Sinn, Nutzen, Preis und Wert

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Vielleicht wundert sich der eine oder andere meiner Leser, warum ich am heutigen Tage die Geburt von Arthur Moritz Schönflies (rechts oben) würdige. Das hat damit zu tun, dass ich meine ersten wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Röntgenstrukturanalyse abgeliefert habe, mir also Name und Werk des Gewürdigten einigermaßen vertraut sind, bzw. waren.

Aber das ist nicht das Thema, dieses Eintrages. Vielmehr kam mir beim schreiben des Textes in den Sinn, dass es verschiedene Arten gibt, sich dem Gegenstand „Kristall“ zu nähern:

  • Der Wissenschaftler: Er bevorzugt die kontemplative Betrachtung, er fragt nach dem „Sinn“ von Kristallstrukturen, bewundert ihre innere Schönheit, verzückt sich an der Strenge von Form und Logik ihrer inneren Gefüge. Er erforscht ein Geheimnis, sucht nach dem Grund.
  • Der Ingenieur: Er fragt, praktisch und rational, nach dem „Nutzen“ der Forschung, ihn treibt die Suche nach „neuen“ Werkstoffen um. Beispielsweise. Was nicht wirklich interessant, aber immerhin – vielleicht – ganz nützlich sein kann.
  • Die Frau: Sie wird sinnlich angezogen von der Glitzerwelt der Oberfläche, von der Ästhetik der äußeren Form. Sie interessiert sich auch nicht für Kristalle im Allgemeinen, sondern ausschließlich für die Edlen unter ihnen. Sie fragt nicht nach dem Sinn, Ziel ihrer Sehnsucht ist die Sinnlichkeit. Sie will ihre Schönheit unterstreichen oder von ihr ablenken.
  • Der Mann: Fragt nach dem Preis. Der Preis ist die Eroberung seiner Liebe. „Teuerliebe“ nennt es Thomas von Aquin in seinem Opus „Summa theologica“. Der Mann liebt nicht das Kristall, sondern das Weib. Wir lieben, was uns teuer ist.
  • Der Geschäftsmann: Ihn interessieren weder Sinn noch Nutzen, weder die innere, noch die äußere Pracht, er fragt nicht nach dem Grund und der Sinn ist ihm schnurzegal. Er fragt nach dem Wert, nach dem Profit den der Handel mit „neuen“ Werkstoffen oder mit Edelsteinen abwirft. Er ist weder kontemplativ, noch rational oder praktisch veranlagt, Ästhetik und Sinnlichkeit sind ihm Fremdbegriffe, seine Fantasie beflügelt einzig die Gier.

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3 Antworten to “Sinn, Nutzen, Preis und Wert”

  1. sinus Says:

    Gehört zwar nicht zum Thema, aber vielleicht ist es tatsächlich notwendig durch Petition Dinge zu verändern (https://secure.avaaz.org/de/eu_health_and_biodiversity/), ich weis es nicht, hab aber auch unterschrieben. Siehe hierzu den neuen Artikel von Herrn Flegel „Ist Gentechnik schädlich?“ http://www.flegel-g.de/gentechnik-schaedlich.html

  2. nk Says:

    Mit Geschäftsleuten habt ihr ein echtes Problem, oder ?
    Das sind die Leute. die ganz banal den Nutzen des Kunden mehren. Das lässt metaphysische Fragen aussen vor und hindert den Geschäftsmann nicht, zu diesen Fagen eine dezifierte Position zu habe und z.B. sein Leben am Glauben auszurichten.

    Es ist -in einem gewissen Kontext- durchaus legitim, den Kristall unter dem geschäftlichen Gesichtspunkt zu sehen.

  3. Mcp Says:

    Wieso Ihr? Ich! habe das geschrieben.

    Einen Geschäftsmann der den „Nutzen seiner Kunden“ mehrt, gibt es nicht. Schon deshalb weil dieser in kürze Pleite wäre. Ein „Geschäftsmann“ mehrt nur seinen eigenen Profit oder er ist kein „Geschäftsmann“.

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