Von einer Blah-Blah Partei zur Gesinnungstruppe

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Die Union ist die letzte verbliebene Volkspartei – und die Partei mit den größten Mitgliederzahlen. Doch diese Größe nimmt relativ gesehen zu den anderen aber auch im totalen drastisch ab. Wie die Bild-Zeitung berichtet, haben etwa 5.000 Mitglieder zwischen August 2009 und Februar 2010 die Partei verlassen.[1]

Ja, es stimmt schon, wenn „Bauer Gerhard“ auf dem CDU-Blog feststellt, dass Merkel nicht Ursache, sondern bloße Folge der schleichenden Erosion einer CDU ist, der mit dem Ende des Kalten Krieges auch der Antikommunismus und Antisozialismus[2] abhandengekommen ist.

Seit dem Fall der Mauer ergießen sich die linken Phrasen, vermittelt durch die ungeschoren davongekommenen Bonzen und willigen Mitläufer, in den Westen und unterspülen die Grundfesten der bürgerlichen Gesellschaft. Nicht nur, den anderen Part übernimmt das linksliberale Hollywood, aber in Deutschland bemerkt man die Wehrlosigkeit, Hilflosigkeit, ja die Feigheit der Bürgerlichen in einem ganz besonderen Maße. Wohl auch deshalb war Deutschland schon immer ein beliebtes Tummelfeld radikaler Ideologen [3] von ganz links und ganz rechts. Wer sich nicht deutlich abgrenzt, verliert seine Konturen; zuerst an den Rändern, siehe Nitzsche und Hohmann, bis schließlich die Kernschmelze nicht mehr aufzuhalten ist: siehe Merz und Koch. Wenn die CDU nicht aufpasst, mutiert sie unter Merkels Weiberröcken von einer Blah-Blah Partei zu einer weiteren ideolgiegesteuerten Gesinnungstruppe à la Linke, Grüne und Sozis, die ihre Gegner als „Nazis“ verunglimpft. Die Ansätze sind mit der Beteiligung am „Kampf gegen rechts“ und der „Toleranz“ gegenüber dem „Antifaschismus“ – eine thälmannsche Erfindung zur Schaffung einer roten Volksfront – unverkennbar schon vorhanden.[4]

Auch die CDU ist schuldig daran, dass die Linkspartei heute hoffähig ist und deren Agenda mittlerweile auch im bürgerlichen Lager als „modern“ hofiert wird, obwohl die meisten linken Phrasen schon 1848 in fast selbiger Diktion verkündet wurden: sie sind nicht „modern“, nein sie „modern“ schon. Der vermeintliche neoliberale Gegenentwurf hat sich ob seiner gierigen Maßlosigkeit selber diskreditiert und er war nie eine deutsche Angelegenheit. Das war das rheinische Kapitalismusmodell, der sozial verantwortliche Unternehmer, der Patriarch – gerne auch die „Patriarchin“ (bspw. Friede Springer) – und die dazu passende katholische Soziallehre. Beides hat man nach dem Fall der Mauer gleich mitentsorgt, obwohl dieses Modell und eben nicht die angelsächsische Wirtschaftsweise, für den unglaublichen Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Kriege verantwortlich war. [5]

Was übrig bleibt, ist die Idee des Sozialismus [6], die schon hoffnungslos durch die Realität diskreditiert, an den radikalen Rändern trotz alledem Urständ feiert und die sich, mangels klarer Abgrenzung und fehlender Alternativen, sukzessive in die „Mitte“ der Gesellschaft ätzt, wo sich die neoliberale Idee vom „Social Engineering“[7] mit der sozialistischen Versorgungs- und Anspruchsmentalität des urbanen Pöbels trifft.
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[1]CDU-POLITIK.DE » Union dünnt aus.
[2] Es gab in Deutschland nie einen Antikommunismus. Das, was man dafür hielt, entsprang der adenauerschen „Westbindung“ und der Frontstellung im Kalten Krieg. Einen theoretisch fundierten Antikommunismus hat es in Deutschland nie gegeben; im Gegenteil kommen die größten Ideologen des Sozialismus, linke wie rechte, aus deutschen Landen.
[3] Ich verweise hier mal auf die Bismarksche Rede zur Begründung des Sozialistengesetzes: Ein weitsichtiges Dokument, dass auf die historischen Ursachen für diese typisch deutsche Krankheit verweist.
[4] Ich frage mich immer, wo die Konservativen der CDU auf Parteitagen bleiben: Traut sich wirklich keiner von denen, einen Unvereinbarkeitsantrag zwischen CDU-Mitgliedschaft und der Beteiligung an diversen Initiativen im „Kampf gegen rechts“ zu beantragen? Auch wenn er nicht durchkommt, allein auf die Argumente der Antragsgegner wäre ich gespannt wie ein Flitzebogen.
[5] Es war der Garant deutscher Werte, eine nationale Besonderheit, die man auf dem Altar des amerikanischen Globalismus willig geopfert hat. Ich warte auf eine Partei, welche die Werte selbstständiger Unternehmer wieder aufs Schild hebt und die eben nicht deren Interessen an das Finanzkapital, die Börsen und Aktiengesellschaften verrät und das für gute Wirtschaftspolitik hält. Weg mit dem anonymisierten Eigentumsformen, wieder hin zur persönlichen Verantwortung des Eigentümers vor der Gesellschaft, ganz so, wie es in unserer Verfassung steht.
[6] Wobei es mir ausdrücklich egal ist, welches Attribut man vor diesen Begriff setzt: ein spenglerscher Sozialismus ist um keinen Deut besser als sein marxistischer Gegenentwurf.
[7] So „neo“ ist die Idee gar nicht. Im antiken Rom galt die Formel „Brot und Spiele“. Hauptsache man konnte den urbanen Mob ruhig halten, weil der auch damals schon damit drohte, plündernd und randalierend durch die Gassen zu pöbeln und einen Kaiser auf den Thron zu setzen, der ihnen ein sorgloses Leben versprach. Heute nennt man so etwas hochtrabend „Revolution“ und bezeichnet den Mob vornehm als „Volk“.

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2 Antworten to “Von einer Blah-Blah Partei zur Gesinnungstruppe”

  1. Anonyma Says:

    … aber was – wen – wählt man dann …

  2. Mcp Says:

    Zurzeit gehe ich nicht wählen, weil ich keine Wahl verantworten könnte. Ich bin kein Protestwähler. Satt dessen bete ich lieber.

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