Der Deutschen starke Neigung

by

Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt.[1]

[1] Otto von Bismark; Rede über das Sozialistengesetz; gehalten am 19. Oktober 1878 in Deutschen Reichstag

Schlagwörter: , ,

6 Antworten to “Der Deutschen starke Neigung”

  1. sinus Says:

    Ich hab den ganzen Tag überlegt, na klar, unzufrieden meint strebsam, rege.

  2. Mcp Says:

    In diesem Kontext meint das Bismarck. Allerdings lässt dies Strebertum der Deutschen, anders als bei den Franzosen, jedes vernünftige Maß vermissen. Der Deutsche ist selbst dann unzufrieden, wenn es ihm gut geht. Er neigt deshalb zur Radikalität, die im Sozialismus zu münden droht. Er ist deshalb besonders anfällig für radikale Agitatoren, deren Macht mit den Sozialistengesetz gebrochen werde müsse. Bismarck hat hier schon die innere Gefahr erkannt, die später zu Deutschlands Verderben führte. Eine sehr vorausschauende Rede.

  3. Don't care Says:

    Fatal ist ebenso der typisch theutsche Hang sich der notorischen Unzufriedenheit durch eine Übersprunghandlung zu entledigen. – Nämlich sich in die Heils/Erlösungs-Versprechen obskurer Scharlatane zu verbeissen. So einer tauchte in den 30-gern des vorigen Jahrhunderts auf, und fast Alle hechelten im Taumel siner Rattenfänger-Melodie hinterher.
    Aktuelle Wahnideen, in der der übliche „Massenverbiss“ grassiert, sind: Sozialismus, Ökologismus (Klima-Religion), Feminismus, Multikultismus.
    Nur, da diese Wahnsysteme hartnäckig auf Konfrontationskurs mit der Wirklichkeit dahinrasen, wächst des „Michels“ Unzufriedenheit indes immer weiter an. Nichtsdestoweniger schreit „Michel“ aber nach immer mehr von seinen „Drogen“.

    • Mcp Says:

      Ja, genau so das gemeint. Bismarck hat es auf den Punkt gebracht und er hatte vollkommen recht. Leider ist er damit gescheitert und er ahnte es wohl schon bei der Rede: Er beklagte die Laschheit und Nachsicht Justiz und die Unfähigkeit der Polizei. Scheinbar ein anderes deutsches Übel.

      • Don't care Says:

        Bleibt eigentlich fast nur die fatale Erkenntnis, dass unser ganzes Sytem, unsere kranke, dekadente Zivilisation, in einem monströsen Anti-Klimax kollabieren muss, andernfalls die paranoiden Obsessionen, der pathologische Zeitgeist nicht loszukriegen ist.
        Gegen die Wand, mit nie gehörten „Gerummse“ muss dieses Volk von Verblendeten, Verblödeten und Verführten krachen (nicht nur wir, ganz Europa !), damit die bösen Geister, die sich in ihren Schafsköpfen eingenistet haben, (vielleicht) ausfahren.

      • Mcp Says:

        Ja, zu solchen pessimistischen Schlussfolgerungen könnte man durchaus kommen.

        Das ist im übrigen eine uralte, bis in die Neuzeit hineinreichende Ansicht: Unsere Vorfahren glaubten aus empirischer Beobachtung heraus niemals an eine „Evolution“; für sie lag die Involution ganz klar auf der Hand, entweder in einer immer gleichen Abfolge von Geburt und Tod – alles Materielle kann nur sterben oder sich auflösen (2. Hauptsatz), sich aber niemals irgendwohin „entwickeln“ – oder im langsamen oder steten Zerfall sozialer Bindungen: In der Erinnerung an „die gute alte Zeit“ oder, viel weiter greifend, die Projektion dieser Wahrnehmung auf historische Zeiträume, gipfelnd in der Lehre der vier Weltzeitalter, die wiederum einen „Abstieg“ postuliert: Vom „goldenen Weltzeitalter“ angefangen, wird die Welt im „eisernen Zeitalter“ enden.

        Auch in der Bibel finden wir einen Widerhall dieser Ansichten: In der materiellen Welt erobert der Antichrist die Macht, bis zum Tage Har-Magedon, an dem die Endzeitschlacht geschlagen wird und die materielle Welt endet: Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: