Abwartende Sympathie

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Nachdem über lange Zeit neben ständigen Beteuerungen einer lebendigen Diskussionskultur eine weitestgehende Ruhe die Partei auch dann beherrschte, wenn fundamentale Überzeugungen über Bord gingen und die inhaltliche Annäherung an die Grünen auch viele ansonsten wenig konservative Mitglieder verschreckte, scheint nun etwas Bewegung in die 500000 Mitglieder-Organisation zu kommen.[1]

Ich warte ab. Ich bin seit längerem Nichtwähler und kann bisher keine Bewegung erkennen, die mich veranlassen würde, mein Kreuz bei irgendeiner Partei zu machen. Ich verfolge die Mühen konservativer Kreise – innerhalb und außerhalb der CDU – mit einer gewissen Sympathie, werde aber, solange diese Kreise keinen merklichen Zugriff auf die praktische Politik bekommen, das Lager der selbst gewählten Abstinenz nicht verlassen. Sehr wohl wissend, das dieses System mich weder braucht, noch in eine Krise gerät, wenn ich mich oder andere dem politischen Alltagsgeschäft verweigern.

Ich will eine solide und bodenständige Politik, die das Notwendige tut und das Überflüssige lässt.

Eine Politik, die dem „mündigen Michel“ dient und sich nicht als Lobbyist lautstarker Minderheiten generiert, sondern deren Maßlosigkeit endlich deckelt.

Eine Politik, die dem Zeitgeist nicht nachhechelt, in der Neues erst beweisen muss, das es keine Mode ist, sondern einen sichtbaren Mehrwert gegenüber Bewährten nachweist.

Eine Politik, die dauerhaft weniger Steuern ausgibt als sie einnimmt und die dem Bürger mehr Einkommen lässt, als sie ihm nimmt.

Eine Politik, die das Politische privatisiert und die nicht das Private politisiert. Eine Politik, die Abschied von omnipotenten Allmachts- und Allreglungsfantasien nimmt. Eine Politik, die dem Einzelnen lässt, was des Einzelnen ist.

Eine Politik, die das Eigentum schützt und nicht umverteilt.

Eine Politik die Bürokratie wirklich abbaut, statt ständig neue anzuhäufen.

[1] CDU-POLITIK.DE » Kritik und Diskussion.

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2 Antworten to “Abwartende Sympathie”

  1. Torsten Says:

    Das mit dem „merk(e)lichen“ Zugriff ist dann aber eine Freudsche Formulierung, oder?
    😉

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