö-
    nigin und dem Überwachungsterror unserer
    Ameisengenossen. sehen wir nicht herab auf
    die Termiten, nur weil diese nicht mit dem
    heiligen Fluch belegt sind „auf der Erde sollst
    du kriechen ? wird man nicht später, wenn
    man uns einmal ausgräbt, uns am Inhalt
    unserer Mülltonnen messen ? Wird es über-
    haupt dann noch Sklaven geben, die uns
    ausgraben ? Mensch, fordert mich weiter,
    ich kann das für meine Theatertexte brauchen
    Schöne grüße lieber Webmaster

    • Mcp Says:

      Die Sklaven, die uns in tausend Jahren ausgraben, werden luftdichte Schutzanzüge tragen müssen, denn der Dreck und der Schmutz mit dem wir uns umgeben und mit dem wir beerdigt werden, wird hoch infektiös sein.

      Schöne Grüße vom Webmaster, der hofft, alsbald eines ihrer Theaterstücke lesen zu dürfen.

  2. Don't care Says:

    Apropos Ameisenkönigin:

    Die echten Ameisen „Formicidae“ leben zumindest in einem gut organisierten Staatswesen. Die Königin dient wirklich ihrem Volk und mehrt seinen Nutzen, auch ohne grossmaulige Eidesformeln. Unsere „heilige Hosenanzugs-Königin“ hat es vergleichsweise zu nix gebracht, noch nicht mal zur „Vermehrung“ ihres Volkes, geschweige denn zu der seines Nutzens. Indes, alle die im Eid beschworenen „Aufgaben“ werden nicht nur nicht befolgt, sondern eher das Gegenteil betrieben.

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