Gerechtigkeit

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In Griechenland ist die Stimmung gegen Deutschland derzeit extrem aufgeheizt. Ausgelöst durch satirische Seitenhiebe zum drohenden griechischen Staatsbankrott in den deutschen Medien, haben einige griechische Oppositionspolitiker die Regierung von Giorgos Papandreou dazu aufgefordert, Reparationszahlungen von Deutschland aus der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg einzufordern. [1]

Ich kann mich nicht erinnern, dass einer meiner Generation in Griechenland einmarschiert ist und die in diesem Artikel beschriebenen Gräuel verübt hätte. Möglicherweise war mein Großvater darin involviert, zumindest behaupten dies diverse Geschichtsbücher, denen aber, nach meiner Erfahrung, deshalb nicht zu trauen ist, weil sie diese Geschichte aus dem Sichtwinkel der gerade herrschenden Regimes erzählen. Wer letzterer Aussage nicht traut, der werfe einen Blick in die „Geschichtsbücher“ der DDR oder – noch besser – in die des Dritten Reiches. Keine dieser Interpretationen hält der gegenwärtigen „Wirklichkeit“ stand und es ist zu vermuten, dass auch diese gegenwärtige Interpretation der Geschichte nicht den Anspruch auf die „einzig wahre“ Erzählung erheben kann. Die „neue“ Geschichte wird in der Zukunft geschrieben.

Ich bin gerne bereit den Schaden zu heilen, den ich selber verursacht habe – aber ich bin nicht bereit für irgendeine Interpretation der Geschichte zu bezahlen, weil ich sie nicht verantworten kann: Zu dem Zeitpunkt war ich noch gar nicht auf dieser Welt, konnte mich schon deshalb also nicht als „Antifaschist“ beweisen und die Geschichte so umgestalten, dass sie den Ansprüchen heutiger Interpreten genügt. Ich bin unschuldig an jeder dieser Geschichten. Das kann ich mit gutem Gewissen beeiden.

Noch eine Deduktion: Gesetz dem Fall, dass alles wäre so geschehen, wie es gegenwärtig behauptet wird:

Man sagt, dass niemand aufgrund seiner Geburt, seiner Herkunft, seines Glaubens oder seiner Überzeugungen benachteiligt werden darf. Diese Art Gleichheit trägt vor allen die Linke wie eine Monstranz vor sich her und sie schlägt jeden in Acht und Bann, der es wagt, die Reliquie Rousseaus in Frage zu stellen.

Muss ich nun, obwohl in kindlicher Unschuld vor der Geschichte geboren, trotzdem für Taten büßen, die ich nicht zu verantworten habe? Ist das nicht genau die Art der Benachteiligung, die man anderen Ortes so lautstark anprangert? Bin ich schuldig, nur weil ich Deutscher (Neger) bin? Muss ich also zahlen, weil irgendwann wilde Barbaren – auch meine Vorfahren, so behauptet man – die römischen Legionen im Teutoburger Wald aufs Haupt geschlagen haben? Mit Zins und Zinseszins?

[1] JUNGE FREIHEIT – Wochenzeitung aus Berlin: Damoklesschwert schwebt über den Deutschen.

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3 Antworten to “Gerechtigkeit”

  1. Don't care Says:

    Das tun wer doch schon, die Zinses-Zinses-…-Zinses-Zinsen, die uns unsere „Multi-Schuldi-Staatsreligion“ aufbrummt, zu löhnen.
    Und auch für eine weitere „Erbsünde“, die uns als XY-Chromosomalen angehängt wurde, werden wir schon kräftig gemolken. Dafür nämlich, dass unsere Patriarcho-Macho-Unterdrücko-Diskriminiero-Vorfahren die höchste evolutive HervorbringungIn seit es die ZellteilungIn gibt, so brutal/brachial geschunden/geschändet hatten (schluchz!), dürfen wir auch dafür direkt und indirekt blechen. Das geschieht direkt in Form von „ver-juck-pulverten“ Milliarden, die in „Förder/Gleichstellungs/Blubber-Blubber-Programmen gepumt werden, und quasi ex negativo als erhöhter Männerrauswurf, Einstellungs-/Beförderungs-Stau zugunsten der LichtgestaltInnen.

  2. Petronius Says:

    Na, das ist ja ein Zufall, daß den Griechen ausgerechnet jetzt, ganz plötzlich und spontan einfällt wie furchtbar sie doch gelitten haben im Krieg… Bekanntlich haben ja die Italiener verbockt, daß der Krieg nach Griechenland ausgeweitet wurde. Die werden aber in Ruhe gelassen. Warum? Richtig, weil sie genau so pleite sind wie ihre Mittelmeer-Nachbarn.

    • Mcp Says:

      Nun ja, die Italiener haben sich kurz vor Kriegsende noch auf die „richtige“ Seite geschlagen und ihren „geliebten“ Duce samt Frau gelyncht, aufgeschlitzt und ausgeweidet mit den Füßen nach oben an einer Laterne aufgehängt. An diese „Heldentat“ erinnert man sich heute nur ungern. Auch die Italiener, als „Sieger“, schon Reparationsansprüche gegen Deutschland geltend gemacht. Im Grunde ist die Situation diesbezüglich schlimmer als nach Versailles: Dort hatte man wenigstens konkrete Summen diktiert, ein solcher Vertrag fehlt, so das solche „Ansprüche“ wie ein Fass ohne Boden sind.

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