Die Euro-Falle

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EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso macht deutsche Politiker für die weitverbreitete öffentliche Ablehnung der Euro-Rettungspakete mitverantwortlich. Sie hätten es versäumt, die Vorteile des Euro klar zu machen. Von der Bundesregierung gewünschte Vertragsänderungen bezeichnete er als naiv.[1]

Den Handelsbilanzüberschuss, auf den sich der Kommissar weiter unten bezieht, haben die Deutschen schon vor dem Euro erwirtschaftet.  Im Unterschied zu damals zahlen „wir“ allerdings heute für die Misswirtschaft anderer. Folglich gereicht der Euro den Deutschen nicht zum Vorteil, wie der Herr demagogisch behauptet.

Nur in einem hat Barroso recht: Die Naivität deutscher Politiker ist wohl nicht zu übertreffen. Die Empfänger deutscher Transferleistungen sind in Europa in der Überzahl. Warum sollten sie also den deutschen Forderungen nach diversen Vertragsänderungen zustimmen, wenn sie damit die Quelle, an der sie sich laben, zu versiegen brächten? Deutschland sitzt in der Euro-Falle und deutsche Politiker haben das Land sehenden Auges da hineingesteuert.
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[1] Reformpläne: Barroso wirft deutschen Politikern Naivität vor; WELT ONLINE.

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